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"Unausweichlichen Verstrickung": Terror-Opfer Hanns Martin Schleyer

40 Jahre nach dem Mord an Schleyer: Von Staatsraison und Schuld

"Die RAF, der Staat und der Fall Schleyer": Das neue Buch der deutschen Autorin Anne Ameri-Siemens


Von Roland Stark


5. September 1977. Ein Kommando der Roten Armee Fraktion (RAF) stoppt in Köln den Wagen von Hanns Martin Schleyer, erschiesst den Fahrer und drei Sicherheitsbeamte und kidnappt den deutschen Arbeitgeber-Präsidenten.

Die Entführer verlangten die Freilassung von elf Terroristen, darunter die in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim inhaftierten Andreas Bader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin. Um der Forderung Nachdruck zu verschaffen, entführen am 13. Oktober 1977 arabische Terroristen die "Lufthansa"-Maschine "Landshut". Am 18. Oktober 1977 befreit das Sondereinsatz-Kommando GSG 9 auf dem Flughafen von Mogadischu alle in dem Flugzeug festgehaltenen 90 Geiseln.

Wenige Stunden später nehmen sich Bader, Ensslin und Raspe im Gefängnis das Leben. Die unmittelbare Antwort der Roten Armee Fraktion ist die Ermordung Hanns Martin Schleyers. Seine Leiche wird im Kofferraum eines Wagens in der Nähe von Mulhouse aufgefunden. Im Bekennerschreiben das zynische Geständnis: "Wir haben nach 43 Tagen Hanns Martin Schleyers klägliche und korrupte Existenz beendet."

Bereits früher im Jahr hatte die RAF durch spektakuläre Attentate das Land in Angst und Schrecken versetzt. Im April ermordete sie den Generalbundesanwalt Siegfried Buback, im Juli den Vorstandssprecher der Desdner Bank, Jürgen Ponto.

Nach der Entführung von Schleyer befand sich die Regierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt in einer tragischen, fast ausweglosen Zwangslage. Gab sie den Forderungen der Kidnapper nach, bedeutete das die Kapitulation vor dem Terrorismus und die Preisgabe des Rechtsstaates. Trotzte sie der Erpressung, war die Folge mit Sicherheit die Ermordung Schleyers.


"Keine Freilassung, kein Austausch,
keinerlei Konzessionen."



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ieser schwierigen Problematik widmet sich das Buch "Ein Tag im Herbst. Die RAF, der Staat und der Fall Schleyer", das Anne Ameri-Siemens in diesen Tagen vorgelegt hat.

Die Autorin, Jahrgang 1974, lässt in dem informativen und spannenden Buch zahlreiche Zeitzeugen und Publizisten zu Wort kommen, die das dramatische Jahr 1977 aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Den damaligen Justizminister Hans-Jochen Vogel, den nordrhein-westfälischen Innenminister Burkhard Hirsch, beide Mitglieder des Krisenstabes, den Historiker Wolfgang Kraushaar, die Journalisten Stefan Aust und Heribert Prantl, Monika Hohlmeier, die Tochter von Franz Josef Strauss, Klaus Escher, den Anwalt von Astrid Proll und Andreas Bader, den Gefängniswärter Peter Jesse und den Schriftsteller Friedrich Christian Delius.

Anne Ameri-Siemens schildert die Ereignisse aus der Sicht des Opfers und seiner Angehörigen. Besonders eindrucksvoll und bewegend sind deshalb auch die ausführlichen Passagen, in denen sich Hanns-Eberhard Schleyer äussert, der 33-jährige Sohn des Entführten. Während er noch auf eine Verhandlungslösung hoffte, hatte sich der Krisenstab unter Helmut Schmidt längst auf die harte Linie geeinigt: Keine Freilassung, kein Austausch, keinerlei Konzessionen. Hanns-Eberhard Schleyer: "Im Sinne der Staatsraison (...), so hiess es im Nachhinein, hätte man nicht anders handeln können, als den Tod meines Vaters in Kauf zu nehmen. Aber welche Pflicht hat der Bürger gegenüber dem Staat? Geht sie soweit, dass er sich im Sinne der Staatsraison opfern muss?"

Am späten Abend des 15. Oktober 1977, die entführte "Landshut" steht noch auf dem Flugfeld in Mogadischu, entscheidet darüber in einem Eilverfahren das Bundesverfassungsgericht. Die Kläger wollen die Politik zwingen, einen Austausch der RAF-Gefangenen vorzunehmen. Das Urteil gibt der Regierung freie Hand. Der Staat habe "nicht nur eine Schutzpflicht gegenüber dem einzelnen, sondern auch gegenüber der Gesamtheit der Bürger." Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Hanns Martin Schleyers Tod ist besiegelt.

Am 20. Oktober 1977 spricht Helmut Schmidt vor dem Deutschen Bundestag von einer "unausweichlichen Verstrickung" und von "Schuld und Versäumnis", die er nicht auf andere abwälzen könne. Hans-Jochen Vogel schreibt, er habe Schleyers Tod nicht verschuldet, "aber mitverursacht habe ich ihn doch".

Im Buch fehlen leider die Stimmen von ehemaligen RAF-Terroristen. Noch stärker allerdings vermisst man selbstkritische Reflexionen ehemaliger RAF-Anwälte wie Christian Ströbele (Bundestagsabgeordneter der Grünen) und Otto Schily, später Bundesinnenminister in der Regierung Schröder).


"Die Gefangenen bezogen auch Verpflegung
aus einem Stuttgarter Feinkostgeschäft."



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tröbele hat sich weit über die Anwalt/Mandant-Rolle hinaus für die Belange der Terroristen ("Genossen" nannte er sie) einspannen lassen, und Schily hatte in Rom, am Tage der Schleyer-Entführung, die europäischen Länder zum Kampf "gegen den Faschismus in der Bundesrepublik" aufgerufen und die "totale physische und psychische Vernichtung" der RAF-Gefangenen durch den Staat angeprangert.

Auch die sogenannten "fake news" gab es damals schon. In dem Buch liefert der Gefängniswärter Peter Jesse ein gutes Beispiel. Der Philosoph Jean-Paul Sartre besuchte Andreas Bader 1974 in seine Zelle und sprach anschliessend von einer Folterkammer. Sartre hatte aber, wie später herauskam, die Besucherzelle für Baders Zelle gehalten. Die "isolierten" Gefangenen bezogen sechzehn Tageszeitungen, ihre Bibliothek umfasste 300 Bücher, zusätzliche Verpflegung wurde aus einem Stuttgarter Feinkostgeschäft angeliefert.

Im Boden und in den Wänden verborgen waren Schusswaffen, Rasierklingen und 200 Gramm Sprengstoff. Die Gefangenen waren durch ein verstecktes Funksystem miteinander verbunden. Ohne die Hilfe der Anwälte hätte diese unübliche Zellenausstattung nicht hergerichtet werden können.

Das sehr lesenswerte Buch von Anne Ameri-Siemens präsentiert ein Stück Zeitgeschichte, lässt die Atmosphäre der Terrorjahre lebendig werden und bietet auch einen wichtigen Beitrag zur historischen Aufarbeitung. Für eine historisch interessierte Leserschaft eine Pflichtlektüre.

14. März 2017


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"Der Traum von Fahrgemeinschaften wird an der menschlichen Naturscheitern"

Basler Zeitung
vom 21. November 2018
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Das Naturscheitern hat eben seine Auswirkungen auf das menschliche Wesen.

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Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

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Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

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Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernommt auf Jahresbeinn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.

• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

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• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.