Gaby Burgermeister - Alles mit scharf

<< [ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | (...) | 15 ] >>

Ach wie schön, dass niemand weiss, …

Das Bild auf dem Handzettel ist zauberhaft: Abenddämmerung, links das Münster, rechts das Riesenrad. Doch bei der Lektüre stutzt die geneigte Leserin: "Liebe Fahrgäste", steht da schwarz auf weiss, "die BVB fährt während der Herbstmesse freitags, samstags und sonntags nach einem verstärkten Fahrplan, …".

Die BVB fährt? Also: Die Basler Verkehrs-Betriebe fährt? Das Drämmli fährt. Und ein Chauffeur fährt. Aber die BVB? Wer immer für die BVB-Werbung verantwortlich ist, weiss offenbar nicht, wofür die drei Buchstaben stehen.

Dass Medienagenturen, Journalisten, Leserbriefschreiber in der Eile oder aus Unkenntnis von der BVB oder der SBB schreiben oder sprechen, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt, auch wenn ich immer noch jedes Mal zusammenzucke. Aber damit, dass die Verkehrsbetriebe höchst selbst nicht mehr zu wissen scheinen, wofür die Abkürzung steht, kann und will ich mich nicht abfinden.

D
a geben sich ganze Hundertschaften von Lehrerinnen und Lehrern Tag für Tag redlich Mühe, unseren Kindern Deutsch beizubringen, auf dass diese beim nächsten Pisa-Test ja gut abschneiden. Doch all ihre Bemühungen werden zunichte gemacht, wenn Dorli und Fritzli im Tram diesen Handzettel liest, eh … lesen. Denn was offizielle Stellen schreiben, ist schliesslich richtig, sprachlich und inhaltlich, oder?

Und wenn wir schon beim Inhalt sind: Da steht doch auf dem gleichen Handzettel, dass der Petersgraben wegen des Hääfelimäärts an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten für die Buslinien der BVB gesperrt ist. Seit ich denken kann, ist der Hääfelimäärt an der Bernoullistrasse beheimatet, zwischen Bernoullianum und Petersplatz. Soviel ich gesehen habe, hat sich daran auch dieses Jahr nichts geändert, auch wenn er nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Durch die Bernoullistrasse fährt auch zu allen übrigen Zeiten – vor und nach der Herbstmesse – nie ein Bus. Am Petersgraben hingegen, dort wo der Bus tatsächlich durchfährt, hat es andere Stände. Hääfelimäärt ist nicht gleich Petersplatz und Petersplatz ist nicht gleich Hääfelimäärt.

Unsere städtischen Verkehrsbetriebe reduzieren sich selbst von den Betrieben zum Betrieb, und den Petersplatz reduzieren sie auf den Hääfelimäärt. Steckt da am Ende eine Absicht, ein Programm oder eine Methode dahinter?

Oder lassen die BVB ihre Werbung von einem Zürcher Werbebüro machen? Oder von einer anderen sach- und ortsunkundigen Agentur? Oder wurde das -e der Betriebe ein Opfer der neuen giftgrünen Farbe? Haben sich unsere Verkehrsbetriebe nicht nur ein drümmliges neues Logo verpasst, sondern klammheimlich auch gleich noch einen neuen Namen? Oder kennen sie schlicht den Unterschied zwischen BVB und BVBär nicht mehr?

"Unser BVBär fährt …", wäre immerhin sprachlich korrekt, auch wenn mich beim Gedanken an einen Plüschbären, der den Bus durch den Petersgraben lenkt, ein Unbehagen ganz anderer Art erfasst.

Ass e Plural richtig wäär, findet unsere OnlineBär … Danke, liebe BVB, wenn Ihr in Zukunft auch bei der Werbung wieder mehr Sorgfalt walten lasst und die einfachsten Sprachregeln nicht mehr verletzt!

9. November 2009
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Gaby Burgermeister, geboren 1959, wuchs am Spalenberg in Basel auf und arbeitete nach dem Abschluss ihres Germanistik- und Anglistikstudiums kurze Zeit als Journalistin. Nach etlichen Wanderjahren in verschiedenen Berufen arbeitet sie seit 2000 als Redaktorin und Korrektorin für einen Fachbuchverlag in Bern und lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

gaby.burgermeister@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Feminin wirkt einfach sympathsicher"

Im Volksmund ist die BVB eine "sie", d.h. dritte Person Einzahl feminin. Das wirkt sympathischer als die grammatikalisch korrekte dritte Person Mehrzahl und rechtfertigt die von der BVB gehandhabte Sprach-Praxis. Die BVB steht dabei nicht nur in guter Gesellschaft mit der SBB, sondern auch mit einem ganz Grossen der Automobilindustrie, mit BMW, den Bayerischen Motorenwerken. Ich glaube kaum, dass Frau Burgermeister es als grammatikalisch korrekt empfinden würde, wenn es in der Zeitung hiesse: "Die BMW haben sich vom Motorrennsport zurückgezogen." Sprache ist halt nicht Mathematik!


Pius Marrer, Basel



"Das Eidgenössische Farbfernsehen macht es vor"

Wenn natürlich die "Tagesschau" des Eidgenössischen Farbfernsehens Beromünster höchstselbst und offiziell "die SBB" als Singular zulässt und anwendet, muss man sich nicht wundern, wenn es die kleinen ÖV-Schwestern überall im Land der öffentlich-rechtlichen Sprachautorität folgen ...


Roger Thiriet, Basel



"Das Richtige wird sofort als falsch erkannt"

Wenn man es so macht, heisst das noch lange nicht, dass es richtig ist. Die SBB haben/hat tatsächlich entschieden, dass sie SBB als Marke versteht und "begrüsst", orthografisch falsch ist es aber trotzdem. Die BVB sind meines Wissens (noch) nicht soweit. Aber heutzutage wird so vieles falsch geschrieben, dass das Richtige sofort als falsch erkannt wird. Man denke nur an die vielen plötzlich fehlenden Bindestriche in Kuppelwörtern! (Zwetschgen Kuchen statt Zwetschen-Kuchen oder, was noch besser wäre, Zwetschenkuchen. Und wenn es "öppis warm’s" gibt zum Z’nüni – die galoppierende Apostrophiti’s ist ansteckender als die Schweinegrippe!)


Toni Lerch, Arlesheim



"Es handelt sch um Marken"

Die Angaben "die BVB fährt" stimmt so. Es handelt sich um hier um die Marke BVB. So hat auch die SBB vor einigen Jahren die vielleicht orthografisch falsche Ausdrucksweise angepasst. Heute heisst es nämlich auch dort "die SBB begrüsst Sie im Intercity nach Zürich-Chur".


Stephan Gassmann, Aesch


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gesehen.gif
BZ online
Byline vom 18. Oktober 2019
zu einem Artikel über
umstrittene Wahlkampfhilfe
fileadmin/templates/pics/gesehen.gif

Endlich eine Tageszeitung, welche die Gender-Thematik halbwegs ernst nimmt.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebene Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).