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Mangelware im Basler Kantonsspital: Weisse Shirts der Grösse XS

Spitalpersonal im Schlabber-Look

Probleme mit der Berufskleider-Logistik im Basler Kantonsspital


Von Peter Knechtli


Das Basler Kantonsspital hat ein Berufskleider-Problem: Aus Mangel an sitzenden Shirts müssen sich weibliche Pflege-Angestellte mit flatternden Textilien abfinden. Jetzt soll eine Task-Force den Schlabber-Look beseitigen.


Krankenschwestern, Pflegeassistentinnen und Putzpersonal des Basler Kantonsspitals fühlen sich nicht mehr wohl in ihrer Haut, seit die Klinikleitung eine neue Kollektion weisser Hosen und Shirts einführte: Zahlreiche Mitarbeiterinnen, die früher Grösse "S" trugen, schwimmen in den neumodischen "S"-Shirts regelrecht, weil die Grössenbezeichnungen nicht mehr übereinstimmen.

Was sich männlichen Blicken durch überweite Ausschnitte und flatternde Aermel lustvoll offenbart, findet das weibliche Personal keineswegs lustig. Bange fragen sich viele, wie weit das unkomfortable Berufs-Kostüm mit dem verlangten professionellen Erscheinungsbild vereinbar sei.

Hamstern im Spital-Untergrund

Zwar reagierte die Spital-Administation auf interne Klagen und orderte auch Kleider in der begehrten XS-Grösse - doch in so geringer Zahl, dass es auf die gut sitzenden "XS"-Textilien Hamsterbeschaffungen im Western-Stil absetzte. So wurden ganze XS-Kleiderpakete aus der Logistik-Kette im Spital-Untergrund abgefangen, bevor sie die zentrale Wäscheverwaltung erreichten. Wer sich XS-Kleider ergattern konnte, nahm sie - nicht regelkonform, aber zur Sicherung des Besitzstandes - zum Waschen auch mal mit nach Hause. Um die Klamotten-Misere zu dokumentieren, wurden auf Stationen Fotos von Pflegepersonal im Kartoffelsack-Design angefertigt.

Das Aergernis geht zurück auf die Umsetzung eines neuen Logistik-Systems, das mit der Einführung einer kostengünstigeren Kollektion verbunden war. Für die zuständige VPOD-Sekretärin Sibylle Schürch braucht Spital-Kleidung "nicht höchsten modischen Ansprüchen" zu genügen: "Die Mitarbeitenden brauchen aber eine Kleidung, die sitzt, angenehm und funktionell angepasst ist." Vor allem sei unerlässlich, das Personal bei der Einführung neuer Berufskleider in den Entscheid einzubeziehen.

Spitalleitung bildet Task Force für Textilien

Kantonsspital-Sprecher Andreas Bitterlin kann Verständnis dafür aufbringen, dass das Personal "teilweise Vorratslager" anlegte. Das Problem sei aber "erkannt" und Thema in der Geschäftsleitung. Von der Lieferantin, der Basler Wäscherei "Zeba", sei eine Anpassung verlangt worden, wobei eine "Fehlproduktion" zu zusätzlichen Verzögerungen geführt habe.

Die Beseitigung des Textilien-Notstands, tönt es offiziell aus der Klinik, sei jetzt auf gutem Weg und eine "Task Force" (Bitterlin) derzeit mit letzten "Feinarbeiten" beauftragt: Beispielsweise zu erkennen, ob bei gewissen Grössen nun ein Ueberangebot bestehe, das wieder aus dem Umlauf eliminiert werden müsste.

2. Juli 2000


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