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"Er erkundigte sich eingehend": Jacko-Zoo-Guide Peter Studer*

Wie Peter Studer über Nacht zum Begleiter von Michael Jackson wurde

Der frühere Basler Zoo-Direktor führte den "King of Pop" nach Schalterschluss durch das Affenhaus


Von Peter Knechtli


Der frühere Basler Zoo-Direktor Peter Studer kam zu Michael Jackson wie die Jungfrau zum Kind: Als der Mega-Popstar letztmals in Basel auftrat, wollte er unbedingt in den Zoologischen Garten – zu den Menschenaffen.


Er hat die Geschichte bisher diskret behandelt und ist damit nicht hausieren gegangen. Jetzt erzählt Peter Studer (72), von 1994 bis 2005 Basler Zoo-Direktor, OnlineReports exklusiv seine ganz persönliche Begegnung mit Michael Jackson. Es sei eine Story, "die nur entsteht, wenn zwei verschiedene Welten zusammentreffen", sagt der promovierte Zoologe, der "Thriller" mit einem Gänsehaut-Film assoziiert, aber niemals mit einem der grössten musikalischen Verkaufshit aller Zeiten und seinem Protagnisten.

"Es kommt eine VIP der Extraklasse"

Es ist im Sommer des Jahres 1997. Michael Jackson, der einen Schimpansen sein eigen nennt, tritt am 25. Juli jenes Jahres im Basler "Joggeli" auf. Es sollte sein letztes Konzert am Rheinknie sein. Zolli-Direktor Peter Studer sitzt am späteren Nachmittag in seinem Büro, als das Telefon klingelt. Am andern Ende der Leitung spricht ein Zürcher Hotelier und formuliert etwas geheimnisvoll sein Anliegen. Eine VIP der Extraklasse möchte gern inkognito den Zoologischen Garten Basel besuchen. "Gut, er ist willkommen", sagt Studer, "er soll einfach kommen".

Der Hotelier: "Das geht nicht so einfach. Die Leute würden ihn sofort erkennen."

Studer: "Dann muss er halt nach 18 Uhr kommen, wenn der Zolli geschlossen ist."

Doch nun sticht den Zoo-Direktor der Hafer: "Mich nähme nun aber schon Wunder, um wen es sich denn handelt." Der Hotelier will erst nicht so recht, dann lässt er den Namen fallen: "Michael Jackson."

"Aha", entfährt es Studer, der in jüngeren Jahren Leichtathletik trieb. Er denkt sofort an Michael Johnson, der 1995 Weltmeister und ein Jahr später Olympiasieger wurde. "Das ist der 200 Meter-Sprinter, gälle-si". Dann ist in der Leitung längere Zeit Pause. "Nein, Nein, es ist der Pop-Star!"

Peter Studer schildert die Szene, die sich vor zwölf Jahren abgespielt hatte, als sei es gestern gewesen.

Jacko wollte Menschenaffen sehen

So wartete er dann nach Schalterschluss am Gittertor beim alten Haupteingang auf den Super-Promi. "Bald kam ein grosses dunkles Auto angefahren, der Innenraum durch Vorhänge komplett abgeschirmt." Der Wagen rollte ins Zolli-Gelände und drehte nach rechts ab, um sichere Deckung vor unerwünschten Beobachtern zu gewähren. Ihm entstiegen "ganz viele Leute" – bis gegen zwölf Personen -, doch einer fiel ganz besonders auf: Er trug einen Mundschutz auf dem Gesicht, "an dem schon mehr als einmal modelliert worden ist" – Michael Jackson.

Nach der Begrüssung ging der Zoo-Direktor zur Sache: "Was möchten Sie gern sehen?" Jackos Antwort kam wie aus dem Rohr geschossen: "Apes" (Menschenaffen). So gings dann zu Fuss zum Privatissimo in den Menschenaffenbereich des Affenhauses ("hinter uns schloss ich ab"). Der bühnenerprobte Affennarr studierte beeindruckt die Schimpansen, Gorillas und Orang Utans. "Er wollte sehr eingehend von mir wissen, was ich davon halte, dass es Leute gibt, die behaupten, dies seien unsere Vorfahren", erinnert sich Peter Studer.

Gespräch über Darwinismus und Evolution

Daraus ergab sich eine längere Unterhaltung über Anthropologie, Schöpfungsgeschichte, Darwinismus und Evolution. "Er stellte zwischen längeren Pausen immer wieder Fragen. Er war interessiert, aufmerksam, aber auch nachdenklich", resümiert Studer seine spontane, etwa 40-minütige Begegnung mit dem Star, der "den Rest des Zolli nicht sehen wollte".

Dafür überreichte er Peter Studer zum Abschied eine signierte CD. Da der gebürtige Solothurner, der es eher mit Mani Matter oder "bestenfalls noch mit den Beatles" hält, mit der Musik seines maskierten Gastes nichts anfangen kann, beglückte er umgehend Töchter eines Arbeitskollegen mit dem exklusiven Tonträger, den diese wie ein Geschenk des Himmels verehrten.

Beim Vernehmen der Todesnachricht Ende Juni empfand Peter Studer dennoch "ein gewisses Mitgefühl" für die "eher tragische Figur". Er bedauerte aber auch etwas Anderes: "Leider gab es damals noch keine Patenschaften für Schimpansen. Michael Jackson hätte sicher eine übernommen."

* Vor dem Eingang ins Affenhaus des Zoologischen Gartens Basel

3. August 2009

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"Schon der richtige Ort"

Der Jacko hat schon den richtigen Ort ausgesucht, wo er sich wohlfühlte.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Affenhaus – ein neuer Kultort?"

Alle Michael Jackson-Fans der Region wissen jetzt: Wenn sie sich an einen Ort gegeben wollen, wo sich Jacko mit Sicherheit einmal ganz privat aufgehalten hat, dann müssen sie im Zolli ins Affenhaus gehen. Ein neuer Kultort?


Dieter Stumpf, Basel



Danke für diese Sommergeschichte"

Danke Herr Studer und Peter Knechtli für diese wunderschöne Sommergeschichte, "die das Leben schrieb".


Beatrice Alder, auch eine von den "Jackson-Ignorantinnen", Basel


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"Regula Wecker"

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