© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Dieses multiple Ineinandergreifen": Video-Installation, Künstlerin Saskia Edens

Die Sprache verliert ihre Vormacht

Drei Anlässe in Basel zeigen, wie sich die Realität der Bilder immer mehr ausweitet


Von Aurel Schmidt


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Es stellt auf einen Schlag den Durchblick her. Spätestens seit den verräterischen Aufnahmen aus dem Gefängnis Abu Ghraib im Irak wissen wir, wie wahr dieser Satz ist. Und doch stimmt er nicht ganz. Auch das Gegenteil trifft zu. Ein Bild ist immer ein Stil, ein eingefrorener Ausschnitt aus der fliessenden Wirklichkeit, während ein Wort Tausenderlei bedeuten kann und der Erklärung und Interpretation bedarf: Leben, Liebe, Markt, Folter, Sommer wecken unterschiedliche Vorstellungen und Bilder.

Trotzdem ist unübersehbar, dass wir uns in einem Übergang vom Wort zum Bild befinden. Das Bild ist in der Öffentlichkeit und im privaten Leben überall gegenwärtig und kaum mehr wegzudenken: in Fotografie, Kunst, Plakat, Werbung, Graffiti sowie in medialer Form in Film, Fernsehen, Video, Handy, aber zum Beispiel auch im Rasterelektronenmikroskop, das Bereiche zugänglich macht, die bisher nicht sichtbar waren.


Die Neuen Medien haben nicht nur die Zahl der Bilder unglaublich vermehrt, sondern auch deren Verbreitung und Zirkulation beschleunigt.

Mehr noch: Bilder sind nicht mehr nur Abbilder, im besten Fall Denkbilder, sondern sie stellen zunehmend eine eigene Realität dar, was nicht nur an der Erzeugung digitaler und virtueller Bilder am Bildschirm beobachtet werden kann, sondern auch an einem Phänomen wie Second Life, wo die optische Illusion im Begriff ist, die Stelle der Wirklichkeit zu erobern.

Das Bild ist als Informations- und dokumentarisches Mittel autonom geworden. Ausserdem müssen wir erkennen, dass wir nicht alles, aber viel und immer mehr von dem, was wir sehen, in medial vermittelter Form erneut zu Gesicht bekommen (also als Erscheinung).

Diese Entwicklung reicht tief in das tägliche Leben der Menschen. An drei Beispielen aus nächster Nähe in Basel soll versucht werden, mit der etwas in Rückstand geratenen Sprache darüber etwas zu sagen.


"Die Personenfahndung bedient sich
immer raffinierterer Methoden."



Das Staatsarchiv in Basel sammelt neben alten Dokumenten öffentlicher und privater Art (Schriftstücken, Briefen, Zeugnissen) sowie Bauplänen auch Bilder (Fotografien) mit historischem und dokumentarischem Charakter. Aus der Sammlung alter Folianten mit Fahndungsbilder ist zur Zeit im Polizeimuseum ein Band ausgestellt, in dem der Übergang vom Wort zum Bild beobachtet werden kann.

Wurden lange Zeit für das Signalement gesuchter Verbrecher, Diebe, Schwindler, Falschspieler, so genannter Bauernfänger und so weiter sprachliche Mittel verwendet wie etwa "ovales Gesicht", "hohe Stirn", "am r. Daumen Schnittnarben", so übernahm in Basel um 1870 die Fotografie einen wachsenden Teil dieser Aufgabe.

Mit der Anthropometrie (Körpermessung), Daktyloskopie (Fingerabdrücke) wurden die Methoden verfeinert. Die alten Fahndungsbücher konnten ersetzt werden. 2005 wurden die bis dahin angewendeten Methoden von der EDV abgelöst. 1997 kam auch das DNA-Profil zur Anwendung.

Dies sind fast alles Methoden, die das Wort mehr und mehr verdrängen, so wie das Internet zunehmend den Platz der alten Aushänge bei der Personenfahndung ("Gesucht") einnimmt.


"Im Staatsarchiv füht eine Installation
Fotografie und digitales Bild zusammen."



Ein anderes, überzeugendes Beispiel für die hier aufgezeichnete Entwicklung ist neuerdings im Staatsarchiv zu sehen. An der Wand im ersten Stock vor dem Lesesaal ist die Videoinstallation "Portrait anachronique" von Saskia Edens angebracht worden.

Die aus Genf stammende Künstlerin Saskia Edens hat aus den Beständen des Staatsarchivs eine alte Fotografie ausgewählt, die den Maler Albert Höflinger (1855-1936) beim Malen in seinem Atelier vor zwei Porträts auf der Staffelei zeigt. In eines der beiden Gemälde, das auf der Fotografie zu sehen ist, hat sie mit einem Beamer eine Frau von heute projiziert, die sie während dreissig Minuten mit der Videokamera aufgenommen hat.

Der Eingriff in die historische Bildwelt mit moderner Technik hat eine überraschende Wirkung. Der Unterschied zwischen den zwei Medien fällt zunächst durch den Videofilm in Farbe auf, der in der historischen Schwarzweiss-Fotografie erscheint. Erst nach einigen Sekunden, wenn man zum ersten Mal bemerkt, dass die gefilmte Frau die Augen bewegt, wird man gewahr, was hier geschieht: In der Installation findet eine Begegnung von zwei Zeiten statt. Die historische Aufnahme ist statisch (wie es in der Natur der Sache liegt), der Film dagegen hat nicht nur (längst) laufen gelernt, sondern die Zeit des Films wird auch im Unterschied zur Zeitlosigkeit der Fotografie sichtbar gemacht, und zwar dadurch, dass die gefilmte Frau Ohrringe aus Eisstücke trägt, die langsam schmelzen, das Kleid feucht machen und es farblich verändern.

In der Installation kommen also Malerei (auf der Fotografie), Fotografie (als Fotografie) und Digitalvideo (in der Fotografie) zusammen. Das ist eine überraschende Verbindung dreier medialer Ebenen. Zugleich findet die Inszenierung des Ateliers auf der historischen Fotografie eine Entsprechung in der Inszenierung der Frau, die im Videofilm in die Fotografie eingreift. Das sind neben den zwei Parallelzeiten mehrere Parallelräume (Atelier, Raum der gefilmten Frau sowie Raum der Installation), die hier aufeinander treffen.

Dieses multiple Ineinandergreifen erzeugt den enigmatischen Charakter des Werks von Saskia Edens, das aus einem von Kunstkredit und Staatsarchiv ausgeschriebenen Wettbewerb 2006 als Siegerprojekt hervorgegangen ist.


"Digitale Bilder auf riesigen Screensprägen das öffentliche Ambiente."Die Wandbilder von Heinrich Altherr in der Wandelhalle des Staatsarchivs sind, unabhängig von ihrer künstlerischen Bedeutung, Ausdruck der Zeit, in der sie entstanden sind (1942-46). Wandbilder von heute entsprechen dagegen weitaus mehr der digitalen Installation von Saskia Edens im Treppenhaus des Staatsarchivs.

Etwas Ähnliches findet man auf zwei Aussenwänden des Schaulagers der Architekten Herzog & de Meuron. Jetzt ist es nicht mehr nur das reproduzierte Bild, das in der Öffentlichkeit längst zum Alltag gehört, sondern das digitale Bild auf dem Screen, der die Stelle eingenommen hat, auf dem einst die Fresken aufgetragen waren.

Wenn es dazu noch eine Beweises bedurfte, müsste man bloss an die überdimensionierten Screens in verschiedenen Bahnhöfen (auch in Basel) denken, die für Werbung und Nachrichten verwendet werden. Bye, bye, Piero della Francesca mit seinen Fresken in S. Francesco in Arezzo, die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Heute benützen wir andere Methoden zur Sichtbarmachung, weil wir anders sehen, oder sehen wir anders, weil wir andere Darstellungsformen und Sehmaschinen haben. Und bewegliche Bilder müssen es fortan sowieso sein.


"Ohne Sprache bekommen
Busslingers Filme etwas Absurdes."



Dass das Bild inzwischen bestens ohne Worte auskommt, hat der Videokünstler Erich Busslinger demonstriert, der sein "Archiv des Inlands" kürzlich im Rahmen der Heimat-Ausstellung "Alphorn, Chai & Plastikbuddha" im Museum der Kulturen in Basel präsentiert hat.

Busslinger hat während vieler Jahre kleine, einminütige Videosequenzen an verschiedenen Orten in der Schweiz, die er nach einem Zufallsprinzip ausgesucht hat, aufgenommen. An diesen Orten setzte er sich mit den Verhältnissen, die er vorfand, auseinander, anschliessend begann er mit den Aufnahmen.

Diese Kurzfilme bildeten für ihn, was er "Archiv des Inlands" nennt: ein Archiv der Schweiz in Bildern. Ein Bauarbeiter zertrümmert mit einem Vorschlaghammer Glasfenster; Männer fahren mit Rollis vorbei und transportieren Kisten (sie erscheinen auf einer Seite des Bildes und verschwinden auf der anderen, es ist unklar, wo die Kamera aufgestellt ist); ein Mann zersägt Holzstämme (schrrr, schrrr, schrrr); ein Musikkorps zieht vorbei; ein Haus wird gefilmt, während Sirenen läuten (sonst geschieht nichts); Bauarbeiter räumen Holzbretter aus einem Schacht weg.

Die Aufnahmen mögen situationstische Ausschnitte zeigen und dem Zufall überlassen bleiben, die Aufnahmen selbst sind genau kalkuliert: tiefe Kameraposition (mit einer grosszügigen Raumstaffelung als Folge); praktisch kein Travelling; ungewöhnlicher Blick in die Höhe oder Tiefe.

Da Busslinger auf Sprache, also auf einfachste Erklärungen, verzichtet, bekommen seine Sequenzen etwas Absurdes, aber zugleich auch Poetisches. Man fragt sich, was man sieht, und vergisst bald, sich diese Frage zu stellen, weil das, was man sieht, so fesselnd und faszinierend ist. Zum Beispiel ist beim Holz sägenden Mann klar, war los ist. Aber je klarer es ist, desto unklarer und geheimnisvoller ist es auch.


"Vielleicht ist das Denken
ein Bilderbuch."



Und desto gebannter schaut man zu, wenn auch ohne Anhaltspunkt. Die philosophische Dekonstruktion hat vor einiger Zeit begonnen, die Sprache und die Worte um ihren expliziten Inhalt und ihrer Bedeutung zu bringen, also die Metaphysik aufzugeben, und sie nur noch als frei flottierende und einsetzbare Zeichen zu verwenden. Etwas Vergleichbares hat Busslinger auch mit den Bildern und Filmausschnitten unternommen. Die Bilder stehen für sich selbst und geben nur über sich selbst Auskunft, nichts Anderes.

Welche Auswirkungen diese Veränderungen auf das Denken haben können und ob die selbstreferentiellen Bilder mehr als Ahas auslösen, ist eine Frage, die in fünfzig Jahren leichter beantwortet werden kann. Man müsse seinem Weltbild sprachlich gewachsen sein, hatte einmal Gottfried Benn gefordert. Ob das so noch zutrifft, ist offen. Heute lässt die Bilderdominanz etliche Bedenken aufkommen, sie macht aber auch klar, dass wir in einen Bilderraum mit anderen Sprachen und Kriterien eintreten, in dem wir uns neu orientieren müssen.

Die Kunst ist avantgardistisch schon auf dem Weg zu diesem Ziel. Und wer weiss, ob das Denken nicht vielleicht ein Bilderbuch ist.

Die Objekte in der Vitrine über das Fahndungsthema sind nicht umfangreich. Das Polizeimuseum kann auf nur Voranmeldung besucht werden. Telefon 061 699 12 12. www.polizeimuseum.ch

Die Videoinstallation von Saskia Edens ist im Staatsarchiv, Martinsgasse 2 in Basel, zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich: Mo 14-18, Di-Fr 9-18 Uhr. www.staatsarchiv.bs.ch

Das "Archiv des Inlands" von Erich Busslinger als DVD kostet für private Verwendung 150 Franken. Vertrieb durch Galerie Stampa www.stampa-galerie.ch. Für öffentliche oder kommerzielle Verwendung wende man sich an www.pointdevue.ch

1. Juni 2007


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Flüchtigkeit der beweglichen Bilder weckt Sehnsucht nach dem statischen Bild"

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über Ihre Hypothese gelesen, die Sprache verliere im Zeitalter der multimedialen beweglichen Bilder ihre Vormacht. In aller Kürze umreissen Sie mittels dreier Beispiele aus der Videokunstszene ihre Vermutung. Die durch die vorgeführten Beispiele suggestiv erscheinende These erscheint auf den ersten "Blick" einleuchtend. Selbstverständlich stehen Sie damit nicht allein. Seit den Anfängen der Internet-Technologie und deren rasanten Ausweitung in globaler Dimension ist die Diskussion nie abgebrochen, ob das geschriebene Wort überhaupt noch eine Zukunft habe. Die philosophische Erörterung darüber ist seither ebenso grenzenlos wie kontrovers.

Ihre These mutet mich darum etwas altbacken an, weil seither Beobachtungen nicht ausgeblieben sind, welche die Wirkungsmacht des Wortes keineswegs aufs Abstellgleis rangieren, sondern ihr parallel zu den neuen technischen Möglichkeiten eine veränderte, jedoch keineswegs überholte Bedeutung zuweisen. Dafür gibt es genügend Beispiele. Es wird nach wie vor geschrieben und gelesen und es werden Bücher gedruckt. Eben ist das Buch der Bücher, die Bibel, in der Version der landesweit etablierten Zürcher Übersetzung neu redigiert und editiert worden. Immer noch sind bedeutende Zeitungen im Umlauf. Artikel werden verfasst, Nachrichten werden verbreitet, Kommentare werden abgeliefert.

Zeitgenossen, welchen das geschriebene Wort ein unverzichtbares Gut ihrer Kultur ist, können trotz Videoinstallationen und Beamerprojektionen nicht einfach als einem Auslaufmodell hinterherhächelnde Konservative abgeschrieben werden. Ebenso gilt auch für die Malerei, wie ich sie seit vielen Jahren betreibe, dass nach klassischem Muster mit Farben auf Leinwand erzeugte "stille" Bilder ihre Daseinsberechtigung beibehalten. Man sieht sich seit Jahren mit dem "Tod des Bildes" konfrontiert. Dieses Gerede möchte ihre Verbreiter als avantgardistische Pioniergeister wichtig erscheinen lassen.

Meine persönliche "Feldforschung", wie das gemalte Bild rezipiert wird, belehrt mich eines anderen. Gerade die ungeheure Flüchtigkeit der beweglichen Bilder lässt das Bedürfnis und eine spezifische Sehnsucht nach dem statischen Bild immer wieder neu erwachen. Und es sind nicht die übelsten Zeitgenossen, die meine Bilder, Landschaftsgenesen in "Öl auf Leinwand", mit engagierter Leidenschaft betrachten, dann und wann auch kaufen und mit ihnen leben. Unter den Käufern und Käuferinnen finden Sie den bekannten Schriftsteller ebenso wie den Umweltaktivisten oder Architekten. Ihnen vorzuwerfen, einem heillosen Bazillus der reinen Nostalgieseligkeit verfallen zu sein, greift völlig ins Leere. Das Wort ist Geist und das stille Bild kann Gedanken und Empfindungen in Form und Farbe zu einer dem Wort analogen Entität verhelfen, so dass neben den Filmprojektionen und ihren mulitmedialen Spielarten damit gerechnet werden muss, dass auch in naher und ferner Zukunft Wort und Bild in der traditionellen, technisch bescheidenen Realisierungsweise ein Leben beschieden ist, das dem Menschen offenbar dank einer ihm innewohnenden Konstante gegen alles "neue" Sehen und gegen alle "neuen" Sehgewohnheiten eine Daseinsberechtigung zuweist, die aus dem Leben schöpft und das Leben reflektiert.

Ich erinnere daran, was im Anfang des Johannes-Evangeliums geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne das Wort ist auch nicht eines geworden, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen." Darauf ist nicht unwesentlich die Kultur des europäischen Abendlandes gebaut. Man darf sich allerdings fragen, und darin muss ich Herrn Schmidt Recht geben, ob unsere "Kultur" noch weiterhin bereit, willens und fähig ist, jenseits aller konfessionellen Bedingtheiten, auf dieses lebendig machende Wort für unser persönliches Leben und das der ganzen Schöpfung zu hören. Es würde uns jedenfalls allen gut anstehen.


Stephan Jon Tramèr, Künstler, Basel



"Flüchtigkeit der beweglichen Bilder weckt Sehnsucht nach dem statischen Bild"

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über Ihre Hypothese gelesen, die Sprache verliere im Zeitalter der multimedialen beweglichen Bilder ihre Vormacht. In aller Kürze umreissen Sie mittels dreier Beispiele aus der Videokunstszene ihre Vermutung. Die durch die vorgeführten Beispiele suggestiv erscheinende These erscheint auf den ersten "Blick" einleuchtend. Selbstverständlich stehen Sie damit nicht allein. Seit den Anfängen der Internet-Technologie und deren rasanten Ausweitung in globaler Dimension ist die Diskussion nie abgebrochen, ob das geschriebene Wort überhaupt noch eine Zukunft habe. Die philosophische Erörterung darüber ist seither ebenso grenzenlos wie kontrovers.

Ihre These mutet mich darum etwas altbacken an, weil seither Beobachtungen nicht ausgeblieben sind, welche die Wirkungsmacht des Wortes keineswegs aufs Abstellgleis rangieren, sondern ihr parallel zu den neuen technischen Möglichkeiten eine veränderte, jedoch keineswegs überholte Bedeutung zuweisen. Dafür gibt es genügend Beispiele. Es wird nach wie vor geschrieben und gelesen und es werden Bücher gedruckt. Eben ist das Buch der Bücher, die Bibel, in der Version der landesweit etablierten Zürcher Übersetzung neu redigiert und editiert worden. Immer noch sind bedeutende Zeitungen im Umlauf. Artikel werden verfasst, Nachrichten werden verbreitet, Kommentare werden abgeliefert.

Zeitgenossen, welchen das geschriebene Wort ein unverzichtbares Gut ihrer Kultur ist, können trotz Videoinstallationen und Beamerprojektionen nicht einfach als einem Auslaufmodell hinterherhächelnde Konservative abgeschrieben werden. Ebenso gilt auch für die Malerei, wie ich sie seit vielen Jahren betreibe, dass nach klassischem Muster mit Farben auf Leinwand erzeugte "stille" Bilder ihre Daseinsberechtigung beibehalten. Man sieht sich seit Jahren mit dem "Tod des Bildes" konfrontiert. Dieses Gerede möchte ihre Verbreiter als avantgardistische Pioniergeister wichtig erscheinen lassen.

Meine persönliche "Feldforschung", wie das gemalte Bild rezipiert wird, belehrt mich eines anderen. Gerade die ungeheure Flüchtigkeit der beweglichen Bilder lässt das Bedürfnis und eine spezifische Sehnsucht nach dem statischen Bild immer wieder neu erwachen. Und es sind nicht die übelsten Zeitgenossen, die meine Bilder, Landschaftsgenesen in "Öl auf Leinwand", mit engagierter Leidenschaft betrachten, dann und wann auch kaufen und mit ihnen leben. Unter den Käufern und Käuferinnen finden Sie den bekannten Schriftsteller ebenso wie den Umweltaktivisten oder Architekten. Ihnen vorzuwerfen, einem heillosen Bazillus der reinen Nostalgieseligkeit verfallen zu sein, greift völlig ins Leere. Das Wort ist Geist und das stille Bild kann Gedanken und Empfindungen in Form und Farbe zu einer dem Wort analogen Entität verhelfen, so dass neben den Filmprojektionen und ihren mulitmedialen Spielarten damit gerechnet werden muss, dass auch in naher und ferner Zukunft Wort und Bild in der traditionellen, technisch bescheidenen Realisierungsweise ein Leben beschieden ist, das dem Menschen offenbar dank einer ihm innewohnenden Konstante gegen alles "neue" Sehen und gegen alle "neuen" Sehgewohnheiten eine Daseinsberechtigung zuweist, die aus dem Leben schöpft und das Leben reflektiert.

Ich erinnere daran, was im Anfang des Johannes-Evangeliums geschrieben steht: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne das Wort ist auch nicht eines geworden, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen." Darauf ist nicht unwesentlich die Kultur des europäischen Abendlandes gebaut. Man darf sich allerdings fragen, und darin muss ich Herrn Schmidt Recht geben, ob unsere "Kultur" noch weiterhin bereit, willens und fähig ist, jenseits aller konfessionellen Bedingtheiten, auf dieses lebendig machende Wort für unser persönliches Leben und das der ganzen Schöpfung zu hören. Es würde uns jedenfalls allen gut anstehen.


Stephan Jon Tramèr, Künstler, Basel


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"Personenwagen entfernt sich nach Kollision mit Velo von der Unfallstelle"

Polizei Basel-Landschaft
Titel einer Medienmitteilung
vom 28. Mai 2019
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In solchen Fällen schalten die PWs den Flucht-Autopiloten ein.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.