Gast-Kommentare

<< [ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | (...) | 25 ] >>

Es geht um die ästhetische Qualität des Münsterhügels

Von ANDREAS LANG

D
ass unberührte Landschaften ihre besondere Schönheit haben, pflegen nur Betonköpfe zu verkennen. Wie aber verhält es sich mit urbanen Gebieten? In einer Stadt wie Basel dominieren die Menschen den Raum nahezu vollständig, und niemand wird ihnen daraus einen Vorwurf machen.

Dennoch darf man sich fragen: Gibt es nicht auch hier Orte, deren Reiz darin liegt, dass niemand sie betritt? Dass keine baulichen Eingriffe – von den historischen abgesehen – ihre Schönheit schmälern? Ist ein Ort allein deswegen wertlos, weil nicht wir Menschen ihn belegen, sondern etwa die zahllosen Wasservögel, die hier zur Ruhe kommen, die Bäume, deren Äste bis ins Wasser hinunterreichen, und meinetwegen auch einige seltene Flechten und Fische? Es gibt sie in der Tat, die stillen, verwunschenen Orte in Basel, und es soll sie weiterhin geben.

"Die 'Mediterranisierung' ist
nicht flächendeckend zu vollziehen."




Nichts gegen die vielgerühmte "Mediterranisierung", die zweifellos viel beigetragen hat zur Belebung der Stadt. So berechtigt sie ist, so irrig wäre indes die Auffassung, dass sie nun möglichst flächendeckend zu vollziehen sei. Die Gefahr der Uniformität liegt auf der Hand, wenn auch die letzten Orte dieser zeittypischen Form der Belebung zugeführt werden: ja, auch der Münsterplatz, und: ja, auch die letzten noch unberührten Meter zwischen den zwei zentralen Brücken dieser ohnehin perfekt erschlossenen Stadt. Denn die Stadt ist ein heterogenes Gebilde; die Vielfalt – auch an Atmosphären – bestimmt ihr Wesen. Warum tun sich manche Leute so schwer mit Kontrasten?

Die Kritiker der Uferweg-Vorlage (zu denen auch Anwohner zählen) würden nur ihre privilegierten Gärten verteidigen, heisst es. Ein ebenso alter wie schäbiger Trick: Um die Gegner zu neutralisieren, setzt man sie ins moralische Zwielicht. Da ich selber eine Dienstwohnung neben dem Münster belege, kann ich diesen Aspekt beurteilen: Die bestehende Ufermauer ist hoch und distanziert genug, um unsere Gartenfläche schadlos zu halten, sichtbar wäre ein Steg für uns kaum. Das Projekt könnte mir insofern gleichgültig sein.

Keineswegs gleichgültig ist mir die ästhetische Qualität des Münsterhügels. Dass der Steg "filigran", ja "kaum sichtbar" wäre, erscheint illusorisch angesichts der behördlichen Auflagen, der Pegelschwankungen, des rutschgefährdeten Hangs, der statischen Herausforderungen. Er läge nachmittags immer im Schatten und müsste abends gesperrt werden. Wer indes die Mauern versprayen oder seine Lautsprecher in Stellung bringen wollte, wüsste sich bestimmt Zugang zu verschaffen. Der Bereich um das Münster sei, so sagen viele, der schönste Abschnitt dieser Stadt. Ist es nicht widersinnig, den Uferweg gerade dort zu bauen, wo man dieses Ensemble gar nicht sieht? Der Steg eröffnete uns einen Blick auf das Kleinbasler Ufer, das von der Pfalz und vom Rheinsprung aus schon jetzt - sogar aus höherer Warte - betrachtet werden kann. Und was geschähe eigentlich mit den traditionellen Fischergalgen am Ufer, wenn der neue Steg ihren Standort kreuzte?

Ich wünsche den Menschen in Basel jene Sensibilität, die notwendig ist, um den Wert dessen zu erkennen, was uns an Schönem überliefert worden ist. Ein Wunder eigentlich, dass das so poetische wie kraftvolle Ensemble aus Bischofshof, Münster, Lesegesellschaft und Alter Universität vollständig intakt geblieben ist in den Jahren des – auch innerstädtischen – Bauwahns allerorten. Völlig zu recht wurde es unter Schutz gestellt. Warum ausgerechnet die vermiedenen Fehler nachholen? Gälte es nicht zu schützen, was unter Schutz steht? Es braucht keinen Rheinuferweg am empfindlichsten Ort der Stadt. Was perfekt ist, kann man nur verschlechtern.

Zum Ja-Standpunkt von Sarah Wyss

7. Mai 2014
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Andreas Lang, Jahrgang 1971, ist Germanist und lebt als Verwalter der Allgemeinen Lesegesellschaft über dem Rheinufer am Münsterplatz.

a.lang@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Manche wollen einfach alles haben"

Vielen Dank für diesen richtigen Beitrag. Ich gehöre der Generation an, die im "Pfalzbadhysli" schwimmen gelernt hat. Damals gab es einen kleinen Steg von der Badi bis zur Wettsteinbrücke. Er ist mehrmals weggeschwemmt worden, was beweist, dass dort kein filigraner Steg machbar ist. Das "Pfalzbadhysli" musste zu recht verschwinden, weil es die Sicht verstellte. Wir haben mit Wehmut darauf verzichtet, aber die Notwendigkeit eingesehen. Manche Leute wollen einfach alles "haben", und sprechen Neidgefühle an, ohne zu bedenken, dass sie ein wichtiges "Sein" für alle damit unwiederbringlich zerstören.


Liselotte Reber-Liebrich, Basel



"Auf den Punkt gebracht"

Herzliche Gratulation zu Ihrem OnlineReports-Beitrag. Sie haben die ästhetische (aisthesis im Sinne der umfassenden Wahrnehmung) Argumentation auf den Punkt gebracht, die bisher in der Hitze der Diskussion unausgesprochen geblieben sind. Ferner hatten Sie den Mut, die Schäbigkeit der "sozialethischen" Argumente der Befürworter, zu der interessanterweise Mitglieder der baselstädtischen Nomenclatura aller politischen Couleurs gehören, zu entlarven.


Hans-Ulrich Iselin, Riehen


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".