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"Sie sind ein Hooligan": Polizeieinsatz gegen FCB-Randalierer

16 Monate Freiheitsstrafe bedingt für FCB-Hooligan

Polizeiauto vor "Joggeli" zertrümmert / Baselbieter Strafgericht ging über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus


Von Peter Knechtli


Das Baselbieter Strafgericht verurteilte heute Montagnachmittag in Muttenz einen 20-jährigen FCB-Hooligan wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Der Mann hatte letztes Jahr nach einem FCB-Fussball-Match in Basel mitgeholfen, ein Polizeifahrzeug zu zertrümmern.


Das dreiköpfige Strafgericht unter dem Vorsitz von Vizepräsidentin Monika Roth sprach die Freiheitsstrafe mit einer maximalen Bewährungsfrist von vier Jahren aus. Ausserdem muss der Angeklagte Verfahrenskosten und Gebühren von über 10'000 Franken zahlen. Aufkommen muss er auf dem Zivilweg auch für den Schaden am Polizei-"Skoda", der laut Gericht "weit über 10'000 Franken liegt". Die Strafanzeige des Kantons Baselland nannte einen Schaden von 80'000 Franken.

DNA-Spuren führten zu Steinwerfer

Die Gewalttaten ereigneten sich nach dem Fussball-Spiel FC Basel gegen den FC Zürich vom 10. April 2016. Der vermummte Angeklagte befand sich in einem etwa 60 Mann starken Mob, der auf dem Aussenparkplatz der St. Jakobshalle zielgerichtet auf das parkierte mit "Polizei" beschriftete Fahrzeug losrannte und es mit einem massiven Kantholz, Steinwürfen und einem Pyro zu Schrott machte. Der Angeklagte konnte dank DNA-Spuren am Stein als einziger identifiziert werden.

Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, er habe mit der aggressiven Gruppe "nicht zu tun" gehabt. Vielmehr sei sein Steinwurf eine "emotionale Aktion" als Reaktion auf einen vorgängigen Gummischrot-Einsatz der Polizei gewesen, bei dem ein Mann das Augenlicht verloren habe. Dass er mithalf, am Polizei-Auto einen Schaden anzurichten, sei ihm "in diesem Moment egal gewesen". Vom Angriff auf einen Polizisten, der bei den Ausschreitungen vom Mob niedergeschlagen wurde, distanziere er sich.

Vorbestraft mit Stadionverbot

Vor Gericht räumte der Täter ein, "einen Fehler" begangen zu haben. Er betonte auch, jetzt eine Lehre im Sozialbereich zu machen. Vor der Tat habe er in Südamerika einen Naturschutz-Einsatz geleistet.

Das Gericht mochte ihm aber wenig Glauben schenken, jetzt die Tat aufrichtig zu bereuen. Denn der Wiederholungstäter hatte zusammen mit einer Gruppe schon 2014 in Muttenz unaggressiven FCZ-Fans Fan-Artikel geraubt, weswegen er rechtskräftig verurteilt wurde. Ebenso erhielt er schon ein Jahr Stadionverbot. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Sturmhauben und Kapuzen mit Gesichtsnetz gefunden.

Als Erste Staatsanwältin hielt Angela Weirich dem Steinwerfer vor, er habe sich auf dem Parkplatz bewusst entschieden, beim Mob zu bleiben, statt sich zu entfernen. Sie kritisierte auch seine "Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber fremden Rechtsgütern". Im Vorverfahren habe er sich "nicht im Geringsten kooperativ gezeigt". Die Anklägerin forderte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, bedingt auf drei Jahre.

Verteidigerin Andrea Schiller beantragte eine angemessene Bestrafung in Form einer bedingten Geldstrafe von etwa 180 Tagen. Sie bezweifelte auch den von der Staatsanwaltschaft ins Feld geführten unbelegten Schaden von 92’000 Franken am Polizei-Fahrzeug, das im übrigen "nicht zerstört" worden sei. Das Verschulden ihres Mandanten sei "nicht sehr leicht, aber nicht im hohen Bereich".

"Das ist Ihre letzte Chance"

Das aus drei Frauen bestehende Gericht liess sich von der Verteidigerin aber nicht überzeugen – im Gegenteil: Es ging in seinem Strafmass um zwei Monate über den Antrag der Staatsanwältin hinaus. "Auch wenn Sie dies nicht gern hören: Sie sind ein Hooligan", schrieb die Vorsitzende Monika Roth dem jungen Gewalttäter ins Stammbuch.

Sie erinnerte den Täter auch daran, dass die Kosten von Ausschreitungen, wie sie an jenem Tag stattfanden, von den Steuerzahlern bezahlt werden müssen. "Vermummt, anonym und in der Meute" habe er "besonders rücksichtslos" versucht, "der Polizei den Ton durchzugeben" und ihr eine Mitschuld an seiner Aggression anzulasten.

Dass er "immer noch unbelehrbar" sei, zeige sich darin, dass er sieben Monate nach Ablauf der Bewährungsfrist der Vorstrafe im FCB-Umfeld schon wieder deliktisch tätig geworden sei. "Sie bekamen einen harten Warnschuss", so die Richterin zum Verurteilten, "aber das ist Ihre letzte Chance. Wenn Sie nochmals etwas Ähnliches begehen, müssen Sie die Strafe absitzen.

14. August 2017

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BZ Basel
Kolumne
vom 23. Mai 2018
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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

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• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.