Gast-Kommentare

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Der Amtsschimmel beisst ins Parkverbots-Schild

Von ISABELLE STOHLER

Manchmal hat man einfach Pech und hat zwei Kinder, die gleichzeitig umziehen. Kisten und Möbel schleppen erledigen sie zusammen mit Freunden. Aber Mami könnte sich um die Parkverbotsschilder kümmern, um damit dem Zügelwagen Platz zu schaffen. Soweit alles paletti. Nur hat Mami nicht mit dem neuen Regime der Basler Polizei bei der Herausgabe von Parkverbotsschildern gerechnet.

Es wird jetzt ein super Service angeboten. Die Basler Polizei bringt und holt die Parkverbotsschilder. Nein, nicht mit dem neuen Tesla. Wie Sie sich denken können, ist dieser Service auch nicht gratis, und zudem muss der Auftrag mindestens fünf Tage im Voraus erteilt werden.

Haben Sie diese Frist verpasst oder können oder wollen Sie sich die 50 Franken (zusätzlich zur Ausleihgebühr) nicht leisten, gilt es, die Parkverbotsschilder selber zu holen. Und genau da gibt es eine weitere tolle Neuigkeit: Anders als früher bei verschiedenen Polizeiposten der Stadt, können die Parkverbotsschilder nur noch an der Inneren Margarethenstrasse 18, nicht zu verwechseln mit dem Gefängnis an derselben Hausadresse, bezogen werden.


"Wer Parkverbotsschilder abholen will,
muss verbotenerweise parkieren."



Die Öffnungszeiten dieser Ausgabestelle sind super: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr. Parkplätze? Fehlanzeige. Bleibt nur das Tram oder das Parkhaus. Wer sich in der Stadt auskennt, weiss, dass er oder sie die nicht gerade leichten Schilder dann entweder den Hügel hinauf oder den Hügel hinunter schleppen muss zum Ort, wo das Auto parkiert ist. Und da Sie ja nur zwei Hände haben, müssten Sie die ersten beiden Schilder an der Tramhaltestelle ("Markthalle" oder "Heuwaage") zwischenlagern. Ob die Schilder dann noch dort sind, wenn Sie mit der zweiten Ladung kommen, ist doch eher fraglich.

Und ja, Sie haben unterschrieben, dass es stolze 460 Franken kostet, falls die Schilder abhanden kommen. Aber dazu später mehr. Also bleibt nur der Transport mit dem Auto. Parkieren müssen Sie dann eben verbotenerweise und hoffen, dass Sie keine Busse bekommen (das würde ja dann schon fast die Gebühr für den Auftrag an die Polizei ausmachen, aber lassen wir das).

Ich habe dieses Prozedere nun drei Mal geniessen dürfen. Das erste Mal war die Warteschlange vor der Ausgabestelle so lang, dass ich auf der Rampe zum Gefängniseingang geschlagene 50 Minuten in der Kälte warten musste. Die nächsten beiden Male waren es je 30 Minuten. Die Menschen in der Warteschlange waren alle hocherfreut, aber mit dem Gefängniseingang vor Augen doch eher eingeschüchtert.

Die Ausgabestelle wird von sehr netten Polizistinnen und Polizisten betreut. Die erste Frage war: Wie lange mussten Sie warten? Als ich sagte 50 Minuten und fragte, wie sie das neue Regime fänden: Achselzucken und Augenverdrehen. Die nächste Frage des sehr netten Polizisten: Wollen Sie sich beschweren? Ich habe bejaht und bekam sehr schnell ein Blatt mit der Mailadresse der Beschwerdestelle (beschwerdestellejsd.bs.ch) in die Hand gedrückt.

Ich ziehe also ein düsteres Fazit:

•    Umziehen ist nur etwas für Menschen, die sehr gut organisiert sind oder Geld haben: Entweder Sie bezahlen 50 Franken für den Polizei-Service und geben den Auftrag frühzeitig oder Sie haben ein eigenes Auto.

•    Die Parkverbotsschilder können nur abgeholt werden, indem Sie verbotenerweise parkieren oder überirdische Kräfte wie Popeye haben.

•    Die Öffnungszeiten sind so gestaltet, dass jeder vernünftige Mensch, der einer regelmässigen Arbeit nachgeht, zweimal einen halben Tag frei nehmen muss.

Wenden wir uns nun einer möglichen Lösung meines Problems zu. Wenn ich die Schilder nicht mehr zurückbringe, kostet mich das 460 Franken. Man rechne: Wie wahrscheinlich ist es, dass meine Kinder bald wieder umziehen, dass wir in den nächsten Jahren Handwerker brauchen, dass wir vielleicht einmal ausziehen und uns in ein Altersheim begeben müssen etc. Ich könnte die Schilder doch einfach behalten und sie bei Bedarf an meine Nachbarn ausleihen, gratis selbstverständlich, und dann, wenn ich sie wirklich gar nicht mehr brauche, würde ich sie bestimmt auf tutti.ch noch zu einem guten Preis loswerden.

Aber halt: Ich will ja nichts Ungesetzliches machen und werde mich wohl oder übel diesem super tollen und kundenfreundlichen Regime des Justiz- und Polizeidepartements unterwerfen müssen.

P
S: Das Argument "der Staat muss sparen" werde ich nicht akzeptieren. Es gibt Dinge, die kosten einfach etwas und die können und sollten nicht "optimiert" werden. Dazu gehört ein guter Service public, der auch etwas kosten darf und den wir alle mit unseren Steuern finanzieren.

24. Mai 2019
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Isabelle Stohler, Jahrgang 1959, Anwalts- und Notariatsassistentin in Basel

isabelle.stohler@gmail.com

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Ein richtiger Schreibtischtäter"

Ich frage mich schon, ob jener oder jene, die sich so ein kompliziertes und schikanöses Prozedere ausgedacht hat, sich überhaupt etwas überlegt hatte. Es scheint mir eher, dass da ein richtiger Schreibtischtäter am Werk war. Wenn es nicht zum Heulen wäre, müsste man eigentlich lachen.

Übrigens, die Empfehlung von Roger Thiriet funktioniert leider nicht, ist es doch verboten, private Schilder auf öffentlichem Terrain respektive Strassen aufzustellen.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Empfehlung"

Empfehle: www.bauundhobby.ch/maschinen-werkstatt/beschlaege-briefkaesten/magnete-schilder/schilder/schild-parkverbot/p/3197473. Funktioniert.


Roger Thiriet, Basel



"Fast nicht zu glauben"

Das Schlimmste ist: Es ist fast nicht zu glauben... Hoffentlich muss auch Baschi Dürr einmal umziehen.


Hans Gerber, Basel


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"Sehr geehrte Damen und Herrenteil"

Pro Velo beider Basel
Anschrift in einer Medienmitteilung
vom 9. Februar 2020
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Welches Teil da wohl genau gemeint war?

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Basler Regierung lehnt ein mit Steuergeldern finanziertes flächendeckendes WLAN ab.

Die Baselbieter Regierung und die Verbände des Lehrpersonals haben sich auf die wesentlichen Eckwerte zum zukünftigen Mitarbeitenden-Gespräch geeinigt.

Baselland Tourismus hat ab Mai 2020 einen neuen Geschäftsführer: Michael Kumli übernimmt dann als Nachfolger von Tobias Eggimann die Leitung der touristischen Dachorganisation.

Die über Funk gesteuerten Sirenen in Basel-Stadt und Baselland haben die Bewährungsprobe bestanden: Das System funktionierte während des Probealarms vom 5. Februar ordnungsgemäss.

Der BVB-Verwaltungsrat hat am 3. Februar den 48-jährigen Bauingenieur und Leiter "Infrastruktur" Ramon Oppikofer zum Vize-Direktor gewählt.

Der 19-jährige FCB-Spieler Noah Okafor wechselt per sofort vom FC Basel 1893 zum FC Red Bull Salzburg in die österreichische Fussball-Bundesliga.

Melanie Nussbaumer, Tochter des Baselbieter SP-Nationalrats Eric Nussbaumer, wird als Nachfolgerin von Kerstin Wenk neue Vizepräsidentin der SP Basel-Stadt.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.