© Fotos by Aurel Schmidt, OnlineReports.ch
"Grosse emotionale Wirkung": Landschaftsschützer Rodewald

"Die Schweiz ist eines der am dichtesten besiedelten Gebiete in Europa"

Interview mit dem Landschaftsschützer Raimund Rodewald über den künftigen Umgang der Schweiz mit ihren Landreserven


Von Aurel Schmidt


Tag für Tag wird die Schweiz mehr zugebaut. Umso grössere Bedeutung kommt dem Schutz und der Erhaltung des noch unverbauten Landes durch eine sinnvolle Raumplanung zu. Raimund Rodewald (51), Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Ehrendoktor der Universität Basel, fordert im OnlineReports-Interview verdichtetes Bauen und keine Ausweitung der Bauzonen, um dem Landverbrauch Einhalt zu gebieten.


OnlineReports: In der Schweiz wird jede Sekunde ein Quadratmeter Land verbaut. Und in der jüngsten Vergangenheit hat die Bevölkerung jedes Jahr um ungefähr 120'000 Menschen zugenommen. Stossen wir an eine Grenze?

Raimund Rodewald:
Ich denke schon, nicht nur im Hinblick auf die Zahl der Menschen, sondern auch auf die Nutzungsansprüche, die mit der Bevölkerungsentwicklung auch wachsen, und zwar exponentiell. Wenn alle nicht mehr Ressourcen verbrauchen würden wie im Vorjahr, wäre schon viel gespart. Leider ist es anders. Wir verbrauchen jedes Jahr mehr Boden, Luft und vor allem Energie. Wir haben uns an diese Wachstumszahlen gewöhnt. Es ist sogar so, dass kein Wachstum als etwa Negatives angesehen wird, zum Beispiel in kleinen Gemeinden, weil das heisst: Man entwickelt sich nicht. Entwicklung wird mit Wachstum verwechselt, mit dem Ergebnis, dass der Raum immer knapper wird.

OnlineReports:
Ist das in der Schweiz ein grösseres Problem als in anderen Ländern? Mit dem TGV komme ich zwischen Strassburg und Paris durch keine grösseren Ortschaften. Frankreich hat immense Landreserven, während sich in der Schweiz die Enge spürbar bemerkbar macht.

Rodewald: 75 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz leben in städtischen Agglomerationen und periurbanen Dörfern, die weder Dorf noch Stadt sind. Raumplanerisch nennt man das "Städtenetz Schweiz", was eigentlich ein Euphemismus ist für den Begriff "zersiedelte Schweiz". Auf der Fläche des Landes mit 60 Prozent Alpenanteil ballen sich die Nutzungen. Die Schweiz ist eines der am dichtesten besiedelten Gebiete in Europa. In Holland, das auch sehr dicht besiedelt ist, haben sich grosse Agglomerationen gebildet, aber die Zentren blieb intakt und das offene Land frei. In der Schweiz wurde der Dörflimythos gepflegt, als die Ortschaften längst zu Städten herangewachsen waren. Die zerstreute Dörflikultur hat zu einer Katastrophe geführt.

"Die Menschen nehmen das Pendler-Dasein
auf sich, trotz Staus und Engpässen."




OnlineReports: Jean-Jacques Rousseau hat um 1765 geschrieben, die Schweiz sei eine einzige Stadt. Wenn man die Verhältnisse von damals mit denen von heute vergleicht, muss man sagen, dass die Schweiz urban geworden ist.

Rodewald: Ich bin nicht sicher, ob sie konsequent urban geworden ist. Die Schweiz hat sehr stark vom Dienstleistungssektor und von der Mobilität profitiert. Rund um die Städte herum sind Wohnmaschinen nach dem Modell von Le Corbusier entstanden. Die historischen Zentren sind erhalten geblieben, die Entwicklung hat in der Fläche stattgefunden. Die Hochhäuser stehen an den Stadträndern. Die Raumplanung hat diese Entwicklung gefördert, wie zum Beispiel das Modell Spreitenbach zeigt. Das Ergebnis sind die Pendlerströme. Eine klar erkennbare Urbanisierung hat also nicht stattgefunden.

OnlineReports: Die Industrie hat ihre alten Standorte längst verlassen, und die städtische Schweiz ist jetzt überall anzutreffen. Oerlikon ist die globalisierte Schweiz.

Rodewald: Die Infrastrukturentwicklung, die Autobahn-Programmatik der fünfziger Jahre, die Absicht, die Schweiz mit einem dichten Autobahnnetz zu erschliessen, die Wohlstandsentwicklung haben es möglich gemacht, dass die Menschen ohne Boden leben können. Früher haben sich die Menschen niedergelassen, wo sie Arbeit fanden, heute führt der Spagat zwischen dem Wohnort mit dem Einfamilienhaus im Grünen und dem Arbeitsort zu einer Zerreissprobe. Die Menschen reisen der Arbeit nach und nehmen das Pendlerdasein auf sich, trotz Staus und Engpässen ...

OnlineReports: ... aber zum Nachteil der Landschaft.

Rodewald: Der Pendelverkehr ist der Motor der Zersiedlung. Der alte Reisetraum der Freiheit "Heute hier, morgen dort" ist angesichts der überfüllten Züge und verstopften Strassen zu einem Albtraum und Zwang geworden. Die durchfahrenen Landschaften füllen sich Jahr für Jahr mit Einfamilienhäusern, Lagerhallen und Shopping-Center auf. Die Landschaften der Schweiz haben vor allem eines verloren: ihre Ruhe und Leere.

"Der unverbaute Boden ist nach wie vor
einem enormen Druck ausgesetzt."




OnlineReports: Was heisst nun Landschaftsschutz unter diesen Umständen?

Rodewald: Als unsere "Stiftung Landschaftsschutz" vor 40 Jahren gegründet wurde, hiess Landschaftsschutz vor allem: Schutz der unverbauten Landschaft, Erhaltung der landschaftlichen Perlen, dank zu schaffender Gesetze wie der Raumplanung. Es konnte zum Beispiel verhindert werden, dass das Oberengadin in eine Stadt verwandelt wurde. Damals ging es also vor allem um einen grossflächigen Schutz vor der Verstädterung der Schweiz, wovor schon Burckhardt, Frisch und Kutter 1955 ("Achtung: Die Schweiz") gewarnt hatten.

OnlineReports: Was heisst Landschaftsschutz heute?

Rodewald: Landschaftsschutz heisst vor allem, den Vollzug der geschaffenen Gesetze verbessern und die Krise der Raumplanung endlich an ihrer Wurzel – zu schwaches Gesetz – beheben. Der unverbaute Boden ist nach wie vor einem enormen Druck ausgesetzt. Ein Quadratmeter wird pro Sekunde verbaut, versiegelt, auch privatisiert, unzugänglich gemacht, während wir von der "Stiftung Landschaftsschutz" bestrebt sind, mit dem Sichtbarmachen der fortschreitenden Landschaftszerstörung, mit Rekursen und politischen Interventionen den Gegendruck möglichst hoch zu halten.

OnlineReports: Man kann beobachten, wie das Flachland verbaut und zugedeckt wird mit eingeschossigen Lager- und Güterhallen, um die Überproduktion zu lagern.

Rodewald: Das Mittelland droht ein grosser Korridorraum zu werden, in dem sich Lagerhalle an Lagerhalle, Shopping-Center an Shopping-Center reiht. Die Verödung der zentrennahen Dörfer ist gerade in den letzten zehn Jahren erschreckend vorangeschritten. Gute Beispiele von Dorfentwicklungen sind äusserst selten.

OnlineReports: Hat die Verbauung von freiem Land auch ökologische Folgen? Regenwasser versickert nicht, fliesst in die Kanalisation und verursacht Überschwemmungen.

"Eigentlich betreiben wir
bezahlte Landschaftszerstörung."




Rodewald: Offenbar sind die Rückwirkungen auf die Raumplanung noch zu gering. Mit dem Wasserbaugesetz von 1991 sollte der Hochwasserschutz primär mit raumplanerischen Mitteln gelöst werden. Das ist heute angesichts der starken Bebauung des Landes – manchmal bis in die Gefahrenzonen hinein – gar nicht mehr möglich. Für die dritte Rhone-Korrektur im Wallis müsste sehr viel mehr Land für naturnahe Ufer, Auen und für die Wasserrückhaltung zur Verfügung gestellt werden, um die Hochwasser, mit denen in Anbetracht des Klimawandels gerechnet werden muss, zu fassen.

OnlineReports: Was, wenn nichts in diese Richtung geschieht?

Rodewald: Wir haben es mit Sicherheit mit einer tickenden Zeitbombe zu tun. Das Land, das für die Rhone-Korrektur gebraucht wird – etwa 900 Hektar – ist aber zum grossen Teil entweder Bauzone oder Landwirtschaftsland. Es wird um jeden Quadratmeter gestritten. Es droht für die Rhone daher wieder die Lösung "enges Korsett". Würden die Gefahrenkarten überall in die Ortsplanung aufgenommen, müssten auch Bauverbote ausgesprochen werden. Die fehlerhafte Raumplanung wird beim Hochwasserschutz in die Milliarden gehen.

OnlineReports: Hat die Bauwirtschaft ein Interesse an dieser Entwicklung?

Rodewald:
Die gleiche öffentliche Hand, die die raumplanerischen Fehler begangen hat, muss auch für die entstandenen Schäden aufkommen. Wir bezahlen also doppelt. Eigentlich betreiben wir bezahlte Landschaftszerstörung.

OnlineReports:
Wieweit kommt dem Landschaftsschutz auch eine emotionale Funktion zu? Landschaft vermittelt auch die Möglichkeit zur Identifikation mit der Schweiz. Mit einer Autobahnraststätte oder einer Verkehrsanlage ist das kaum möglich.

"Die Zerstörung der Landschaft ist
mit einer psychischen Belastung verbunden."



Rodewald: Wir kennen drei grosse Landschaftsmodi: die pastorale (antike, sakrale), pittoreske (malerische) und erhabene (beeindruckend, meist alpine) Landschaft. Alle drei haben eine grosse emotionale Wirkung auf den Menschen. Der Erlebnisraum Landschaft ist in Agglomerationsnähe auf ein nüchternes und ernüchterndes Ausmass gesunken. Unsere Stiftung hat von Sozial- und Präventivmedizinern der Universität Bern in einer Studie aufgezeigt, wie stark die Auswirkungen der Landschaft auf unsere Gesundheit sind. Den meisten Menschen ist das nicht bewusst. Ich bin überzeugt, dass die Ausräumung, Zerschneidung, Zerstörung der Landschaft mit einer grossen psychischen Beeinträchtigung verbunden ist. Man kann die Defizite teilweise kompensieren, zum Beispiel durch Konsum oder im Fitness Center, aber die Wirkung des Naturerlebnisses auf unser Wohlbefinden lässt sich damit nicht ersetzen.

OnlineReports:
Wie soll die Entwicklung in geordnete Bahnen gelenkt werden?

Rodewald: Die Gesetzgebung von 1980 hat einiges gebracht, sonst wäre heute alles noch viel schlimmer. Aber jetzt brauchen wir deutlich einen neuen Schub. Die schönen Worte stehen in den Gesetzen, was wir brauchen, ist eine entsprechende Umsetzung. Die Landschaftsinitiative, die von 17 Natur- und Umweltschutz-Organisationen eingereicht wurde, will die Bauzonen für 20 Jahre plafonieren. Dass diese Forderung ohne einschneidende Folgen erfüllbar ist, belegen die offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Raumentwicklung zu den Bedarfsprognosen bis 2030: Bei konsequenter Mobilisierung der inneren Bauzonenreserven ist das Angebot an Bauzonen drei- bis viermal grösser als die Nachfrage, Es gibt also Bauzonen, die für zusätzliche rund zwei Millionen Menschen ausreichen. Wenn alles überbaut ist, was heute eingezont ist, wird die Schweiz nicht wiederzuerkennen sein. Trotzdem will der Bundesrat unter Vorlage eines Gegenvorschlags die Landschaftsinitiative ablehnen.

OnlineReports:
Diese Landschaftsinitiative will also verdichtetes Bauen fördern. Hier Bauzone, dort Raum für Freizeit, Erholung.

Rodewald: Die Landwirtschaft nicht zu vergessen. Jeder Quadratmeter Kulturland, der verbaut wird, muss letztlich durch mehr Dünger (Gift) oder Futtermittelimporte kompensiert oder an einem anderen Ort ersetzt werden.

"Der Ausverkauf der Landschaft geht
mit der Auslagerung der Landwirtschaft einher."




OnlineReports: Das heisst eigentlich, dass wir unsere Landwirtschaftsfläche heimlich nach Polen oder Portugal verlegen.

Rodewald: Der Ausverkauf der Landschaft geht ganz gewiss mit der Auslagerung der Landwirtschaft  einher. Die Holländer haben uns aber einen anderen Weg vorgemacht: Kompakte Siedlungen zur Erhaltung ihrer Landwirtschaftsflächen.

OnlineReports: Wäre auch Bauen in die Höhe eine Lösung?
 
Rodewald:
Ja und nein. Hochhäuser wie in Frankfurt sind aus Platzgründen in unseren Kernstädten gar nicht möglich. Zudem ist die grosse Erschliessungs-Infrastruktur, die auch in die Höhe gehoben werden muss, sehr platzintensiv. Eine wirkliche Einsparung von Bodenfläche ist daher bei uns gar nicht möglich. Die Türme, die derzeit in Zürich, Luzern, Basel geplant und gebaut werden, sind primär Wahrzeichen ihrer Errichter. Ich finde es auch falsch und aus Präjudizgründen gefährlich, sich vom Prinzip der Integration eines Baus in ein Ortsbild zu entfernen. Andererseits können Bauzonen mit einer maximalen Höhenbegrenzung auf neun, zehn Meter im periurbanen Gebiet auch nicht die Lösung sein.

OnlineReports: Wie sieht denn die Lösung aus?

Rodewald: Ich bin klar der Meinung, dass wir uns von den Einfamilienhauszonen verabschieden müssen. Denn wenn wir verdichtet bauen wollen, kommen wir in dezentralen Städten wie Münsingen, Langnau, Langenthal, Uster, Wetzikon nicht darum herum, Kompromisse zu suchen. Es ist möglich, höher und grösser zu bauen, ohne dafür Grünflächen zu opfern. Bauten über 30, 40 Meter erbringen aber in unseren Städten keinen wirklichen Mehrwert. Insbesondere wehre ich mich auch gegen Projekte von Star-Architekten in den Alpen, wie auf dem Klein-Matterhorn, der Schatzalp oder in Melide. Die Gäste, die bei uns Natur und Landschaft suchen, wollen mit Sicherheit keine postmoderne Inszenierung eines Architekten sehen.

"Wenn neu eingezont wird, muss
an einer anderen Stelle ausgezont werden."




OnlineReports: Auch die Hauseigentümer lehnen die Landschaftsinitiative ab. Die Gemeindeautonomie steht quer im Weg. Der Kanton Obwalden wollte die Bauzonenordnung für Reiche durchlöchern, aber das Stimmvolk hat abgelehnt. Demgegenüber haben einige Oberbaselbieter Gemeinden mit ihrer Skepsis und Ablehnung die Realisierung eines grösseren, zusammenhängenden Naturparks stark behindert und der Ökonomie vor der Ökologie den Vorzug gegeben.

Rodewald: Wo Kapital als Immobilie parkiert wird, wo Wertschöpfung im Spiel ist, da ist es schwierig, das Privatinteresse zu brechen. Andererseits sehen viele Behörden ein, dass es nicht so wie bisher weitergehen kann. Die Zersiedlungskosten kommt uns am Ende teuer zu stehen. Ich beobachte auch, dass die Bevölkerung bezüglich Raumplanung sensibilisierter geworden ist. Wo Ortsplanungen umstritten sind, bilden sich Bürgerbewegungen. Der Traum vom Einfamilienhaus im Grünen sitzt tief, und enger zusammenzuwohnen löst Ängste aus. Das ist verständlich. Wir wollen niemandem seinen Besitz wegnehmen, aber Einschränkungen der Eigentumsgarantie sind aus öffentlichem Interesse zum Schutz unserer knappen Ressource Landschaft durchaus zulässig. Deshalb wollen wir darauf einwirken, dass in den Bauzonen intelligent geplant wird. Immerhin gibt uns das Bundesgericht sehr häufig recht, wenn es um Raumplanungsfragen geht. Leider ist aber unser Beschwerderecht zu eng gefasst, um gegen Einzonung wirkungsvoll vorgehen zu können.

OnlineReports: Wer Land in der Bauzone besitzt, ist reich, wer dagegen Land besitzt, das ausserhalb davon direkt an die Bauzone angrenzt, hat nicht viel davon. Muss nach Ihren Vorstellungen nicht die Frage der Abgeltung vermehrt ein Thema werden?

Rodewald:
Wir wollen erreichen, dass die Bauzonen dorthin verlegt werden, wo die Entwicklung erwünscht ist, also in die Nähe der gut erschlossenen Zentren, nicht ausserhalb. Das heisst, wenn eingezont wird, dann verlangen wir, dass an einer anderen Stelle ausgezont wird. Wir müssen also Entschädigungen leisten, und dafür brauchen wir eine Mehrwertabschöpfung. Diese ist seit 1980 gesetzlich vorgeschrieben, aber ausser Basel und Neuenburg haben alle anderen Kantone die Umsetzung verweigert. Bern kennt eine freiwillige Mehrwertabschöpfung. Ohne diese Massnahme kann eine Umzonung nicht funktionieren, dann bleiben wir auf den Bauzonen, wie sie heute sind, sitzen. Bauland wird privat gehortet, wer andererseits bauen will, kann nicht. Allmählich merken die Gemeinden selbst, dass sie in der Falle sitzen.

OnlineReports: Sehen Sie auch positive Entwicklungen?

Rodewald: Die Bevölkerung ist sensibilisiert, aber auch Teile der Politik. Die Regulierung der Fliessgewässer ist positiv zu bewerten, ebenso in der Agrarpolitik seit 1993 die Einführung der ökologischen Direktzahlungen. Der Biolandbau, die Schaffung von Naturparks, die Biotop-Inventare, die Biodiversitäts-Strategie, die Trockenwiesen-Verordnung, das alles sind positive Entwicklungen. Letztes Jahr haben wir durch Vorstösse auch die europäische Landschaftskonvention ins Parlament bringen können, die vorsieht, das jedes Land seine nationale Landschaftsstrategie entwickelt. Positiv ist auch, dass das Parlament entgegen dem Willen des Bundesrats die Mittel für den hoch wirkungsvollen und erfolgreichen "Fonds Landschaft Schweiz", eine Gründung meines Vorgängers Hans Weiss, verlängert hat. Und sogar einige Wirtschaftsunternehmen unterstützen uns. Sie haben gemerkt, dass die Landschaft etwas Wertvolles ist und dass sich ihre Projektförderung mit Blick auf Nachhaltigkeit und auch Klimaschutz imagemässig sehr lohnt.

18. Juni 2010


Zur Person

Interview-Partner Raimund Rodewald (51) ist seit 1992 Geschäftsführer der "Stiftung Landschaftsschutz Schweiz". Er ist promovierter Biologe sowie Ehrendoktor der Universität Basel und arbeitet in Bern. Rodewald gilt als hartnäckiger Verteidiger seiner Aufgabe, die Schweiz vor der totalen Überbauung zu bewahren. Er ist Verfasser des Buchs "Sehnsucht Landschaft. Landschaftsgestaltung unter ästhetischem Gesichtspunkt" (1999), in dem er die emotionale Bedeutung einer intakten Landschaft aufzeigt.

Die "Stiftung Landschaftsschutz Schweiz" wurde 1970 von Pro Natura, dem Schweizer Heimatschutz, der Schweizerischen Vereinigung für Landschaftsplanung, dem Schweizer Alpen-Club (SAC) und dem Schweizer Tourismus-Verband gegründet. Sie strebt die Erhaltung, Pflege und Aufwertung der schützenswerten Landschaft in der Schweiz an und verfolgt dieses Ziel dadurch, dass sie die natürlichen und kulturellen Werte der Landschaft sichert, verteidigt, fördert und unter Umständen wiederherstellt.


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