© Foto by BGV
"Wir hatten einfach Glück": Feuerlöschboot "Fürio"

Die unvorstellbare 1.20 Meter-Welle vor dem Birsfelder Kraftwerk

Software-Tests haben die vier Turbinen blockiert – Folge war eine mächtige Flutwelle rheinaufwärts in den Stausee


Von Peter Knechtli


Die vier blockierten Turbinen im Kraftwerk Birsfelden haben dazu geführt, dass sich vor allem rheinaufwärts eine Flutwelle bildete und Schaden anrichtete. Die Blockade war nach Informationen von OnlineReports durch Software-Tests ausgelöst worden. Beim Zwischenfall war viel Glück im Spiel.


Es war vergangenen Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr, als die vier je 140 Tonnen schweren Kaplanturbinen des Kraftwerks Birsfelden plötzlich still standen und eine Reaktion hervorriefen, an die wohl kaum jemand je geglaubt hat: Eine 1.20 Meter hohe Flutwelle, die durch das Staugewässer rheinaufwärts trieb. Die Welle hatte eine solche Wucht, dass sie das knapp 400 Meter entfernt an einem Steg der Kraftwerks-Insel festgebundene, schätzungsweise dreissig Meter lange Baselbieter Feuerlöschboot "Fürio" losriss.

Keine präzisen Informationen

Die Polizei sprach in einer Medienmitteilung von einer "technischen Ursache". Eine präzisere Information vermochte Kraftwerksdirektor Sascha Jäger nicht zu geben: Eine "technische Störung" habe "zu einem Maschinenausfall der vier Turbinen" geführt, sagte er auf Anfrage.

Laut Informationen von OnlineReports waren es Software-Tests, die zur Blockade der Turbinen geführt haben. Auf die Nachfrage, ob er dies bestätigen könne, erhielt OnlineReports von Direktor Jäger keine präzise, sondern eine ausweichende Antwort, aber kein Dementi: "Den technischen Defekt hatten wir in der Kraftwerks-Leittechnik."

Es folgt ein Hin und Her

Keine weiteren Informationen zu den Ursachen des Zwischenfalls waren auch vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) erhältlich. Soweit in einer Anlage der elektrische Teil nicht betroffen sei oder kein Unfall vorliege, der aufgrund von Einwirkung durch Elektrizität geschehen ist, sei diese Amtsstelle "nicht zuständig", schrieb ESTI-Rechtsdienstleiter Richard Amstutz auf Anfrage und verwies an die Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Nachfragen von OnlineReports ergaben, dass die Staatsanwaltschaft in Muttenz bisher keine Strafuntersuchung eingeleitet hat, wie Sprecher Nico Buschauer erklärte. Vielmehr sei das ESTI "mit technischen Abklärungen beauftragt" worden. Je nach Ergebnis werde die Strafverfolgungsbehörde dann entscheiden, ob die Ermittlungen aufgenommen würden. Als eine der Möglichkeiten würde in einem solchen Fall ein Verstoss gegen die Starkstrom-Verordnung geprüft.

Zufällig Schiffsführer an Bord

Sven Cattelan, Direktor der für die Feuerwehr zuständige Gebäudeversicherung Baselland, sagte gegenüber OnlineReports, es sei noch "zu früh", sich die Frage einer Strafanzeige zu stellen. Am Löschboot, das satt angebunden gewesen sei, seien "leichte Schäden" und Kratzer entstanden, das Schiff sei aber "voll einsatzbereit".

Die Auswirkungen der Flutwelle hätten in dem Fall gravierender sein können, wenn das Boot führerlos in Richtung des nahegelegenen Kraftwerks getrieben wäre. Doch soweit kam es nicht, denn, so Cattelan, "wir hatten einfach Glück": Zufälligerweise befanden sich beim Aufschlagen der Welle ein Schiffsführer und ein Maschinist der Berufsfeuerwehr Basel für Wartungsarbeiten auf dem Löschboot, so dass sie dieses sofort manövrieren konnten. 

Reparaturen Sache der Versicherungen

Besitzer des Feuerlöschboots "Fürio" sind die Schweizerischen Rheinhäfen. Betrieben wird es von der Basler Berufsfeuerwehr. Für den taktischen Einsatz ist die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung als eine Art kantonale Feuerwehr-Regierung zuständig.

Daniel Kofmel, der Bereichsleiter Schifffahrt und Hafenbetrieb der Schweizerischen Rheinhäfen, sagte gegenüber OnlineReports, zunächst würden die Schäden am Schiff aufgenommen. Deren Finanzierung sei dann Sache der Versicherungen. Von einer Strafanzeige gegen die Verursacherin der Flutwelle sei ihm "nichts bekannt".

Das Bundesamt für Energie (BFE) als Aufsichtsstelle ist laut Angela Brunner mit dem Kraftwerk Birsfelden "in Kontakt". Es werde "den Ereignisbericht des Betreibers prüfen und falls nötig Massnahmen treffen, um die Aufsicht im Verhältnis zu den potenziellen Risiken zu verstärken".

23. Januar 2018

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Ein mulmig hochsteigendes Gefühl"

Es ist nicht nur die Welle, welche mir als unvorstellbar daherkommt, sondern die recht sonderbaren Verhaltensweisen und Reaktionen der schieren Anzahl von Instanzen, welche darin verwickelt sind. Ich würde noch den Begriff "unglaublich" hinzufügen. Mir grausts beim Gedanken einer wirklich schlimmen Havarie – was und wer dann?

Je weiter ich lese, desto mulmiger ein hochsteigendes Gefühl: Stichwort "CZARNOBYL" oder Tschernobyl, mit seinem Block 4, Datum: 26. April 1986. Dort wurde auch an der Software gefummelt – angeblich durch hochqualifizierte Spezialisten – in Tat und Wahrheit aber durch grössenwahnsinnige und unbedarfte Ignoranten. Den Rest der Geschichte kennen die Meisten von uns!

Die Moral der Geschichte? Nicht die Menschen haben die Software im Griff, sondern umgekehrt. Warten wir also getrost auf die nächste Beinahe-Katastrophe. Oder in den Worten von Franz Hohler "S’isch nüt passiert, s’isch nüt passiert".


Ueli Pfister, Gelterkinden


Was Sie auch noch interessieren könnte

Ein exzellenter Richter
ist tot: Peter Meier

Der erste Baselbieter Kantonsgerichts-
präsident
starb unerwartet 75-jährig.


Reaktionen

Katholische ex-Kassierin
zahlt 45'000 Franken zurück

Kirchgemeinde Grellingen und CVP:
400'000 Franken soll sie veruntreut haben.


"Es wird gefährlich und wir
haben die Verantwortung"

Baumbrüche: Der Basler Stadtgärtner
Emanuel Trueb über extreme Sturmschäden.


"Rufen Sie an, wenn
er gestorben ist"

Beistand kritisiert Kesb-Praxis
mit Verbeiständeten ohne Erben.


Reaktionen

Bürgerspital betreibt Beiz
ohne Betriebs-Bewilligung

Alterssiedlung "Dalbehof": Wie die
Kantine heimlich öffentlich wurde.


Zwangs-Abtreibung: Für
Sohn und Mutter Freispruch

Kosovarische Ehefrau verhedderte
sich in Widersprüche: Das Urteil.


Reaktionen

"Untergejubelte Abtreibung"
vor Basler Strafgericht

"Martyrium": Kosovarischer Ehemann
und seine Mutter unter Verdacht.


"Jetzt reicht es": Das war
mein Ausstieg bei Facebook

Der Basler Arzt Florian Suter kehrte
dem Sozialen Medium den Rücken zu.


Reaktionen

Die scharfe "Camilla"
war der Sekundarlehrer

Er gab sich als Mädchen aus und
verlangte von Buben Pornofilmchen.


Reaktionen

Eine Überwachungs-Kamera
über der "Cargo Bar"

Vor zwei Wochen montiert: Anwohner
wurden über Zweck nicht informiert.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gesehen.gif
Coop
am 22. Februar 2020
in der Filiale Frenkendorf
fileadmin/templates/pics/gesehen.gif

Wie blöd. Jetzt hab' ich schon die Grättimanne eingekauft.

RückSpiegel


Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die 44-jährige Sabine Knosala, die in den letzten sieben Jahren die Redaktion des "Birsfelder Anzeigers" führte, wird als neue Redaktionsleiterin der "ProgrammZeitung" Nachfolgerin von Dagmar Brunner, die Ende Februar in Pension geht.

Die Basler Regierung lehnt ein mit Steuergeldern finanziertes flächendeckendes WLAN ab.

Die Baselbieter Regierung und die Verbände des Lehrpersonals haben sich auf die wesentlichen Eckwerte zum zukünftigen Mitarbeitenden-Gespräch geeinigt.

Baselland Tourismus hat ab Mai 2020 einen neuen Geschäftsführer: Michael Kumli übernimmt dann als Nachfolger von Tobias Eggimann die Leitung der touristischen Dachorganisation.

Die über Funk gesteuerten Sirenen in Basel-Stadt und Baselland haben die Bewährungsprobe bestanden: Das System funktionierte während des Probealarms vom 5. Februar ordnungsgemäss.

Der BVB-Verwaltungsrat hat am 3. Februar den 48-jährigen Bauingenieur und Leiter "Infrastruktur" Ramon Oppikofer zum Vize-Direktor gewählt.

Der 19-jährige FCB-Spieler Noah Okafor wechselt per sofort vom FC Basel 1893 zum FC Red Bull Salzburg in die österreichische Fussball-Bundesliga.

Melanie Nussbaumer, Tochter des Baselbieter SP-Nationalrats Eric Nussbaumer, wird als Nachfolgerin von Kerstin Wenk neue Vizepräsidentin der SP Basel-Stadt.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.