© Foto by zVg
Um den Guggemuusig-Namen "Bebbi Stompers" (Bild: offizielles Signet) dreht sich ein grotesker Streit

Bitter ernster Basler Guggen-Krach

Dissidente wollen traditionelle Guggemuusig "Bebbi Stompers" mit Marken-Trick ausspielen


Von Peter Knechtli


Das gab es an der Basler Fasnacht noch nie: Ehemalige Mitglieder der Guggemuusig "Bebbi Stompers" beanspruchen per Markenschutz denselben Namen und drohen mit Gericht. Der Stamm-Guggemuusig wollen sie notfalls gerichtlich verbieten, unter "Bebbi Stompers" durch Strassen und Gassen zu ziehen.


Das bizarre Ungemach zeichnete sich schon an der letztjährigen Generalversammlung der seit 33 Jahren schränzenden "Bebbi Stompers" ab: Der frühere Obmann Theodor Willimann, wohnhaft in Arisdorf BL, eröffnete der staunenden Basis, dass er mit vier weiteren Mitgliedern austreten werde. Mehr noch: Er habe den Markennamen "Bebbi Stompers" durch Eintrag im Schweizerischen Markennamen-Register gekauft. Die Guggemuusig sei künftighin nicht mehr befugt, unter diesem Label aufzutreten.

Willimann machte gegenüber OnlineReports Ehrengründe geltend: "Die verdienen diesen Namen nicht mehr!" In Nürnberg, so rechnet Willimann mit der Stammgugge ab, sei es zu Zechprellerei gekommen, die bis heute nicht bereinigt sei. An ihn gerichtete Vorwürfe, er habe es in Form allfälliger Lizenzabgaben lediglich auf das Vereinsvermögen abgesehen, stellte Willimann strikte in Abrede.

Ein langjähriges Gugge-Mitglied ist indes heute noch darüber geschockt, wie Willimann damals auftrat: "Wir kamen uns an dieser Versammlung vor wie nasse Pudel, die man gerade aus dem Rhein gefischt hat."

Willimann mit ultimativen Forderungen

Auf die diesjährige Fasnacht vom 22. bis 25. Februar bereiteten sich die verbliebenen 26 Aktivmitglieder dennoch wie üblich als "Bebbi Stompers" vor: Unter diesem Namen meldeten sie sich beim Fasnachts-Comité an, auch figurieren sie wie gewohnt im Fasnachtsführer "Rädäbäng".

Dies aber kam dem bundesamtlich zertifizierten "Bebbi Stomper" Willimann in den falschen Hals. Er kehrte alles vor, dass den Posaunern und Trompetern als "Bebbi Stompers" künftig Tuten und Blasen vergeht. In einem Einschreibebrief vom 14. Januar dieses Jahres drohte Willimann dem amtierenden Präsidenten Markus Wirz im Ton eines Oberbefehlshabers mit Gericht: Die "Guggisten" hätten an der kommenden Fasnacht vom 22. bis 25. Februar "peinlichst darauf zu achten, dass der Name Bebbi Stompers in keinster Weise und Form erscheint" - faktische Zensur.

Wie die Stompers auf diese ernstgemeinte Drohung des dissidenten Bläsers reagieren werden, will Obmann Markus Wirz ("wir können uns keine hohen Gerichtskosten leisten") erst noch abklären. Seine persönliche Meinung: "Wir laufen ganz normal mit Beschriftung."

Comité-Obmann hält Vorgehen für "unfair"

Alex Fischer, als Obmann des Comités ranghöchster Fasnächtler, hält es für "grotesk traurig und bedenklich", dass sich Fasnächtler gerichtlich bekämpfen wollen. Fischer, im zivilen Beruf Anwalt, empfindet das Vorgehen Willimanns und seiner Gruppe als "unfair" und steht nach bisherigem Wissensstand auf der Seite der Alt-Stompers: "Jene, die bisher in guten Treuen den Namen benutzten, dürfen ihn in guten Treuen weiter benützen. Auch dürfen sie wie bisher ihren Keller betreiben aber keine neuartigen Aktivitäten entfalten."

Das Markenschutzgesetz schränzt Neu-Stomper Willimann mitten ins Gesicht: Der blosse Eintrag im Markenregister, so Fischer gegenüber der SonntagsZeitung, genüge nicht, um eine seit Jahrzehnten aktive Guggemuusig des Namens - und somit ihrer eigentlichen Identität zu berauben.

Auch "Bern" gibt Zensur keine Chance

Dies bestätigt auch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum in Bern. Anja Herren, stellvertretende Leiterin der Markenabteilung: "Die neue Gruppe kann der alten nicht verbieten, ihre bisherigen Aktivitäten unter der bisher gebrauchten Bezeichnung im gleichen Umfang weiterzuführen."

Der Krach hat durchaus schweizerischen Modell-Charakter: Er zeigt, dass der Eintrag eines Vereinsnamens im Markenregister nicht ausreicht, um eine bestehende Gruppe auf kaltem Weg und ohne demokratische Legitimation ins Abseits zu stellen.

24. Januar 1999


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.