© Fotos by Martin Graf / Christine Valentin / OnlineReports
"Kreative Umgestaltung einer tristen Umgebung": Vandalismus im öffentlichen Raum

Immer cooler, immer krasser, immer riskanter

In der Schweiz begeht schon jeder zehnte Jugendliche Vandalen-Akte


Von Elsbeth Tobler


Versprayte Wände, demolierte Telefonzellen und Autos, aufgeschlitzte Pneus und Polster, zerkratzte Scheiben in Bus, Bahn und Tram - unser Alltag wird in augenfälliger Weise von Aggression und blinder Zerstörungswut geprägt. Was treibt die meist jugendlichen Täter zu Vandalismus? Wie kann man sie von ihrem Tun abhalten? Neben Sensibilisierung, Prävention und Freizeitangeboten soll konsequente Bestrafung helfen.


Mitternacht. Entlang einem Eisenbahngleis huscht ein Mann in dunkler Jeansjacke. Kurz ein Blick nach links, nach rechts, nach hinten. Blitzschnell zieht er seine Spraydosen aus dem Rucksack. Er braucht nur ein paar Minuten, um seine "Karikaturen" auf die Wand zu sprühen. Dann verschwindet er. Eine typische Episode aus Timms* Vergangenheit. Mehrfach wurde der heute 33-jährige Basler von der Polizei festgenommen und zu Geldstrafen verurteilt. Heute besprayt er nur noch offiziell bereitgestellte Flächen. Von Graffitikunst zu leben, ist sein Traum.

Schmiererei oder Kunst?

Seit zwanzig Jahren gehören illegale Graffiti zum Alltagsbild in Schweizer Städten. Anders als die Signaturen ("Tags"), die meist als Schmierereien ohne ästhetischen Gehalt wahrgenommen werden, polarisieren die bunten Wandbilder ("Pieces") die Öffentlichkeit. Sind sie Ausdruck einer Lebenshaltung, ein Stück Jugendkultur, Kunst? Für die Eigentümer der bemalten Objekte sind es Zerstörungen mit oft hohen Folgekosten. Sie erfüllen nach Artikel 144 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) in der Regel den Straftatbestand der Sachbeschädigung. In diese Kategorie fällt vermehrt auch mutwilliger Vandalismus: Demolierte Telefonzellen und Autos, geschändete Grabstellen, ausgebrannte Papierkörbe, aufgeschlitzte Pneus und Polster sowie zerkratzte ("gescratchte") Scheiben in Verkehrsmitteln. Vandalismus an Bahnhöfen, Waggons und Immobilien kostete die SBB im vergangenen Jahr rund acht Millionen Franken. Und allein 2004 wurden im Kanton Basel-Stadt 600 Strafanzeigen wegen illegaler Graffiti registriert. In der Stadt Zürich belief sich im letzten Jahr der Sachschaden durch unerlaubte Sprayereien auf 1,2 Millionen Franken.

Timm sagt, dass Filzstift und Sprühdose schon immer zu seinem Leben gehört hätten. Seit seiner Kindheit verspüre er den Drang, sich mit Kunst im "öffentlichen Raum" auszudrücken. Nicht zuletzt auch als Reaktion auf "seine unfrohe Jugend". Seine Mutter schlägt ihn oft, der Vater hat wenig Zeit für ihn. Timm leidet unter seinen Aggressionen. Mit 22 wird der gelernte Gärtner arbeitslos, trinkt, streift mit einer Clique ziellos durch die Stadt. Auf der Suche nach "Freiheit und Anerkennung" beginnt er, illegal zu sprayen. "Der Sprayer ist stolz, wenn ein Waggon mit seinem 'Teil' durch die Gegend fährt", erklärt er. "Ist es weg, tut es weh." Heute prägten aber auch aggressive Provokateure und gesprayte Hass- und Hetzparolen das Bild.

Die blinden Vandalenakte richten sich meist gegen öffentliches Eigentum, den Staat und damit gegen das Gemeinwesen. "Die Täter sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, unter den Sprayern gibt es allerdings auch ältere", analysiert Martin Killias, Professor für Strafrecht, Strafvollzug und Kriminologie an der Universität Lausanne. Sie seien überwiegend männlich und ausgesprochen gruppenorientiert.

Zersörung "affengeil" empfunden

Kinder, Jugendliche und Heranwachsende wollen dazu gehören. Die Forschung belegt, dass mit dem nachlassenden Einfluss von Familie und Schule der Trend zu informellen Gleichaltrigen-Gruppen, den so genannten Peer Groups, zugenommen hat. Die Jugendlichen suchen spannende Freizeiterlebnisse und Bestätigung ihrer Persönlichkeit. Das ist durchaus positiv. Dominiert aber in einer solchen Gruppe die Aggressivität, tendieren einzelne Mitglieder leicht dazu, dieses Verhalten zu übernehmen und sich kriminelle Techniken anzueignen. Die Hemmschwelle sinkt und setzt einen gruppendynamischen Prozess in Gang, der in einer Spirale der Gewalt münden kann. "Wer in einer solchen Peer Group ist, begeht zehnmal mehr Straftaten als ein Einzelgänger", erläutert Martin Killias die Statistik. "Mitmachen wird zum Muss, sonst ist man draussen."

So verhielt es sich auch bei Schüler Mark,* der in geordneten Familienverhältnissen aufwuchs. Er fand es "affengeil", Parkbänke und Verkehrsschilder zu zerstören, wenn er mit seinen Freunden auf den Bus warten musste. "Das war spontan, nie gross geplant", meint er, der alle bewunderte, die sich nicht an Konventionen hielten. Das Ausleben von gemeinsamen Bedürfnissen war die kollektive Klammer, die die Vandalendelikte erst ermöglichte. Die Clique hörte erst damit auf, als sie erwischt wurde. Laut Killias fällt nur ein geringer Anteil von Jugendlichen und Heranwachsenden durch ein abweichendes und delinquentes Handeln auf.

Oftmals keine tieferen Gründe

Dennoch: "Eine Befragung ergab, dass 10 bis 15 Prozent der Jugendlichen schon einmal oder mehrfach 'vandaliert' haben." Killias sieht es vor allem im Prozess des Erwachsenwerdens begründet, der Unsicherheiten und Probleme mit sich bringe. Etwa bei der Identitätsfindung. Der Reiz, Grenzen zu überschreiten, Potenziale und Möglichkeiten auszuloten und zu experimentieren, bekomme dabei neue Bedeutung. "Denn Jugendliche leben in westlichen Kulturen zunehmend nach dem Motto: cooler, krasser, riskanter, um dem vermeintlich 'öden' Alltag zu entgehen." Im Begehen von zerstörerischen Akten finden sie unmittelbare Bedürfnisbefriedigung, erleben den "Kick", Bewunderung, Macht.

"Sie toben sich aus zum Frustabbau, aus Wut, Rache oder aus Protest - oftmals gibt es gar keine tieferen Gründe", erklärt Martin Killias. "Nicht krimineller Geist steckt hinter vielen zerstörerischen Vergehen, sondern Langeweile, der Wunsch nach Unterhaltung und das Gefühl, megacool zu sein." Anders verhält es sich mit jenen Jugendlichen, die notorisch schwere Vandalendelikte begehen. Hier machen Experten unter anderem soziale und psychische Defizite als Ursachen aus. Oft werden dabei auch übermässiger Alkoholkonsum sowie Begleitstraftaten wie Diebstahl und Hausfriedensbruch beobachtet.

Das alles ist nicht neu. Die starke Individualisierung und Atomisierung der modernen Gesellschaft führt zu Anonymität und einer Schwächung sozialer Bindungen. Gemeinschaftliche Werte, Normen und Verhaltensmuster lassen sich schwieriger vermitteln. Und hier beginnt das Dilemma: Einerseits brauchen junge Menschen heute mehr Orientierung und sind auf regulierende Reaktionen der Erwachsenen angewiesen, andererseits sind die Bedingungen dafür ungünstiger geworden. Unsichere Lebensverhältnisse und unverbindliche soziale Gefüge, mangelnde Geborgenheit, fehlende Perspektiven sowie diffuse Ängste können Aggression und Vandalismus auslösen. In jugendlichen Subkulturen und Migrantenfamilien kommen kulturelle Konflikte und extremistische Tendenzen hinzu.

Strukturierte Freizeit erhöht Hemmschwelle

Genauer betrachtet zeigt sich indes, dass viele Vandalenakte einmalige Taten oder Bagatelldelikte sind - Episoden in der Biografie junger Menschen. Zahlreiche Verstösse bleiben unentdeckt oder werden durch das soziale Umfeld geregelt. Dennoch stellt sich generell die Frage nach strafrechtlichen Konsequenzen. Heute versteht Timm durchaus, dass die Eigentümer der Objekte seine bunten Schriftbilder nicht tolerierten. Doch nach seiner Philosophie waren es keine "Schmierereien", sondern die kreative Umgestaltung einer tristen, anonymen Gegend.

Eltern, Schulen sowie Behörden setzen inzwischen vermehrt auf die Integration Jugendlicher. Graffiti-Beauftragte schlagen weitere legale Sprayflächen, sogenannte "Halls of Fames", vor. Vereinzelt fördern auch private Firmen Spraykunst finanziell. Einige Städte, darunter Zürich, Basel und Bern, bieten den Jugendlichen zum Zeitvertreib "Midnight-Basketball" an. Und die Halle "Brückenkopf Dreirosen Basel" für Spiel, Sport und Fitness soll Mitte 2006 ihre Türen öffnen. Denn man weiss inzwischen: Jugendliche mit einer strukturierten Freizeit weisen eine niedrigere Delinquenzrate auf als jene, die auf der Strasse herumhängen. Allerdings wird die Wirksamkeit der erlaubten Graffiti von Fachleuten bezweifelt, liegt doch gerade auch im Verbotenen ein Reiz.

In der Prävention kommt der mobilen Jugendarbeit besondere Bedeutung zu. Einen eigenen Weg gehen die SBB, indem sie im Kampf gegen Vandalismus und Gewalt auch Schüler einsetzen. Die "Rail Fair"-Schülerbegleitung soll in Zügen und Bussen, die häufig von Altersgenossen frequentiert werden, Präsenz zeigen und Konfliktsituationen entschärfen. Flankierend setzen die SBB auf Sensibilisierung und Aufklärung. Zur "Abschreckung" werden Bahnhöfe aber auch videoüberwacht, die Präsenz der Bahnpolizei wird verstärkt. Zudem wird Vandalismus konsequent zur Strafanzeige gebracht und von den Verursachern Schadenersatz gefordert. Auch wenn viele Bürger durch Überwachungstechniken generell ihre individuelle Freiheit gefährdet sehen: Das SBB-Konzept zeigt in der Westschweiz bereits Wirkung. Vandalismusdelikte an Zügen und Bahnhöfen sind laut SBB stark rückläufig.

Keine Nulltoleranz, aber Strafe muss sein

Vandalismus kann straf- oder zivilrechtlich geahndet werden. Jugendlichen Tätern drohen Geldstrafen sowie die Verpflichtung zu Arbeitsleistungen neben dem Wiedergutmachen des Schadens. Bei über 18-Jährigen sieht das Gesetz Gefängnis oder Bussen vor. Viele Täter sind danach hoch verschuldet. Dennoch verteidigt Kriminologe Killias Sanktionen. "Findet keine Bestrafung statt, ist das geradezu eine Einladung für ein Vergehen." Nulltoleranz nach USA-Muster lehnt Martin Killias zwar für die Schweiz ab, "allerdings dürfen hier auch keine rechtsfreien Räume entstehen, in denen Vergehen toleriert werden", erklärt er. "Man muss den Anfängen wehren, um eventuelle grössere Verbrechen zu verhindern." Im Bereich Vandalismus setzt er auch auf die Entschärfung von Situationen: "Viel wirksamer wäre es, eine gewisse Kontrolle über den Verkauf der Farbsprays auszuüben."

Massnahmen zur Bekämpfung des Vandalismus stossen in der Öffentlichkeit auf breite Zustimmung, denn viele Menschen sehen durch die Zerstörungswut ihre Sicherheit beeinträchtigt. In Stadtvierteln, die von Verwahrlosung und Vandalismus gezeichnet sind, entwickelt sich schnell eine destruktive Dynamik. Martin Killias meint, marode Objekte oder verunsichernde Orte wie etwa Unterführungen könnten gezielt aufgewertet werden, indem man Graffiti und andere Vandalismusspuren schnell entfernt und eine attraktivere architektonische Nutzung anstrebt.

Viele Beispiele zeigen, dass sich die Sensibilität gegenüber Vandalismus gewandelt hat. Was früher oft noch als Dummejungenstreich durchging, kann heute eine Strafanzeige zur Folge haben. Andererseits sollte die Gesellschaft bei Jugendlichen, die eine kleine Regelübertretung begangen haben, die ihnen später leid tut, auch Nachsicht üben. Sie haben eine Chance verdient, die Sache wieder gut zu machen.

* Pseudonym. Name der Autorin bekannt

24. März 2005


LITERATUR

Martin Killias: Grundriss der Kriminologie. Eine europäische Perspektive.. Bern 2002.
Mark Schneider: Vandalismus. Erscheinungsformen, Ursachen und Prävention zerstörerischen Verhaltens sowie Auswirkungen des Vandalismus auf die Entstehung krimineller Milieus. Aachen 2002.


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"SVP-Plakate als politischer Vandalismus"

Lieber Herr Frey, dass Sie wenig Sinn darin erkennen, jungen Leuten Arbeitsplätze zu verschaffen, überrascht mich nicht, wenn ich Ihre politische Herkunft sehe. Dazu braucht es eben ein bisschen mehr Fantasie als nur kurzsichtiges Kostendenken. In einem kann ich Ihnen aber voll zustimmen: Wenn Sie schreiben, es brauche mehr Verantwortungsbewusstsein beim Entfaltungsprozess der Jugendlichen und mehr Willen bei den erzieherischen Aufgaben der Familien. Dazu zähle ich auch die "politische Familie" und deren Verantwortung. Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse und sehe, was zum Beispiel ihre Mutterpartei SVP alles an politischer Umweltverschmutzung fabrizierte wie die Messerstecherplakate (es gäbe noch viele andere Beispiele), die als "politischer Vandalismus" bezeichnet werden muss, so denke ich, dass Sie mit Erziehen am besten mal im eigenen Haus anfangen müssten. Eben im Sinn einer Vorbildfunktion für die Jugend.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Respekt vor den materiellen Werten der Mitmenschen verloren"

Davon einmal abgesehen, dass ich wenig Sinn darin erkenne, wie Herr Heuberger dies vorschlägt, teuer Arbeitsplätze zu 'erkaufen', um auf der anderen Seiten dem Volk das Geld in Form von Steuern wieder aus der Tasche zu ziehen, ist sein Wunsch nach guter Ausbildung und Arbeitsplätzen ja eigentlich zu unterstützen. Die von ihm suggerierte direkte Verbindung zum hier besprochenen Vandalismus bezweifle ich allerdings aufgrund eigener Erfahrung. So bin ich während meiner Gymnasialzeit - und ich wage es, dies als einer der bestmöglichen Ausbildungswege zu bezeichnen - diversen Sprayern begegnet und sogar mehrfach eingeladen worden, diese doch eines Nachts zu begleiten. Ich orte das Problem eher auf erzieherischer Ebene, schienen mir jene Personen doch schlichtweg den Respekt vor den materiellen Werten ihrer Mitmenschen zu missen und teilweise kaum fähig zu sein, die Folgen ihrer Taten zu erkennen. Vielleicht sollten wir künftig darum bemüht sein, dem Entfaltungsprozess der Jugendlichen auch etwas mehr Verantwortungsbewusstsein beizumischen. Bedauerlich, dass die 'moderne' Familie zur Wahrnehmung solch erzieherischer Aufgaben kaum mehr fähig - oder willens - zu sein scheint.


Tommy Frey, Grossrat, JSVP, Basel



"Gebt den Jugendlichen eine gute Ausbildung"

Dabei gäbe es ein einfaches aber effizientes Rezept, um den Grossteil sinnloser Vandalenakte zu unterbinden: Gebt endlich den Jugendlichen eine gute Ausbildung und - noch wichtiger - danach genügend Arbeit, damit ihr Alltag endlich einen Sinn bekommt. Das so genannte "Totsparen" bei allem und jedem ist bestimmt nicht dazu geeignet, diese Unsitte in den Griff zu bekommen. Dies an die Adresse von gewissen populistischen Politikern und einfallslosen Firmen. So, wie’s jetzt läuft, wird die Rechnung für die Allgemeinheit und insbesonders für die Jugend nie aufgehen - höchstens noch für die Aktionäre und das hohe Management.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Riesen-Werbung ist auch eine Form von Vandalismus"

Fahre ich zur Zeit im Tram 2 die Elisabethen hoch zum Bahnhof SBB, begegne ich vor der Einfahrt auf den Centralbahnplatz erst einmal einer Fassadenfahne, welche das Baugerüst um das Hotel Euler verhängt. Es ist Werbung. Genauer: Ein Riesenposter, welches eine mehr oder weniger nackte Dame zeigt, deren Darstellung für irgend ein Parfum oder für irgend eine Trendmarke über dreieinhalb Geschosshöhen hinweg "wirbt". Benutze ich das Tram weiter, springt mir kurz nach Verlassen des Bahnhofs SBB eine Hausfassade in die Augen, immerhin Richard Meyer-Architektur, welche sich in neueren Architekturführern von Basel darstellen lässt, welche mit Hilfe eines Riesenspruchbandes ihren inhaltlichen Leerstand verkündet. Drehe ich an gleicher Stelle den Kopf nach links, lese ich, immerhin noch auf Etagengrösse affichiert, gleiches über den neuen Herzog-& de Meuron-Bau. Werbung ist bewusste "Gestaltung".

 

Dass Werbung inzwischen massiv ins Stadtbild eingreift und sich dabei nicht scheut, Kitsch und Geschmacklosigkeit allen Stadtbewohnern, allen Stadtpassagen, allen Stadtansichten einfach zuzumuten, wird nicht diskutiert. Es wird auch nicht diskutiert, dass solcherlei selbstredend "erzieherisch" wirkt. Was Werbung darf, darf "Jugend" noch lange! Vandalismus zieht Vandalismus nach. Oder: Wer Geschmacklosigkeit und Kitsch als Stadtgestaltung zulässt, muss sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs sich an diese Botschaft hält, dass man nämlich keinerlei Einschränkung in Kauf nehmen muss, wenn man etwas öffentlich mitzuteilen hat.

 

Der eine Vandalismus entsteht jedoch vermutlich doch eher spontan oder, was nachvollziehbar ist, wie Frau Alder dargestellt hat, aus Protest. Der andere, der allgegenwärtigere Vandalismus aber beruht auf Marketingstrategie. Gegen den ersten lässt man wie Herr Thüring "Null-Toleranz" los. Den zweiten sieht man, namentlich als "bürgerlicher" SVP- Politiker, offensichtlich schon gar nicht mehr.


Alois-Karl Hürlimann, Basel



"Jugendliche müssen spüren, dass sie bei uns willkommen sind"

Der vorgestellte Report zum Thema Jugendvandalismus bietet meiner Ansicht nach einen sehr prüfenswerten Ansatz. Was darin nicht auftaucht, ist die Rolle der Gesellschaft, von uns allen. Uns Erwachsenen fällt die Aufgabe zu, die Jugendlichen in die Gesellschaft einzuführen und ihnen da auch eine Mit-Gestaltungsmöglichkeit zu eröffnen. Wir müssen sie spüren lassen, dass sie bei uns willkommen sind und ihnen folgerichtig auch Platz einräumen. Wenn ich die Freiräume, die uns in unserer Freizeit zur Verfügung standen, mit jenen vergleiche, die Jugendliche heute haben, ist die Bilanz bedenklich. Kein Wunder, dass sie sich welche erobern, die mir auch nicht passen. Das Erlernen des Umgangs mit fremdem Eigentum setzt voraus, dass Entfaltungsmöglichkeiten zu Verfügung stehen, ohne dass diese nur mit der widerrechtlichen Aneigung fremden Eigentums zu realisieren sind. Vandalismus ist eine Form der Aneignung fremden Eigentums. Den Schlüssel zum Verständnis dieser Problematik liefert der Unterschied zwischen Besitz und Eigentum.

 

Wer setzt wann wie die Anregungen des vorgestellten Reports um? Es wäre schade, wenn es bei der Vorstellung auf OnlineReports bliebe.


Beatrice Alder, Beatrice Alder



"Auf allen Ebenen eine Null-Toleranz"

Mir fehlt jegliches Verständnis für Vandalenakte, Schmierereien und Zerstörungswut. Man kann dies aber wohl kaum auf eine schwere Kindheit oder dergleichen reduzieren. Viele Jugendliche finden es heute doch einfach nur "cool", solche Taten zu begehen. Dies hat weniger mit der schweren Kindheit zu tun als mit dem schlecht gelernten Anstand und der Erziehung zu Hause und dem Mangel an Verständnis, was "öffentliches Eigentum" anbelangt. Die Schaffung von sogenannten erlaubten Sprayplätzen macht die Sache nicht einfacher und besser, sondern man erreicht nur einen konträren Punkt. Niemand kann mir sagen, dass diese Jugendliche, die "schön" sprayen, gleichzeitig nicht auch für die Tags und Schmierereien zuständig sind. Der Drang nach dem Verbotenen bleibt so oder so, die 68er-Mentalität "Ich bin okay - du bist okay", sollte auch hier nicht zum Tragen kommen! Vielmehr sollte auf allen Ebenen eine Null-Toleranz exisitieren, denn ansonsten werden unsere Stadt, unsere Züge und unsere Umgebung auch weiterhin unnötig verschandelt.


Joël A. Thüring, Grossrat SVP, Basel


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"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
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Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.