Gast-Kommentare

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Club-Leitung kann Menschen nicht "erziehen"

Von BERNHARD HEUSLER

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er Basler Grossrat Heinrich Überwasser spricht in seinem öffentlichen Aufruf unter anderem das Problem des persönlichkeitsverletzenden und generell respektlosen Verhaltens von Menschen gegenüber Mitmenschen an. Dieses Verhaltensmuster ist, begünstigt durch die Emotionalität, Massendynamik und Konkurrenzsituation eines Fussballspiels, in den Fussballstadien dieser Welt leider Woche für Woche besonders eindrücklich feststellbar. In Tat und Wahrheit stellt dieses Phänomen unbestreitbar eine grosse Herausforderung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens dar.

Neben dem von Herrn Überwasser in OnlineReports aufgeführten Beispiel, das absolut inakzeptabel ist, haben mich persönlich gestern etwa die tief beleidigenden und sexistischen Gesänge aus dem Gastsektor gegen Frau Gigi Oeri während der Ehrung der U-21 Mannschaft des FCB ausgesprochen irritiert.

Herrn Überwasser darf ich persönlich versichern, dass der FC Basel sich nicht erst, aber ganz ausgeprägt seit dem 13. Mai 2006 - und wie wohl kein anderer Fussballclub der Schweiz - in schonungsloser und selbstkritischer Weise mit sich selbst und mit seiner Anhängerschaft auseinander setzt. Dabei gilt es allerdings immer die Realitäten zu berücksichtigen und zu akzeptieren. So kann es nicht das Ziel einer Clubleitung sein, Menschen "zu verbessern" oder "zu erziehen". Hingegen wollen und müssen wir transparent kommunizieren und zwischen dem offiziellen Club und seiner Anhängerschaft möglichst hohe Identifikation schaffen. Identifikation und Vertrauen bewirken Verantwortungsbewusstsein - Misstrauen und Ausgrenzung hingegen Aggression.

Wir können aber und wollen Vorbilder sein. In diesem Sinne sind wir in den letzten Monaten mit der Unbill umgegangen, die in ihrer Häufung und Intensität für einen Fussballklub in der Schweiz wohl einmalig war. Der FCB versteht sich nicht als "Kommerz- und Spass-Unternehmen". Unter Berücksichtigung unseres Einsatzes für den Club erachte ich diese Vorhaltung als eine enorme Geringschätzung und verletzende Herabwürdigung der Arbeit der Verantwortlichen im Interesse der Institution FC Basel, die nur - aber immerhin - durch die Clubleitung im Interesse der Basler Bevölkerung, der Mitglieder, Matchbesucher und der Anhängerschaft verwaltet werden darf. Mehr nehmen wir nicht in Anspruch.

Den FCB-Verantwortlichen zu verbieten, rechtlich fragwürdige Urteile und Entscheide des Verbandes, welche den FCB als Institution in seiner Existenz gefährden, sachlich und ohne jede Polemik zu kritisieren, erscheint schwer nachvollziehbar. Wie gesagt, als Leitungsorgane des Klubs müssen wir zu diesem Sorge tragen. Dazu gehört auch, dass auch einmal eine Kritik ausgesprochen und eine Anfechtung formuliert werden darf und muss. Dabei gilt es aber wiederum immer den Respekt vor den Mitmenschen zu wahren, was wir - so mindestens gemäss Feedback der Betroffenen - wir in dieser schwierigen Zeit stets getan haben.

Um derartigen Missverständnissen und Fehlinterpretationen unseres Verhaltens vorzubeugen, werden wir inskünftig noch ausgeprägter und detaillierter die uns betreffenden Urteile und unsere Massnahmen im Verhältnis zum Verband öffentlich machen. Wir hoffen damit auch, der weit verbreiteten Kritik, die Verantwortlichen des FCB würden sich nicht akzentuiert genug gegen den Verband äussern und quasi obrigkeitsgläubig alles "schlucken", zu entgegnen.

Heute, am Tag nach dem ebenso emotionalen wie sportlich unglücklichen Abschluss der Meisterschaft, möchte ich festhalten, dass wir in Basel stolz und glücklich sein dürfen, eine Institution wie den FCB zu besitzen. Dem FCB gilt es Sorge zu tragen und eine gesunde Loyalität (nicht Kritiklosigkeit) entgegen zu bringen. Dies gilt aber nicht nur für die Club-Verantwortlichen, sondern für alle, die für sich einen Teil des FCB beanspruchen: Für die eingefleischten Fans genauso wie für die Event-Besucher und die Politik. Wenn uns die zurückliegende Saison etwas gelehrt haben sollte, dann dies: Der FCB braucht ein intaktes Umfeld, um sich als (Sport-)Kulturgut einer ganzen Region entfalten zu können.

25. Mai 2007
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Bernhard Heusler, 43, ist Vizepräsident des FC Basel 1893 und Partner der Wirtschaftsanwaltskanzlei Wenger Platter in Basel.

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"Repräsentatnten und Spieler sollten solche Typen missachen"

Ein guter Kommentar von FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler. Es wird immer lächerlicher, wofür alles ein Verein wie der FCB Verantwortung übernehmen soll.
 
Verantwortlich für die schlechte Erziehung der spät-pubertierenden Schreihälse sind in erster Linie deren Eltern. Was die in 15 bis 20 Jahren nicht geschafft haben, wird wohl kein Verein dieser Welt anlässlich eines Fussballspiels ändern können; da können Grossräte "fordern" soviel sie wollen – es ist und bleibt sinnlos! Komisch nur, dass Grossrat Heinrich Überwasser das nicht selber erkennt.
 
"Fordern" ist und bleibt billig, wenn es nur dazu dient, dass alle anerkennend mit dem Kopf nicken sollen, aber kein Problem löst.
 
Dass diese primitiven Hassgesänge ekelerregend sind, steht ausser Zweifel. Es spricht nichts dagegen, wenn Repräsentanten und Spieler des FCB deutlich machen, dass sie solche Typen verachten und sie eigentlich nicht als Fans haben wollen. Den so genannten Fanclubs würde es auch gut anstehen, wenn sie – die ja mittendrin stehen – das dem Pack gleich auf dem Platz klar machen würden; denn - so diese Clubs echte Fans sind - es sollte eigentlich in ihrem Interesse sein, ihre "Kurve" und den Verein nicht dermassen zu blamieren!


Peter Waldner, Basel



"Fanclubs sind Mittäter"

Es muss klar festgestellt werden, dass so genannte FCB-Fanclubs ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Dazu gehört halt auch die Zurechtweisung von rassistischen Pöblern direkt auf der Tribüne. Wer da nicht eingreift, macht sich unweigerlich mitschuldig, faule Ausreden sind da fehl am Platz. Es nützt nichts, im Nachhinein solche Typen als geistig beschränkt zu betiteln oder sich von dieser hirnlosen Minderheit zu distanzieren. Wo bleibt da bitte schön die Mehrheit? So einfach geht’s wirklich nicht, die Aufgabe eines Fanclubs besteht eben auch darin, solche dümmlichen Entgleisungen in den Griff zu bekommen oder zu unterbinden. Sonst werden solche "Fanclubs" bald einmal unglaubwürdig und müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, das Ganze zu goutieren.


Bruno Heuberger, Oberwil


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"Weinstein setzte Spione auf Opfer ab"

BZ Basel
vom 8. November 2017
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... nachdem er sie zu Miniaturen erniedrigt hatte.

RückSpiegel


In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.

• Der Binninger Mike Keller ist neuer Präsident des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) bis Frühjahr 2019 und somit Nachfolger des neuen Basler Stadtentwickers Lukas Ott, der alle politischen Ämter niederlegt.

• Der an der Harvard-Universität arbeitende Forscher Professor Alexander F. Schier wird ab 2018 neuer Leiter des Biozentrums der Universität Basel.

• Das Unternehmerpaar Marc Friedrichsen und Julia Reidemeister übernahm Mitte Oktober die "Boutique Danoise" an der Aeschenvorstadt in Basel im 50. Jahr ihres Bestehens von Thomas und Astrid Bachmann.

Hoffmann-La Roche will bis ins Jahr 2020 den Wasserverbrauch pro Mitarbeitenden um zehn Prozent senken.

• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.