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"Statement der modernen Frau": Schwangere, Nichtschwangere

Das hautenge T-Shirt über dem prallen Bauch

Schwangere präsentieren ihre Formen erotisch – Nicht-Schwangere zeigen sich im Schwangerschafts-Look


Von Xenia Keller


Verkehrte Welt – vorbei mit Verdecken und Verstecken: Schwangere Frauen demonstrieren ihren Baby-Bauch mit hautengen Shirts, während Leerbauchige die Umstands-Mode zelebrieren. Schwangerschaft bekennen ist Trend.


Breitbeinig wankt die hochschwangere Frau, wohl gegen Mitte dreissig, durch die Basler Freie Strasse. Stolz streckt sie ihren stark gewölbten Bauch von sich, in einem grossen Kreis bildet sich der Nabel am eng anliegenden, rabenschwarzen Shirt ab, das wie eine zweite Haut den gespannten Leib umschliesst.

Was früher intim hinter weiten Umstandskleidern abgeschirmt und bestenfalls dem Ehemann oder Partner zugänglich war, lässt heute ungeniert die gesamte Allgemeinheit am künftigen Mutterglück teilhaben. Tarnsichere Latzhosen und wehende Fahnen um den gesegneten Leib dagegen, wie sie die Krone der Schöpfung in den Nachwehen der Hippie-Zeiten anschnallte, sind out. Schwangerschaft ist kein Grund mehr, die Garderobe zu wechseln, um den Bläh-Bauch zu verstecken – ganz im Gegenteil.

"Ich ziehe einfach weiterhin das an, was ich im Schrank habe", erklärt pragmatisch die Psychologin Katharina Balmer Koechlin (Bild), selbst hochschwanger, ihr eng anliegendes Oberteil, für das sie sich am betreffenden Tag entschieden hatte. Vielleicht gerade "in Zeiten der Krise" frage sich die gewölbte Frau, ob sich die Anschaffung einer komplett neuen Textil-Garnitur für nur wenige Monate der Expansion lohne, denn Umstandsmode sei "cheibetüür", wie Frau Balmer weiss.

Schwangere stolz auf ihren Bauch

Allein schon aus diesem Grund ziehen in auffälliger Häufung Frauen durch die Strassen, die ihren Nachwuchs verheissenden Kugel-Bauch liniengetreu zur Schau stellen. Katharina Balmer vermutet aber mehr dahinter: "Das weibliche Körperbewusstsein hat sich verändert und die Frauen trauen sich viel eher zu zeigen, dass sie schwanger sind." Verkäuferin Jenny Huber vom "Nuggi-Huus" bestätigt: "Enganliegendes verkauft sich sehr gut, besser als Schlabbriges." Das kulturelle Selbstverständnis der Frauen sei offenherziger geworden. "Schwangere sind stolz auf ihren Bauch."

Bei einem Blick über die Rundungen scheint es geradezu, als wollten die Frauen ihre gute Hoffnung absichtlich stark betonen. Einen sinnlichen Aspekt des drallen Baby-Bauchs weist Balmer zwar lachend von der Hand: "Das hat für mich überhaupt nichts mit Erotik zu tun". Sie vermutet aber: "Der bewusste Entscheid, den Bauch zu zeigen, ist ein Statement dafür, dass sich Schwangere heute nicht mehr verstecken müssen."

Auch die Baslerin Astrid Hänggi, Mutter von drei Kindern, verbarg ihre Rundungen damals unter weiten Röcken: "Schwangerschaft war halt ein offensichtliches Bekenntnis zur Sexualität", bedenkt sie und erinnert sich weiter: "Damals geisterte noch die 68er-Anti-Baby-Philosophie herum, wonach es ohnehin zu viele Menschen auf der Erde gebe." Die schwangere Therapeutin Katharina Balmer dagegen nimmt heute einen ganz andern öffentlichen Anspruch wahr: "Im Zusammenhang mit der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft sind Kinder heute wieder sehr erwünscht."

Hollywood machts vor

Dass sich Basels Kinderzimmer wieder füllen, bestätigen auch die Zahlen. Seit acht Jahren sei die Geburtenrate wieder steigend, bekräftigt Luciano Lippmann vom Statistischen Amt. Weshalb das so ist, bleibe aber im Dunkeln.

Auf jeden Fall ist die werdende Mutter absolut trendy. In der Klatsch-Presse trifft sie auf unzählige kuglige Genossinnen aus Hollywood: Angelina Jolie, Gwen Stefani und Nicole Richie sind nur drei von vielen gestandenen Cracks aus dem Showbusiness, die sich bis zum Überdruss mit Trommelbauch ablichten lassen – als seien sie die Einzigen auf dem Erdball, die je einem Kind den Weg in die Welt ermöglicht hätten. Kinderlose Stars wie Jennifer Aniston und Eva Longoria tragen derweil den Wunsch nach freudiger Erwartung mit sich und träumen in den Medien lautstark von einer kleinen Nachfolge.

Schwangerschafts-Mode für Nichtschwangere

Doch während sich Nachwuchs-Mamis überaus körperbetont in Szene setzen, verschwinden Schlanke und Ranke in Stoffstücken, die unter sonoren Namen wie "Babydoll", "Tunika" und "Empire-Stil" über dem Ladentisch gehandelt werden. Diese sind zumeist dicht unter den Brüsten aufgezügelt und lassen viel Stoff schön flatterig über den Bauch herunterfallen als kündige sich in diesem schon das Wir-Gefühl an. "Weit ist Trend", erklärt Beraterin Monika Burkart aus der Basler "Globus"-Damenkonfektion den textilen Paradigma-Wechsel. "Mode muss stark wechseln, damit sie augenfällig wird", erklärt Profi Burkart den aktuellen Fashion-Schrei der Flachbauchigen in einer Zeit, in der nicht einmal knochendürr dünn genug ist.

Also weg mit Hüfthose, Bauchnabel-Freiheit und Fettquetscher-Jeans - adieu dem engen an Männer-Mode orientiertem Kleider-Chic - seit gegen drei Jahren flattert es ziemlich trächtig um die Hüften der Nichtschwangeren. Gülsen Frentzel, Verkäuferin und Beraterin in der Damenkonfektion des "Pfauen" in Basel, bestätigt diesen Eindruck: "Unter uns nennen wir diesen Stil Schwangerschaftsmode."

Das emanzipatorisch Weibliche

Bezeichnenderweise kommen Ex-Schwangere ob dem neuen Trend ins Stutzen: "Viele, die schon Kinder geboren haben, fragen mich, ob sie in den weiten Teilen nicht wieder schwanger aussähen", bekräftigt Monika Burkart. Von den 18- bis 50-Jährigen seien es durchs Band Schlanke, die sich modisch künstlich schwängern – und darin erst noch gut aussähen, ergänzt Verkäuferin Gülsen Frentzel.

Wollen sie tatsächlich Schwangerschaft supponieren und den Reiz der Reproduktion vorfühlen? Psychologin Balmer glaubt nicht, dass der Schwangerschafts-Look einen unterbewussten Kinder-Wunsch zum Ausdruck bringe. "Im Umstands-Stil zeigen sich nichtschwangere Frauen von einer verspielt-romantischen, geheimnisvollen Seite", die vielmehr ein "modernes weibliches Körperbewusstsein" zum Ausdruck bringe.

Dem maskulinen Erscheinungsbild mit Veston und Hose kehrt die moderne Frau den Rücken. Mit dem Flatter-Look zelebriert sie eine neue Weiblichkeit – und vielleicht sogar ein postemanzipatorisches neues feminines Selbstverständnis.

31. August 2009


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"Sein Ersatz, Denis Zakaria, ist ein Versprechen für die Zukunft, gestern war er ein Ballfriedhof der Gegenwart."

Basler Zeitung
vom 4. Juni 2018
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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".