© Foto by OnlineReports.ch
"Zu grosses Vertrauen": Einsatzkräfte auf dem Spielfeld, Aggressoren

FC Basel will Fanpass und Sitzplätze in der Muttenzerkurve

Nach den Ausschreitungen will der FCB mit einem Massnahmenkatalog die Fans "personalisieren", um Anstand im Stadion zu gewährleisten


Von Peter Knechtli


Schluss mit anonymen Chaoten: Der FC Basel kündigt knapp drei Wochen nach den Krawallen rund um das Stadion St. Jakobs-Park die "Personalisierung" seiner Fans an. So soll ein Fanpass eingeführt und das gesamte Stadion durchgehend mit Sitzplätzen ausgestattet werden.


Die schockierenden Szenen sind noch in frischer Erinnerung: Nach Ende des entscheidenden Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich, das die Gast-Mannschaft durch ein Tor in letzter Minute der Nachspielzeit für sich entschied, stürmten Hundert Basler Fans aus der sogenannten "Muttenzerkurve" das Spielfeld und attackierten Zürcher Spieler und Polizeikräfte, die mit etwas Verspätung auf dem Rasen einen Riegel schoben. Es flogen Gummigeschosse, es wurde Tränengas versprüht. In diesem Klima von Hass und Gewalt fand die Pokal-Übergabe an den FC Zürich statt - die unwürdigste Szene, die sich ein sportliches Publikum überhaupt vorstellen kann.

Nach dem Spiel die stundenlangen Ausschreitungen rund um den St. Jakobs-Park, die das Bild Basels und seines erfolgreichen Fussballclubs noch lange prägen werden: Tränengas, Wasserwerfer, Gummigeschosse, Schlägereien, Gewaltausbrüche, dumpfe Zerstörungswut, Verhaftungen und ein Schaden von über einer Million Franken.

Echte Fans von Krawallbrüdern unterscheiden

Auch knapp drei Wochen nach den Krawallen scheint der FC Basel den Ernst der Lage und die düsteren Perspektiven ohne einschneidende Massnahmen noch erkannt zu haben. In einer Analyse kommt er nach Absprache mit dem Stadionbetreiber "Basel United" selbstkritisch zum Schluss, dass der "mutmassliche Hauptschwachpunkt des bisherigen Sicherheitsdispositivs" in "Mängeln in der Personalisierung der eigenen Anhängerschaft" liege, "die eine klare Identifizierung gewaltbereiter oder gewalttätiger Personen erlauben würde". Der Befund: "Übergrosses Vertrauen in die überschätzte Kraft der Selbstregulierung", Kompetenzunklarheiten innerhalb der Sicherheitskräfte und fehlende Regeln auf Verbands- und Gesetzesstufe.

Um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden, fasst der FC Basel jetzt mehrere einschneidende Massnahmen ins Auge, die noch "auf ihre praktische Realisierbarkeit hin überprüft werden müssen". Hauptmassnahme ist die "konsequente Einführung eine "Fanpasses" mit dem Ziel, anständige Fans von gewaltbereiten "klar abzugrenzen". Per sofort soll eine "Personifizierung" der Inhaber von Eintrittskarten für den Sektor D mit Übertragbarkeit "nur an identifizierte Fans bzw. Inhaber eines Fanpasses" eingeführt werden. Bauliche Massnahmen im Sektor B sollen "jegliche Durchmischung des Gastsektors mit andern Zuschauerbereichen" verhindern. Zudem soll das gesamte Stadion mit Sitzplätzen ausgestattet werden. Die Stehplätze etwa in der "Muttenzerkurve", die ein Vorrücken aufgewühlter Fan-Massen begünstigen, gehören damit der Vergangenheit an. Zudem sollen die Stewards in den sensiblen Fan-Bereichen mit "professionellen Sicherheitsdiensten" verstärkt werden.

Wurfgeschosse stoppen, Alkoholverbot diskutieren

An weiteren Massnahmen sind vorgesehen: Verstärkung der Personenkontrollen und des Sicherheitsdispositivs an den Eingängen, Vorkehrungen zur Vermeidung einer Gefährdung von Spielern und Zuschauern durch Wurfgeschosse, Fackeln und pyrotechnischen Geschossen sowie - dies eine sehr vage Andeutung - eine "vertiefte Diskussion" über ein allfälliges Alkoholverbot. Eine Förderung der "positiven Fankultur" und "Runde Tische" sind weitere Aktionspunkte. In einer heute Freitagnachmittag veröffentlichten Medienmitteilung wiederholt der FC Basel sein Versprechen, alles zu unternehmen, "um die Wiederholung solcher Vorfälle zu vermeiden".

Was die Clubleitung unternimmt, um der Unsitte des ständigen, grundlosen Auspfeifens der gegenerischen Mannschaften als aggressionsfördernde Geste zu unterbinden - dazu ist in der Medienmitteilung des FCB nichts zu lesen.

2. Juni 2006

Weiterführende Links:



 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

Peter Pegoraro und die Verlockung erfundener Aktienkurse

Peter Pegoraro und die Verlockung erfundener Aktienkurse


Reaktionen

Basel im Pingu-Fieber, akut, epidemisch

Basel im Pingu-Fieber, akut, epidemisch


Video: Mäzenin Christine Cerletti-Sarasin

Schwingfest, Schuttifest, Schützenfest, Schwimmfest

Schwingfest, Schuttifest, Schützenfest, Schwimmfest


Reaktionen

FC Liestal vor grösstem Fussball-Event der Vereinsgeschichte

FC Liestal vor grösstem Fussball-Event der Vereinsgeschichte


Auf Liebesentzug folgten verletzte Ehre und Todesschüsse

Auf Liebesentzug folgten verletzte Ehre und Todesschüsse


Video: Mustafa Dilenc auf dem Weg in den Gerichtssaal

Schluss mit anonymem Krawall im Stadion

Schluss mit anonymem Krawall im Stadion


Weshalb Sybille Zürcher im Basler Telefonbuch nicht zu finden ist

Weshalb Sybille Zürcher im Basler Telefonbuch nicht zu finden ist


FC Basel will Fanpass und Sitzplätze in der Muttenzerkurve

FC Basel will Fanpass und Sitzplätze in der Muttenzerkurve


Video: Fussball-Schlacht FCB-FCZ, 13. Mai 2006

Ein Reit-Paradies im Herzen der Provence

Ein Reit-Paradies im Herzen der Provence


Fussball-Schlacht zu St. Jakob: Meisterfeier in Tumult und Tränengas

Fussball-Schlacht zu St. Jakob: Meisterfeier in Tumult und Tränengas


Video: Eskalation im St.Jakob-Park
Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"... zum Bericht zum Stand der Umsetzung Ausbau des Tramstreckennetzes und zur Aktualisierung des Plans zum Tramstreckennetz und zum Ratschlag zur Ausgabenbewilligung für die weitere Planung und Gesamtkoordination"

Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission
des Kantons Basel-Stadt
in ihrem Bericht
vom15. Januar 2020
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Das weiss man auf einen Blick, worum es geht.

RückSpiegel


In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Baselbieter Regierung beantrag dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.