Gaby Burgermeister - Alles mit scharf

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Weihnachtskugeln und Mässmögge

Meine liebe Mutter war Pragmatikerin. Sie wünschte sich zwar manchmal ein Wunder, glaubte aber eigentlich nicht daran. "Wenn Weihnachten im Sommer ist!", pflegte sie immer dann zu sagen, wenn sie davon ausging, dass sich eine Hoffnung nicht in absehbarer Zeit erfüllen würde. Zum Beispiel die Hoffnung, dass Basel, und wenn es auch nur einen Sommer lang wäre, einmal frei von Grossbaustellen sei. Oder dass bei ihrer Tochter im Rechnen vielleicht doch noch der Groschen fallen würde. Oder aber dass die Vorweihnachtszeit nicht schon kurz nach den Sommerferien beginnt.

Es war jedes Jahr das gleiche Ritual: Pünktlich zum Beginn der Herbstmesse stellte eine Papeterie in der Nähe des Petersplatzes die Adventskalender aus, und zwar nicht einen oder zwei, verschämt in einem schlecht ausgeleuchteten Winkel. Nein: Die beiden grossen Montere waren mit Adventskalendern richtiggehend tapeziert. Weihnachtsmänner, Rentierschlitten, Engelein, Heilige Familien, Hirten und Weise aus dem Morgenland bevölkerten die ganze Schaufensterauslage.

Dabei wäre diese Papeterie, wenn es sie denn noch gäbe, mit Adventskalendern an der Herbstmesse heute nicht nur in bester Gesellschaft – schliesslich werden diese Symbole der Vorfreude inzwischen auf dem Petersplatz selbst verkauft –, sie würde der Zeit sogar hinterherhinken. Denn schon Mitte Oktober machte der Basler "Couturier des Weihnachtsbaums" in seiner Weihnachtsstube an der Schneidergasse die Tür hoch und die Tore weit.

In den Obstregalen liegen dieser Tage die ersten Mandarinli neben den letzten Nektarinen. Bei einem Grossverteiler habe ich noch letzte Woche Erdbeeren gesehen, aus der Schweiz! Wie zum Teufel sollen die Kids so lernen, was gerade Saison hat? Kein Wunder wundern sie sich im August, dass an meinem Kirschbaum keine Früchte hängen!

Manche Einkaufszentren in der Region lotsen die Kunden jetzt zuerst durch ihren Weihnachtsmarkt; erst dahinter türmen sich die Mässmögge und daran wiederum schliessen sich die Halloween-Masken an, die hierzulande sowieso nichts verloren haben.

Aber ich wette mit Ihnen um ein Päckchen Hagelzucker, dass das Riesenrad auf dem Münsterplatz noch nicht abgebaut sein wird, wenn uns in den Auslagen der Bäckereien und Grossverteiler die ersten Grättimänner anlachen. Und anmachen. Und die Glühbirnen vom Riesenrad könnte man eigentlich wirtschaftlich gleich in die Weihnachtsbeleuchtung schrauben. Denn die wird unmittelbar nach der Herbstmesse montiert.

Kaum ist das Fest der Liebe dann vorbei, noch ehe wir am Kalender den letzten Zettel des Jahres 2009 abreissen, sind Faschtewaie und Fasnachtskiechli zu haben. Dafür kann es dann schon einmal vorkommen, dass diese an der Fasnacht ausverkauft sind, wie mir das vor ein paar Jahren passiert ist. An der Fasnacht hoppeln schliesslich bereits die ersten Schoggihasen in der Stadt herum, wer kommt denn da noch auf die Idee, Fasnachtskiechli kaufen zu wollen?!

In nicht allzu ferner Zukunft herrschen im Dezember in unseren Breitengraden vielleicht wirklich sommerliche Temperaturen. Der Klimawandel eröffnet ganz neue, ungeahnte Perspektiven: Wenn Weihnachten im Sommer ist, sind wenigstens die Erdbeeren an Heiligabend endlich saisongerecht.

19. Oktober 2009
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Gaby Burgermeister, geboren 1959, wuchs am Spalenberg in Basel auf und arbeitete nach dem Abschluss ihres Germanistik- und Anglistikstudiums kurze Zeit als Journalistin. Nach etlichen Wanderjahren in verschiedenen Berufen arbeitet sie seit 2000 als Redaktorin und Korrektorin für einen Fachbuchverlag in Bern und lebt in Basel.

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"Der Weihnachtszauber geht verloren"

Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich kann gar nicht verstehen, dass Mäss und Fasnacht in unserer Stadt mit einem eigentlich grossen Traditionsbewusstsein in keinen Schaufenstern ein Thema sind. Oh nein, es weihnachtet jetzt schon überall. Als es vor einer Woche, am 14. Oktober, noch herrliche Sommertemperaturen hatte – wurden im Coop Oberwil die Weihnachtskugeln gestapelt. Ich kann damit umgehen, schaue weg, meide diese Läden – aber all die Kinder? Der ganze Weihnachtszauber geht verloren.


Dagmar Vergeat, Basel


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"Ein Angriff, der im Sande verstrandet."

Schweizer Fernsehen
Fussballkommentar
FC Basel-FC St. Gallen
2. Juni 2017
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Ein Satz, der im Strand vergandet.

RückSpiegel


Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.