© Foto by Peter Knechtli
Terror-Regime: AfghanischeFrauen in der "Burqua"-Kleidung

Für die Frauen ist das Afghanistan der Taliban die Hölle

Eine weltweite E-Mail-Petition erinnert an das Leiden der Afghaninnen und fordert die Wiederherstellung der Frauenrechte


Von Ruedi Suter


Mit der Herrschaft der Taliban haben die Frauen Afghanistans alle Rechte verloren. Arbeits-, Ausgeh- und Ausbildungsverbote, Kleiderzwang, Unterjochung, Misshandlungen und willkürliche Tötungen von Frauen treiben immer mehr Afghaninnen in Depressionen, Wahnsinn und Selbstmord. Mit einer E-Mail-Petition, die zurzeit in der Schweiz kursiert, versuchen Amerikanerinnen das Leiden der Afghaninnen in Erinnerung zu rufen sowie die UNO und die USA zu einer festen Haltung gegenüber den fundamentalistischen Taliban anzuhalten.


Auf die brutale Unterdrückung der afghanischen Frauen durch die Taliban-Milizen und ihre Regierung in Kabul macht jetzt die Brandeis-Universität in Boston aufmerksam. Sie setzte per E-Mail eine Petition in Umlauf, die unterdessen auch die Schweiz erreichte und weltweit Unterschriften sammelt, um ihr Entsetzen auszudrücken, die schlimme Lage der Afghaninnen in Erinnerung zu rufen und die Respektierung der Menschen- und Frauenrechte in Afghanistan zu fordern.

Krieg gegen das Weibliche

Der von Melissa Buckheit verschickte Petitionstext enthält Schilderungen, die von Amnesty International (AI) im Jahresbericht 1988 und anderen Menschenrechtsorganisationen weitgehend bestätigt sind. Demnach führen die Männer der fundamentalistischen Taliban - sie schossen sich 1996 an die Macht - einen regelrechten "Krieg" gegen die Frauen.

Anti-Frauen-Dekrete der Taliban verbieten den Mädchen den Schulbesuch und den Frauen, das Haus zu verlassen und ihren Berufen als Professorinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen, Anwältinnen, Künstlerinnen usw nachzugehen. Ebenso verboten ist es den Frauen, eine Arbeit zu suchen, eine Ausbildung zu machen oder sich ohne Begleitung eines männlichen Verwandten auf der Strasse zu zeigen.

Freie Haut kann tödlich sein

Zum Taliban-Terror gehört auch, dass sich Frauen in der "Burqua"-Kleidung nur völlig eingemummt in der Öffentlichkeit sehen lassen dürfen. Eine Frau wurde laut Petition von einem fundamentalistischen Mob totgeprügelt, weil ihr beim Autofahren das Tuch vom Arm rutschte. Eine andere Frau wurde gesteinigt, weil sie mit einem Mann flüchten wollte, der nicht ihr Verwandter war. Gemäss AI werden Frauen und Mädchen von den Taliban wegen Nichteinhaltung der Dekrete immer wieder gedemütigt, geschlagen und misshandelt. 1996 wurde in Kabul einer Frau das vordere Daumenglied abgeschnitten - weil sie Nagellack trug.

Aber auch daheim machen viele Frauen die Hölle durch. Die Fenster müssen mit Farbe undurchsichtig gemacht werden, dass sie von aussen niemand sehen kann; und beim Gehen dürfen sie nicht gehört werden. "Frauen machen beim kleinsten Vergehen Todesängste durch", heisst es in der Petition. Die fundamentalistischen Gatten hätten im Haus (wie auch draussen der Mob auf der Strasse) das Recht über Leben und Tod einer "unfolgsamen" Frau. Ehemals berufstätige Frauen jedoch, die keine Männer oder Verwandten haben und nicht arbeiten dürfen, verhungerten oder riskierten das Betteln in den Strassen.

Depressionen, Wahnsinn und Freitod

Da die meisten Hilfsorganisationen aus Protest das Land verlassen haben, sind die traumatisierten Afghaninnen medizinisch und psychologisch alleine gelassen. Der andauernde Terror der Taliban - er richtet sich auch gegen aufgeschlossene Männer und politische Gegner - hat die Zahl der schweren Depressionen und Selbstmorde unter der weiblichen Bevölkerung in die Höhe schnellen lassen.

Melissa Buckheit zitiert einen Journalisten, der sich in eines der wenigen Frauenspitäler Zutritt verschaffen konnte und völlig apathische Frauen vorfand, denen jeder Lebenswille verloren gegangen sei. Andere seien wahnsinnig geworden, hätten sich in eine Ecke gedrückt oder hin und her wippend Angstschreie ausgestossen.

Rechte für Afghaninnen gefordert

Schliesslich nimmt der Petitionstext Bezug auf die Situation vor der Machtübernahme durch die Taliban . am 27. September 1996. Damals hätten die Afghaninnen eine relative Freiheit genossen - bei der Arbeit und Ausbildung ebenso wie bei der Kleidung und beim Ausgang. Dass unterdessen zahlreiche Frauen in Depressionen stürzten und sich das Leben nehmen, müsse mit dem abrupten Entzug aller Rechte und Freiheiten erklärt werden.

"Mit unserer Unterschrift erklären wir die jetzige Behandlung der Frauen in Afghanistan für unakzeptabel", schliesst die Petition. Frauen dürften, egal wo auch immer, heutzutage nicht mehr als "Untermenschen" oder Besitz behandelt werden. "Gleichberechtigung und Menschenwürde ist ein Recht, egal ob in Afghanistan oder sonstwo auf der Welt."

Internet-Recherchen von OnlineReports bei der Brandeis-Universität und amerikanischen Frauenrechtsorganisationen ergaben, dass die Petition mit den Unterschriften an die US-Regierung und die UNO geschickt wird. Dies mit der Forderung, bei allen Verhandlungen mit den Taliban die desolate Lage der afghanischen Frauen in den Vordergrund zu rücken. Denn ein Friede ohne die Wiederherstellung der Rechte für die Frauen sei "völlig unakzeptabel".

28. Februar 1999


Afghanische Frauen im Internet:

- Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA)
www.rawa.org


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"Ich masse mir nicht, Tausende von Frauen zu bevormunden"

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vom 14. Juni 2019
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Das massen wir uns natürlich auch nicht.

RückSpiegel


In ihrem Artikel über die Solidarisierung von BVB-Mitarbeitenden mit einem BaZ-Redaktor nahm Prime News auf einen früheren OnlineReports-Beitrag Bezug.

Die Badische Zeitung nahm die OnlineReports-News über den Wechsel von Orthopäden vom Bruderholz-Spital in die Allianz von Universitätsspital Basel und Bethesda-Spital auf.

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In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.