© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Unbarmherzig mit grosser Wucht": Tatort in Riehen

Rätselmord: Den Arbeitskollegen erschlagen und erstochen

Proess: Eine "augenscheinlich motivlose Tötung" in Riehen vor dem Basler Strafgericht


Von Fabian Schwarzenbach


Die Staatsanwaltschaft wirft einem Monteur besondere Grausamkeit und Heimtücke bei der Ermordung eines Arbeitskollegen vor. Nach dem Mord versuchte der Beschuldigte, die Bluttat der Ex-Frau und der Ex-Freundin des Opfer in die Schuhe zu schieben.


Die beiden Arbeitskollegen sollen sich an jenem Sonntag im Februar 2012 beim späteren Opfer zu Hause verabredet haben. Angeblich wollte der mutmassliche Täter, ein heute 27-jähriger Schweizer mit Migrationshintergrund, seinem Arbeitskollegen, einem damals 35 Jahre alten Deutschen, ein "hammer Auto" zeigen. Zwischen 17 und 18 Uhr lässt das Opfer den Täter in seine Wohnung an der Rauracherstrasse in Riehen. Was dann passierte, versucht das Basler Strafgericht unter dem Vorsitz von Gerichtspräsidentin Liselotte Henz (FDP) ab nächster Woche herauszufinden.
 
Der Hergang, wie ihn die Staatsanwaltschaft beschreibt, ist nichts für zarte Gemüter: Der Täter zog sich Handschuhe über und schlug mit einem länglichen, kantigen Gegenstand auf das Opfer ein. Diesen Gegenstand konnte die Polizei bis anhin nicht ermitteln. Die Schläge sollen, so die Anklage, "besonders skrupellos, mit direktem Tötungsvorsatz" ausgeführt worden sein. Der Täter habe "unbarmherzig mit grosser Wucht" auf das Opfer eingeschlagen. Anfänglich soll sich das Opfer noch gegen die Schläge seines Widersachers gewehrt haben, verlor aber unter dem "Schlaghagel" das Bewusstsein.

Mindestens sieben Stiche
 
Als wäre dies nicht genug, soll der Beschuldigte zu einem Messer gegriffen und noch mindestens sieben Mal auf das Opfer eingestochen haben. Die Beschreibung der Verletzungen und Todesursachen füllen über sechs Seiten des Anklageschreibens. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer "Hinrichtung".

Zudem sieht die Anklage eine "augenscheinlich motivlose Tötung, deren besondere Grausamkeit und Heimtücke die besondere Verwerflichkeit seines Handelns offenbart". Weshalb der Täter das Opfer überhaupt umbringen wollte, konnte noch nicht geklärt werden. "Ohne erkennbaren Anlass und ersichtliches Motiv", habe der Täter gemordet.

Versuch, Bluttat zu verschleiern
 
Nach der Tat bewahrte der Beschuldigte einen kühlen Kopf und versuchte von sich als möglichem Täter abzulenken. So schrieb er neben das Schlüsselbrett des Opfers einen Termin hin, den das Opfer mit seiner Ex-Freundin, ebenfalls eine Arbeitskollegin der beiden, an diesem Sonntagabend gehabt haben soll. Er raffte einige persönliche Gegenstände des Opfers, so auch dessen Mobiltelefon, zusammen und schloss die Wohnung mit dessen Schlüssel ab.

Kurz nach 19 Uhr schrieb er sich selber eine Kurzmitteilung vom Mobiltelefon des Opfers aus. Darin wurde zur Verschleierung erwähnt, dass die Ex-Freundin (des Opfers) zu Besuch kommen solle. Eine weitere SMS ging an eine andere Arbeitskollegin. Später am Abend schrieb der Angeklagte auf seinem eigenen Handy – Ahnungslosigkeit mimend – dem Opfer, wie ihm denn der BMW gefallen habe. Für die Staatsanwaltschaft ist der Täter "absolut berechnend" und "in planmässiger Kaltblütigkeit" vorgegangen.

Ablenkungsmanöver beirrte Polizei nicht
 
Am nächsten Morgen wartete ein weiterer Arbeitskollege, mit dem der Deutsche eine Fahrgemeinschaft bildete, auf ihn. Als er vergeblich klingelte, fuhr er alleine zur Arbeit. Dort sorgte man sich um den Abwesenden, so dass die Ex-Freundin nach Feierabend zur Wohnung des Opfers fuhr, sich mit einem Ersatzschlüssel Zutritt verschaffen konnte und ihn tot vorfand.
 
Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wurde auch der mutmassliche Täter befragt, damals noch als Auskunftsperson. In dieser Befragung versuchte er teils beiläufig, teils klar, die Ex-Frau, von der das Opfer schon länger getrennt war, der Tat zu beschuldigen. Gleichzeitig gab er zu Protokoll, dass die Familie der Ex-Freundin einen "Ehrenmord" vollzogen haben könnte. Diese Finten nutzten ihm nichts, die Polizei verhaftete ihn zwei Tage später. Kommende Woche muss er sich vor dem Strafgericht für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten.

5. September 2014

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"Baselbieter SVP saugt an der Turnier-Subvention"

BZ Basel
vom 4. Februar 2017
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Exklusiv: Die einzige Partei, die Geld essen kann.

RückSpiegel


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Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

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Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

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Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

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In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.