© Foto by OnlineReports.ch
"In der Schweiz Nummer eins werden": Schweizer Bertelsmann-Online-Geschäftsführer Martin Lütscher

Bertelsmann startet Schweizer Online-Media-Shop

Der deutsche Verlags-Gigant will im Schweizer E-Commerce ganz vorn dabei sein / Interview mit Martin Lütscher, dem Leiter des Schweizer Geschäfts


Von Peter Knechtli


Der deutsch-amerikanische Multimedia-Konzern Bertelsmann lancierte am 29. Oktober seinen Online-Medienshop in der Schweiz. Schon bald will er in Europa, aber auch hierzulande die Marktführerschaft übernehmen. Martin Lütscher, Chef von Bertelsmann Online Schweiz, rechnet mit rasantem Verkaufs-Wachstum - jeden Monat um 10 bis 15 Prozent.


ONLINE REPORTS: Herr Lütscher, welches ist das strategische Ziel der Präsenz von Bertelsmann Online in der Schweiz?

Martin Lütscher: Wir wollen im Schweizer Online-Buchhandel ganz klar die Nummer eins werden - sowohl in Zahlen wie bezüglich technischer und inhaltlicher Kompetenz.

ONLINE REPORTS: Ist der Schweizer Markt gross genug für eine eigene schweizerische Internet-Plattform?

Lütscher: der Schweizer Markt ist auf alle Fälle gross genug und ich bin überzeugt, dass durch die Hardware-Penetration in der Schweiz mit über 20 Prozent Internet-Zugang und durch die Lesebegeisterung sogar ein wachsender Markt entsteht.

ONLINE REPORTS: Zum Start bieten Sie hauptsächlich Bücher zur Online-Bestellung an. Welchen Mehrwert hat die Kundschaft, wenn sie bei Ihnen Bücher online einkauft?

Lütscher: Der Mehrwert besteht im Service-Bereich. Innerhalb der Schweiz ist jede Bestellung portofrei, wir verlangen auch keinen Kleinmengen-Zuschlag. Die Zielsetzung ist auch, wenn nicht die Probleme bei der PTT weiter bestehen, die Anlieferung innert einem bis zwei Tagen. Wir bieten auch einen Geschenkservice mit allem Drum und Dran. Zudem werden wir in nächster Zukunft auch Chat-Rooms mit berühmten Autoren anbieten.

ONLINE REPORTS: Wie wollen sie die Kundinnen und Kunden an Ihre Plattform binden?

Lütscher: Das Erfolgserlebnis ist der gute Service. Wenn der Service stimmt, wird der Kunde wieder zu uns kommen. Auch wollen wir New-Letters und entsprechende Kundenbindungsprogramme wie Bonus-Punkte entwickeln.

ONLINE REPORTS: Welche Konsequenzen hat Ihr Vorstoss im Schweizer Online-Buchhandel auf den traditionellen Schweizer Buchhandel. Gerät er noch stärker unter Druck?

Lütscher: Aus meiner Sicht nicht. Denn ein cleverer Buchhändler wird sich auf gewisse Nischen und Qualitäten konzentrieren. Wer aber vor sich hin schläft, wird Umsatz verlieren.

ONLINE REPORTS: Welches sind in der Schweiz Ihre Haupt-Konkurrenten im Online-Buchhandel?

Lütscher: Orell Füssli ist ein ernstzunehmender Konkurrent, aber auch Libronetto, der jetzt von Bücher.de übernommen worden ist. Verschiedene weitere deutsche Anbieter haben sich angekündigt, sind aber noch nicht präsent. Amazon ist in der Schweiz im Moment kein Konkurrent.

ONLINE REPORTS: Bücher.de, der zweitgrösste Internet-Buchhändler in Deutschland, hat eben das Geschäft des bisher grössten Schweizer Online-Buchhändlers, der Schneebeli AG in Winterthur, übernommen. Kommt es in der Schweiz zu einem virtuellen Duell der deutschen Verlaugshäuser?

Lütscher: Ja, das könnte so sein. Die Schweizer haben sicher in gewissem Sinn den Anschluss verpasst, aber wohl auch die massiven Investitionen gescheut. Bertelsmann hat bisher rund eine Milliarde Franken ins Onlie-Geschäft investiert.

ONLINE REPORTS: Wie sind heute die Marktanteile im Schweizer E-Buchhandel?

Lütscher: Bis heute Morgen sind Libronetto und Orell Füssli die beiden grössten Anbieter.

ONLINE REPORTS: Welchen Marktanteil will Bertelsmann Online Schweiz innerhalb der nächsten drei Jahre erreichen?

Lütscher: In drei Jahren wollen wir klar die Nummer eins sein. Wir rechnen mit einem Marktanteil von 30 und 50 Prozent.

ONLINE REPORTS: Wie steht es um den Abstand zwischen Bertelsmann und dem weltweit führenden Internet-Buchhändler Amazon.com?

Lütscher: Man hörte Gerüchte, dass Amazon in die Schweiz kommen wird. Aber derzeit ist der deutschsprachige Verkauf dieses Anbieters in der Schweiz noch äusserst gering. Amazon wird in den USA nicht überholbar sein. Aber europaweit wollen wir die Nummer eins sein.

ONLINE REPORTS: Die Preisbindung im Buchhandel fällt, die Margen fallen. Kann mit Bücherverkauf noch Geld verdient werden?

Lütscher: Die fallende Preisbindung ist nicht unbedingt ein Margenkiller. Vor allem bei den Bestsellern fallen die Preise um vielleicht zehn bis 20 Prozent, aber bei den Standard-Titeln werden die Preise tendenziell steigen.

ONLINE REPORTS: Wieviel Umsatz generiert Bertelsmann Online europaweit?

Lütscher: Im Rumpfjahr 1999 sind es 36 Millionen Schweizer Franken.

ONLINE REPORTS: Wann wird BOL Schweiz erstmals Gewinn ausweisen?

Lütscher: Bis der Break even ereicht ist, sind zumindest fünf Jahre nötig.

ONLINE REPORTS: Wie stark ist Ihr Schweizer Team und wie gross ist das derzeitige Bücher-Angebot?

Lütscher: Derzeit sind wir sechs Leute, bis Ende Jahr werden es gegen zehn Personen sein. Alle 23'000 lieferbare Schweizer Titel sind in unserem Angebot.

ONLINE REPORTS: Bekanntlich will es Bertelsmann nicht beim Verkauf von Büchern bewenden lassen. Welche neuen Produktegruppen wollen Sie als nächstes online anbieten?

Lütscher: Schon nächsten Frühling werden wir etwa 500'000 Music-CD- und Video-Titel anbieten. Wir offerieren neben Büchern heute bereits Audio Books, die direkte Hörproben erlauben.

ONLINE REPORTS: Planen sie in der Schweiz Kooperationen mit andern Verlagshäusern oder mit Retail-Unternehmen?

Lütscher: Wir planen Kooperationen mit grossen Verlagshäusern, um Verkehr auf unsere Online-Plattform zu lenken.. Wir sind aber auch offen für für Partnerschaften im Buchhandel, die Verkehr auf unsere Homepage bringen.

ONLINE REPORTS: Hat die Kundschaft einen preislichen Vorteil, wenn sie online bestellt?

Lütscher: Sie hat keinen Preisvorteil, aber auch keinen Nachteil. Der Vorteil ist ganz klar die Bequemlichkeit, indem der Kunde 24 Stunden pro Tag und sieben Tage pro Woche bestellen kann.

ONLINE REPORTS: Wieviele Bücher wollen Sie in der Schweiz im Jahr 2000 online verkauft haben?

Lütscher: Wir wollen eine monatliche Steigerungsrate von 10 bis 15 Prozent. In Deutschland werden in guten Tagen bis 2'000 Bücher pro Tag verkauft.

ONLINE REPORTS: Warum lautet die Internet-Adresse überhaupt "www.bol.com" und nicht "www.bol.ch"?

Lütscher: Eine Luzerner Anwaltkanzlei hatte bereits 1997 ein Projekt unter dem Namen "bol.ch" reserviert. Wir haben uns mit dieser Interessengemeinschaft darauf geeinigt, dass diese Adresse in absehbarer Zeit uns gehören wird.

29. September 1999


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".