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"Ehre für andere Standorte": Basler St. Jakob-Park

Fussball-EM-2020 im St. Jakob-Park: Aus der Traum

Die Uefa will will andere Länder zum Austragungsort machen: Fussballverband erwägt, gar keine Bewerbung mehr einzureichen


Von Peter Knechtli


Der Traum, einen Teil der Fussball-Europameisterschaft 2020 in Basel stattfinden zu lassen, dürfte ausgeträumt sein: Die Uefa plant andere Austragungs-Standorte.


Ein Thema der langen Sitzung des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) gestern Freitagnachmittag ist auch für Basel von grosser Brisanz: Aktuelle Signale aus der Uefa als Veranstalterin der Fussball-Europameisterschaft ("Euro") verheissen hinsichtlich "Euro 2020" keine guten Perspektiven für die Schweiz – und insbesondere für Basel, das sich Hoffnung machte, in sechs Jahren wieder Gastgeber eines grossen Fussball-Events sein zu können.

Vorrang für andere Standorte

Für die "Euro in Europa" – so erfuhr OnlineReports aus zuverlässiger Quelle – sollen nicht jene Länder Austragungsorte von EM-Endrundenspielen werden, die vor kurzem schon Schauplätze des europäischen Spitzen-Turniers waren. Dazu gehören auch die Schweiz und Oesterreich, die – mit Schweizer Spielen in Basel, Bern, Genf, Zürich – die "Euro 2008" organisiert und durchgeführt hatten. Vielmehr sollen andere Standorte zum Zug kommen, denen die Ehre, Austragungsort der Europameisterschaft zu sein, in den letzten Jahren nicht zugefallen war.

Uefa-Präsident Michel Platini (58) verfolgt die Idee, die "Euro 2020" in zwölf Ländern über ganz Europa verteilt stattfinden zu lassen. Der sportliche Grossanlass wurde europäisch ausgeschrieben. Bis kommenden Frühling müssen sich die interessierten Standorte für die Austragung bewerben. Für die Schweiz kommt aufgrund der Aufnahmekapazität nur das Stadion "St. Jakob-Park" in Basel mit seinem Fassungsvermögen von 38'512 Zuschauern in Frage, in dem schon die "Euro 08" mitausgetragen wurde. Doch angesichts der Signale vom Uefa-Sitz im waadtländischen Nyon will sich der Schweizerische Fussballverband gut überlegen, ob er überhaupt eine Bewerbung für den Standort Basel einreichen will.

Teures Bewerbungs-Dossier

Verbandssprecher Marco von Ah bestätigte dies gegenüber OnlineReports, betonte aber, dass noch kein formeller Entscheid gefallen sei. Sorgen bereiten dem Verband die Kosten einer Bewerbung in sechsstelliger Höhe. Die Erarbeitung dieser Dossiers erfordert zahlreiche Nachweise und ist entsprechend aufwändig. Wenn die Kandidatur aber ohnehin so gut wie aussichtslos sei – so von Ah weiter –, könnte dieser Betrag sinnvoller in die Nachwuchsförderung, in den Frauenfussball oder in die Schiedsrichter-Ausbildung investiert werden.

8. März 2014


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