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"Unbarmherzig mit grosser Wucht": Tatort in Riehen

Rätselmord: Den Arbeitskollegen erschlagen und erstochen

Proess: Eine "augenscheinlich motivlose Tötung" in Riehen vor dem Basler Strafgericht


Von Fabian Schwarzenbach


Die Staatsanwaltschaft wirft einem Monteur besondere Grausamkeit und Heimtücke bei der Ermordung eines Arbeitskollegen vor. Nach dem Mord versuchte der Beschuldigte, die Bluttat der Ex-Frau und der Ex-Freundin des Opfer in die Schuhe zu schieben.


Die beiden Arbeitskollegen sollen sich an jenem Sonntag im Februar 2012 beim späteren Opfer zu Hause verabredet haben. Angeblich wollte der mutmassliche Täter, ein heute 27-jähriger Schweizer mit Migrationshintergrund, seinem Arbeitskollegen, einem damals 35 Jahre alten Deutschen, ein "hammer Auto" zeigen. Zwischen 17 und 18 Uhr lässt das Opfer den Täter in seine Wohnung an der Rauracherstrasse in Riehen. Was dann passierte, versucht das Basler Strafgericht unter dem Vorsitz von Gerichtspräsidentin Liselotte Henz (FDP) ab nächster Woche herauszufinden.
 
Der Hergang, wie ihn die Staatsanwaltschaft beschreibt, ist nichts für zarte Gemüter: Der Täter zog sich Handschuhe über und schlug mit einem länglichen, kantigen Gegenstand auf das Opfer ein. Diesen Gegenstand konnte die Polizei bis anhin nicht ermitteln. Die Schläge sollen, so die Anklage, "besonders skrupellos, mit direktem Tötungsvorsatz" ausgeführt worden sein. Der Täter habe "unbarmherzig mit grosser Wucht" auf das Opfer eingeschlagen. Anfänglich soll sich das Opfer noch gegen die Schläge seines Widersachers gewehrt haben, verlor aber unter dem "Schlaghagel" das Bewusstsein.

Mindestens sieben Stiche
 
Als wäre dies nicht genug, soll der Beschuldigte zu einem Messer gegriffen und noch mindestens sieben Mal auf das Opfer eingestochen haben. Die Beschreibung der Verletzungen und Todesursachen füllen über sechs Seiten des Anklageschreibens. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer "Hinrichtung".

Zudem sieht die Anklage eine "augenscheinlich motivlose Tötung, deren besondere Grausamkeit und Heimtücke die besondere Verwerflichkeit seines Handelns offenbart". Weshalb der Täter das Opfer überhaupt umbringen wollte, konnte noch nicht geklärt werden. "Ohne erkennbaren Anlass und ersichtliches Motiv", habe der Täter gemordet.

Versuch, Bluttat zu verschleiern
 
Nach der Tat bewahrte der Beschuldigte einen kühlen Kopf und versuchte von sich als möglichem Täter abzulenken. So schrieb er neben das Schlüsselbrett des Opfers einen Termin hin, den das Opfer mit seiner Ex-Freundin, ebenfalls eine Arbeitskollegin der beiden, an diesem Sonntagabend gehabt haben soll. Er raffte einige persönliche Gegenstände des Opfers, so auch dessen Mobiltelefon, zusammen und schloss die Wohnung mit dessen Schlüssel ab.

Kurz nach 19 Uhr schrieb er sich selber eine Kurzmitteilung vom Mobiltelefon des Opfers aus. Darin wurde zur Verschleierung erwähnt, dass die Ex-Freundin (des Opfers) zu Besuch kommen solle. Eine weitere SMS ging an eine andere Arbeitskollegin. Später am Abend schrieb der Angeklagte auf seinem eigenen Handy – Ahnungslosigkeit mimend – dem Opfer, wie ihm denn der BMW gefallen habe. Für die Staatsanwaltschaft ist der Täter "absolut berechnend" und "in planmässiger Kaltblütigkeit" vorgegangen.

Ablenkungsmanöver beirrte Polizei nicht
 
Am nächsten Morgen wartete ein weiterer Arbeitskollege, mit dem der Deutsche eine Fahrgemeinschaft bildete, auf ihn. Als er vergeblich klingelte, fuhr er alleine zur Arbeit. Dort sorgte man sich um den Abwesenden, so dass die Ex-Freundin nach Feierabend zur Wohnung des Opfers fuhr, sich mit einem Ersatzschlüssel Zutritt verschaffen konnte und ihn tot vorfand.
 
Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wurde auch der mutmassliche Täter befragt, damals noch als Auskunftsperson. In dieser Befragung versuchte er teils beiläufig, teils klar, die Ex-Frau, von der das Opfer schon länger getrennt war, der Tat zu beschuldigen. Gleichzeitig gab er zu Protokoll, dass die Familie der Ex-Freundin einen "Ehrenmord" vollzogen haben könnte. Diese Finten nutzten ihm nichts, die Polizei verhaftete ihn zwei Tage später. Kommende Woche muss er sich vor dem Strafgericht für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten.

5. September 2014

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"Ich gehe nicht, weil ich keine Lust mehr habe"

Basler Zeitung online
vom 25. September 2018
über den Rücktritt von
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Er geht also nicht Oder die Kunst der korrekten Komma-Setzung.

Frisch pubertiert

Die Leute auf dem Hügel
RückSpiegel


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entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

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bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

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Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.