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"Mit keinem Wort erwähnt": Tabuthema Zwangsheirat

Vom heissen Eisen Zwangsheirat lassen viele gern die Finger

Bei Beratungs- und Integrationsstellen herrscht ein erstaunliches Informations-Vakuum


Von Beat Stauffer


Das Problem der Zwangsehe wurde in der Schweiz lange Zeit tabuisiert oder heruntergespielt. Eine jüngst veröffentlichte Studie und das offensive Auftreten von Aktivistinnen, die gegen Zwangsheirat kämpfen, zwingt Beratungs- und Integrationsstellen zum Überdenken ihrer bisherigen Politik - auch in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland.


"Gewalt wird oft verschwiegen und hat doch viele Namen", heisst es in einer umfangreichen Broschüre mit dem Namen "Julex", die an alle Jugendlichen des siebten bis neunten Schuljahrs in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland abgegeben wird. Das Thema "Zwangsehe" wird aber in der 200-seitigen Informationsschrift, die ausdrücklich auch junge Secondos und Secondas ansprechen soll, mit keinem einzigen Wort erwähnt. Weder im Kapitel über "Gewalt" noch in demjenigen über "Liebe und Sexualität" wird konkret auf diese gravierende Menschenrechtsverletzung hingewiesen, und auch im Index findet man zwar die Stichworte "Zwischenjahr", "Zivilschutz" und "Zigaretten", doch keinen Hinweis auf "Zwangsehe".

Dieser Fall ist keine Ausnahme. Das heikle und vielschichtige Thema "Zwangsehe", mit dem laut einer von der Stiftung "Surgir"(www.surgir.ch) in Auftrag gegebenen Studie auch in der Schweiz vermutlich mehrere tausend junge Migrantinnen konfrontiert sind, wird von den meisten Integrationsfachstellen und Ausländerberatungsstellen heruntergespielt oder gar systematisch unterschlagen. Sowohl auf den Internetseiten der betreffenden Stellen wie auch in Broschüren oder Merkblättern sucht man vergeblich nach diesem Stichwort, das für zahlreiche junge Frauen konkret grosses Leid bedeutet.

Ernüchternde Such-Ergebnisse

Schaut man sich etwa die Internetseiten der Integrationsfachstellen von grossen Deutschschweizer Städten und Kantonen an, so ist das Resultat ernüchternd. Da gibt es zwar eine "kantonale Anlaufstelle rassistische Diskriminierung" (Basel) oder eine "Taskforce interkulturelle Konflikte" (Zürich), die in erster Linie als Anlaufstelle für Jugendliche dienen soll, welche bei der Lehrstellensuche diskriminiert sind. Da wird schon auf der Eingangsseite auf Beratungsstellen für Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind und auf das "Frauenhaus" aufmerksam gemacht.

Wer aber eine Anlaufstelle oder einfach Informationen zum Thema "Zwangsheirat" sucht, wird nicht fündig, und auch bei Eingabe des entsprechenden Suchbegriff bleibt die Ausbeute äusserst bescheiden: Null Resultate in Stadt und Kanton Zürich sowie bei der "Koordinationsstelle Integration" des Kantons Bern, gerade mal ein Hinweis auf einen Zeitungsartikel über das Thema bei der Integrationsfachstelle des Kantons St. Gallen, ein Hinweis auf einen Flyer von Zwangsheirat.ch bei "Integration Basel". Die löbliche Ausnahme der kleinen Recherche, die keine Vollständigkeit beanspruchen kann, bildet die Integrationsfachstelle der Zentralschweiz, die als einzige ausdrücklich auf die vor kurzem ins Leben gerufene Initiative "Zwangsheirat.ch" und deren Homepage aufmerksam macht.

"Bei Fragen oder Schwierigkeiten ..."

Auch professionell geführte Beratungsstellen für Migrantinnen und Migranten geben sich punkto Zwangsheirat äusserst diskret. Die Ausländerberatungsstelle der GGG in Basel, die anerkannt gute Arbeit leistet, fordert zwar potentielle Klienten auf, sich "bei Fragen oder Schwierigkeiten vertrauensvoll an uns zu wenden" - etwa im familiären und erzieherischen Bereich. Doch das konkrete Stichwort "Zwangsheirat", sucht man auf der Website vergebens.

Dieselbe Erfahrung lässt sich auch bei den Beratungsstellen "FABIA" (Luzern) oder "BAFFAM" (Bern) machen: Letztere berät und informiert zwar laut der Homepage unter anderem zu den Themen "Ehe und Partnerschaft" sowie "Kinder und Familie" und will bei "Wert- und Kulturkonflikten vermitteln". Doch all diese Stellen scheuen sich davor, konkreter zu werden, auch wenn die Zwangsehe ein Musterbeispiel eines solchen Wertekonflikts darstellt. Bis heute werde in der Schweiz zum Thema "Zwangsheirat" tatsächlich keine "offensive Informationspolitik" betrieben, sagt Verena Wicki, Stellenleiterin der Luzerner Beratungsstelle FABIA.

Vorbild Zürcher Mädchenhaus

Wie man es besser machen könnte, zeigt die Webseite des Zürcher Mädchenhauses (www.maedchenhaus.ch) eindrücklich. Bereits die Eingangsseite ist optisch zweigeteilt; links finden sich Angaben für Fachleute und Betreuerinnen, rechts für "Girls", die Genaueres erfahren möchten oder Hilfe brauchen. Wer diesen Button anklickt, stösst sogleich auf sehr konkret und in Alltagssprache formulierte Fragen. "Wirst du geschlagen? Erlebst du sexuelle Gewalt? Wirst du eingesperrt und darfst keinen Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen haben?" heisst es da. Und dann folgt auch unumwunden die Frage: "Wirst du gezwungen zu heiraten?" Gleich daneben steht eine - leider etwas weniger konkret formulierte - Kurzfassung dieser Fragen auf Albanisch, Türkisch, Tamilisch und in sechs weitere Sprachen. Unübersehbar ist schliesslich eine Telefonnummer aufgeführt, über die sich Betreffende anonym beraten lassen können.

Nun erfolgt das offensichtliche Verschweigen eines Sachverhalts, um den alle, die mit jungen Migrantinnen arbeiten, seit Jahren wissen, ohne Zweifel aus ehrenwerten Motiven. Im Vordergrund steht dabei die Befürchtung, Migrantenfamilien würden durch eine allzu offensive Behandlung des heiklen Themas verletzt und zusätzlich "stigmatisiert". Vor allem konservative Kreise, so befürchtet etwa Lilo Roost Vischer, projektbezogene Mitarbeiterin von "Integration Basel", könnten durch eine Zwangsheiratskampagne stark unter Druck geraten und sich in der Folge noch mehr abschotten. Dies müsse aber unter allen Umständen vermieden werden.

Umstrittener Begriff "Zwangsehe"

Viele Integrationsfachleute halten zudem den Sammelbegriff "Zwangsehe" für problematisch, ja für "tendenziös" und plädieren dafür, eine Unterscheidung zwischen Zwangsehen und verschiedenen Formen arrangierter Heiraten zu machen, die sie als zulässig erachten, sofern keine Nötigung vorliegt. Dem widerspricht die deutsch-türkische Frauenrechtlerin und Buchautorin Seyran Ates allerdings vehement: Die meisten der so genannt "arrangierten Ehen", sagte sie kürzlich an einem Vortrag in Basel, seien in Tat und Wahrheit ebenfalls Zwangsehen.

Viele Integrationsfachleute befürchten, die öffentliche Debatte um das Thema würde letztlich bloss ausländerfeindlichen Kreisen weitere Munition liefern und das eh schon schwierige Klima zusätzlich vergiften. Das ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Dennoch dürfte auch in diesem Fall das "politisch korrekte" Verschweigen des Problems für die Sache kontraproduktiv sein. Denn die mit Zwangsheiraten verbundenen Dramen gelangen so oder so an die Öffentlichkeit - und sei es an Gerichtsverhandlungen wie jüngst in Bellinzona, wo ein Mordfall im Gefolge einer Zwangsheirat die Öffentlichkeit erschütterte. Vor allem aber wird auf solche Weise den Betroffenen die notwendige Hilfeleistung zumindest teilweise vorenthalten. Wie soll denn eine beispielsweise 16-jährige Migrantin Hilfe in ihrer schwierigen Lage erhalten, wenn das Problem sogar in Broschüren, die sich ausdrücklich an Jugendliche und deren Probleme richten, de facto totgeschwiegen wird?

Langsames Umdenken

Schliesslich wird der Einwand vorgebracht, dass sich die Fachleute in (Jugend-) Beratungsstellen der Problematik durchaus bewusst seien und schon heute ihren Klientinnen auf diskrete, aber effiziente Weise helfen könnten. Das mag stimmen. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Hürde für betroffene junge Migrantinnen nicht zu hoch ist, um an eine solche Stelle zu gelangen - und nicht erst dann, wenn das Unheil schon geschehen ist. Prävention, darin sind sich die befragten Fachleute einig, wäre gerade in diesem Bereich extrem wichtig.

In den Kreisen, die sich professionell mit Integration und insbesondere mit der Beratung junger Migrantinnen befassen, scheint in dieser Hinsicht allerdings ein Umdenken im Gang. Einzelne Fachleute räumen gar ein, es sei vielleicht eine "Unterlassungssünde" gewesen, das Thema so lange nicht angegangen zu haben. "In der Schweiz haben wir in diesem Bereich eindeutig einen Nachholbedarf", sagt etwa Verena Wicki von der Luzerner Beratungsstelle FABIA. Einen "dringenden Handlungsbedarf" vor allem im Bereich der Prävention ortet auch Gerda Hauck von der Koordinationsstelle für Integration der Stadt Bern; dies allein schon aufgrund der vermutlich recht hohen Zahl von betroffenen Frauen auch in der Schweiz. Bern, so Hauck, sei denn auch bereits "heftig daran", ein solches Präventionsprogramm zu entwickeln. Den Anstoss dazu gab ein Vorstoss im städtischen Parlament. Vorgesehen ist eine intensive Aufklärungsarbeit in Migrantenkreisen, aber auch in Schulen und Jugendzentren. Wie die anderen Fachfrauen ist auch Hauck davon überzeugt, dass Beratungsangebote in diesem Bereich unbedingt "niedrigschwellig" sein müssten.

"Diese Dinge direkter ansprechen"

Auch in Basel plädieren alle befragten Expertinnen dafür, die Thematik "sichtbarer" und Beratungsangebote einfacher zugänglich zu machen. "Man würde mehr erreichen, wenn man diese Dinge direkter ansprechen würde", sagt etwa Margrit Becker von der Beratungs- und Opferhilfe gewaltbetroffener Frauen. Becker geht noch einen Schritt weiter: Sie könnte sich vorstellen, dass in Broschüren und auf Internetseiten unmissverständliche Botschaften festgehalten würden - etwa: "Wir setzen uns aktiv gegen Zwangsheirat und genitale Verstümmelung ein."

Bei "Julex", der Broschüre für Jugendliche, steht nach Auskunft von Irene Renz, der Leiterin der Gesundheitsförderung Baselland, zur Diskussion, bei der nächsten Ausgabe neu ein Kapitel über das Thema Zwangsehe einzufügen, und Lilo Roost Vischer befürwortet in Zukunft eine "nationale Hotline" zum Thema "Zwangsehe". Schliesslich unterstützte "Integration Basel" Anfang Dezember eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Zwangsheirat.

Zwar sind mancherorts immer noch Vorbehalte zu spüren, dieses Thema allzu direkt aufzugreifen, und für viele ist die zum Teil sehr polemisch auftretende Frauenrechtsexpertin Seyran Ates und andere Aktivistinnen, die sich vehement gegen die Zwangsehe einsetzen, immer noch ein rotes Tuch. Sie wirke häufig "undifferenziert und dadurch kontraproduktiv", meint etwa Lilo Roost Vischer.

Beratung kann gefährlich sein

Einzelne Fachleute weisen aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die sich bei einer Beratung sowohl für die betroffenen jungen Frauen wie auch für die Beraterinnen selber ergeben können. Zu ihnen gehört Selin B. (Name geändert). Die türkisch-schweizerische Doppelbürgerin arbeitet seit einigen Jahren auf einer Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten und hat im Rahmen einer Weiterbildung eine Seminararbeit zum Thema Zwangsehe verfasst. Selin B. hat in ihrer Beratungstätigkeit regelmässig mit jungen Frauen zu tun, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen. "Einige dieser türkischen oder kurdischen Männer betrachten mich als Verräterin", erklärt B., die ihre Klientinnen in ihrer türkischen Muttersprache berät.

Meist bleibt es bei verbalen Drohungen. Doch ab und zu hat es B. auch mit Männern zu tun, die der Polizei bekannt sind und als gefährlich gelten. Vor solchen Männern, sagt B., habe sie selber Angst, und ihre Institution könne ihr gegen allfällige Angriffe kaum Schutz bieten. Denn wie die meisten Beratungsstellen ist auch die Institution, für die B. arbeitet, "niedrigschwellig", was im Klartext heisst, dass im Prinzip jedermann das betreffende Gebäude betreten kann.

Zwischen Loyalität und selbst bestimmtem Leben

B. weist aber auch darauf hin, wie schwierig die Lage für die betroffenen Frauen werden kann. Dabei decken sich ihre Einschätzungen mit denjenigen anderer Fachfrauen. "Diese jungen Frauen sind zerrissen zwischen der Loyalität zu ihrer Familie und ihrem Wunsch, ein selbst bestimmtes Leben führen zu können", erklärt Selin B . Wagen sie die Rebellion gegen die von der Familie verfügte Eheschliessung, so riskieren sie nicht nur physische Gewalt, sondern auch den vollständigen Ausschluss aus ihrem bisherigen Beziehungsnetz und damit eine grosse Isolation.

"Die betroffenen Frauen riskieren, völlig isoliert zu werden und völlig allein durchs Leben zu gehen", sagt Gerda Hauck von der Berner Integrationsfachstelle. In den meisten Fällen hätten sie noch kein Beziehungsnetz, das sie trage.

Viele junge Frauen schrecken deshalb vor einem solchen Entscheid zurück und fügen sich in die Situation. Eine einmalige Intervention, so die einhellige Auffassung, bringe deshalb nichts und könne für die Betreffenden sogar kontraproduktiv sein. Weil dieser Entscheid derart weitreichende Folgen haben kann, plädieren alle Befragten dafür, sehr vorsichtig vorzugehen und die jungen Frauen auf keinen Fall zu einem Entscheid zu drängen. Zudem sollten die jungen Frauen vorgängig über alle ihre Rechte und Pflichten informiert und bei ihrer Entscheidung unterstützt werden. Für Selin B. ist denn auch klar: "Jede Frau soll sich selber entscheiden, ob sie sich wehren will oder nicht".

Engagement von Migrantinnen und Migranten

Der gelegentlich immer noch etwas defensiv wirkende Umgang zahlreicher Informations- und Beratungsstellen mit dem Thema "Zwangsehe" könnte womöglich durch eine vor kurzem gegründete Initiative mit dem Namen "Zwangsheirat.ch - ein Programm verankert Menschenrechte" eine Entkrampfung erfahren. Denn in diesem Programm, das formell von einem Verein zur Förderung von Tamilisch sprechenden Menschen in der Schweiz ("Katamaran") getragen und aus einer Reihe von Integrationsprojekten heraus entstanden ist, engagieren sich in erster Linie junge Migrantinnen für ihr Recht auf ein selbst bestimmtes Leben.

"Damit wir uns von falschen Traditionen befreien, braucht es unseren vollen Einsatz", sagte die 19-jährige Zuger Gymnasiastin Anu Sivaganesan in ihrem engagiert vorgetragenen Referat anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema "Zwangsehe" kürzlich in Basel. Diesen jungen Migrantinnen und Migranten zu widersprechen, fällt auch denjenigen schwer, welche aus ideologischen oder politischen Gründen das Thema lieber auf kleinem Feuer behandelt haben möchten.

Frauen riskieren ihr Leben

"Zwangsheirat.ch" hat bereits einige öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, eine umfangreiche Dokumentation herstellt, einen Film mit Betroffeneninterviews produziert und eine eigene Webseite (www.zwangsheirat.ch) aufgeschaltet. Die ehrenamtlich arbeitenden jungen Leute wollen bis 2010 ein umfassendes Programm umsetzen, in dem auch Schulworkshops, Plakataktionen, wissenschaftliche Berichte und die europäische Vernetzung vorgesehen sind. Verschiedene Beratungsstellen wollen denn auch schon bald auf ihrer eigenen Webseite auf die neue Initiative verweisen.

Darüber freut sich Marlène Schenk, welche die gesamten Aktivitäten von "Zwangsheirat.ch" koordiniert und sich auch im Rahmen ihrer Lizentiatsarbeit in Sozialwissenschaften mit diesem Thema beschäftigt. Allerdings weist sie darauf hin, dass die neue Informationsplattform die konkrete Beratung und eine jugendgerechte Information seitens der lokalen Stellen nicht ersetzen wolle. Die Aufgabe von "Zwangsheirat.ch" sieht Schenk in erster Linie darin, die breite Öffentlichkeit und ganz besonders auch Amtsstellen - etwa Vormundschaftsbehörden, Polizei oder Gerichte - auf das Thema hin zu sensiblisieren. Ein ebenso wichtiges Anliegen sei es aber, zu verhindern, dass ausländerfeindliche Parteien das Thema instrumentalisierten.

Das Thema "Zwangsehe" dürfte die Öffentlichkeit auch in der Schweiz in den kommenden Jahren weit mehr beschäftigen als bis anhin. Damit erhöht sich für die betreffenden jungen Frauen - und selten auch Männer - die Chance auf ein selbst bestimmtes Leben. Ohne den couragierten Einsatz von Frauen wie Seyran Ates, die dafür ihr Leben riskiert haben, wäre dieser Durchbruch nicht gelungen. Zumindest für Seyran Ates steht denn auch fest: "Wer Gewalt verharmlost, übt selbst Gewalt aus."

14. März 2007


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Die Angst vor der Ausweisung ist das grösste Hindernis"

Seit der Masseneinwanderung von Menschen aus fremden Kulturkreisen zu uns ist die Zwangsehe auch hierzulande eine Tatsache. Wieviele es sind, kann nicht geschätzt werden. Die betroffenen Frauen schweigen fast immer: Das Monster zu Hause erdulden, wie eine schwere, unheilbare Krankheit. Es darf nicht übersehen werden, dass es den Schweizer Behörden überlassen bleibt, eine Zwangsverheirate in ihr Ursprungsland zurückzuschaffen, falls sie wirklich gegen ihren Ehemann klagen sollte. Stammt die Unglückliche noch aus einem kleinen, abgeschiedenen Bergdörfcheni irgendwo im Balkan, muss sie mit Sicherheit mit dem Schlimmsten rechnen. Das kann der Verstoss aus der Sippe bedeuten oder gar im schlimmsten Fall der Tod, je nach Religion.

 

Unsere Behörden können also nur eingreifen, wenn die Frau Klage einreicht, sonst nicht. Die Beweislage der Zwangsverheiratung ist schwierig, oft unmöglich. Wer kann schon Unrecht fernab der Heimat nachprüfen? So steht Aussage gegen Aussage, meistens bleibt alles wie früher. Es sei denn, die Frau werde vom Ehemann geschlagen. Dann erst können die Behörden eingreifen, vorher nicht. Die Angst vor der Ausweisung ist das grösste Hindernis und verhindert erfolgreich den Kampf gegen die unwürdigen Zwangsehen.


Eric Cerf, Basel



"Auch in homosexuellen Beziehung gibt es 'Notpartnerschaften'"

Zum Thema Zwangsehe möchte ich darauf hinweisen, dass es auch in homosexuellen Beziehungen zu "Notpartnerschaften" kommen kann, in welchen ein Emigrant versucht, seiner bisherigen Biografie zu entfliehen, um anderswo ein "besseres Leben" zu haben. Seit die Eingetragene Partnerschaft der Schweiz in der Welt bekannt wird, steigt das Interesse von ausländischen Männern an Verbindungen mit Schweizern.

 

Immerhin gibt es im homosexuellen Bereich keine Familien, die Druck ausüben. Allerdings kann ein Emigrant sich gezwungen sehen, eine Ehe oder Partnerschaft einzugehen, um der Diskriminierung seiner Familie oder in seinem Land zu entfliehen. Dazu kommen noch die Probleme um die Zwangsprostitution, für die es Parallelen auch mit jungen Männern gibt.

 

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme können nicht mit zivilen Abhängigkeiten "gelöst" werden. Sie werden aber fast nie in den entsprechenden Zusammenhang gestellt.


Peter Thommen (57), Schwulenaktivist, Basel


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Theater Basel

"Die Dreigroschenoper"
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die gerichtliche Niederage von Polizei-Offizier Bernhard Frey Jäggi nach.

Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

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"Sabine Pegoraro vor Bekanntgabe des Rücktitts"

OnlineReports.ch
Anriss vom
12. Februar 2018
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Schickt den Autor ins Sittenlager!

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.