Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Schauspielhaus
Premiere

"Der Besuch der alten Dame"

Von Friedrich Dürrenmatt

Regie: Florian Fiedler
Dramaturgie: Eva Böhmer
Bühne: Jens Burde
Video: Bert Zander
Kostüme: Selina Peyer
Musikband: Rainer von Vielen mit Rainer Hartmann, Dan le Tard, Michael Schönmetzer, Sebastian Schwab

Mit Sebastian Grünewald, Silvester von Hösslin, Jesse Inman, Mareike Sedl, Vera von Gunten, Zoe Hutmacher


Der Besuch der unsichtbaren alten Dame

Auf die Frage, ob Dürrenmatts Witz noch beisst, seine moralischen Fragen noch interessieren, hat sich Regisseur Florian Fiedler gar erst nicht einlassen wollen. Um das Stück von 1956 zu inszenieren, hat er die Flucht nach vorne angetreten: die "tragische Komödie" hat er zur Farce weitergedreht. Bei seinen Güllener Dorfbewohnern gibt es keine Rechenschaft abzuklopfen: Von Beginn an sind sie als verschrobener und verlogener Haufen vorgeführt, der sich zum Gaudi eines Teils des Publikums in langen Klamauk-Einlagen ergeht.

Dass weder Amt noch Bildung noch Persönlichkeit eine Rolle spielen, wenn es darum geht, einen Mitbürger zu töten, wenn das Dorf dafür eine Milliarde kriegt, hatte Dürrenmatt subtil entwickelt und plakativ herausgestellt. Hier wechseln die Dörfler gleich auf Szene die Rollen: Jede und jeder kann den Schlagstock des Polizisten schwingen, den Zylinder des Bürgermeisters tragen, als Lehrer saufen, als Pfarrer ermahnen oder als Alfred Ill vor Angst verzweifeln, weil er merkt, dass ihm die Dorfgemeinschaft ans Leder will. Fiedler treibt es auf die Spitze: Der Bürgermeister und der Polizist wünschen einander einen guten Morgen, wechseln die Kostüme, begrüssen einander erneut in neuer Funktion und Person.

Ebenso abstrahiert die Szene: Die dörfliche Kulisse mit Hotel, Kirche, angedeutetem Bahnhof und Dorfladen wirkt so putzig und proper wie dem Swiss Miniature nachgebaut. Scheinwerfer überall leuchten das zum Modelldorf betonte Güllen künstlich aus. Rechts steht das Basler Rathaus: Wir sind mitgemeint. Sein Güllen ist nicht arm, die Darsteller sind dick ausgestopft, der Schweiz geht's gut. Die bauernschlauen Dörfler bräuchten die Milliarde nicht, die ihnen die Milliardärin Claire Zachanassian für den Kopf ihres ehemaligen Liebhabers Ill anbietet, der sie einst mit einem Meineid ins Elend gestossen hatte.

Das Dorf Güllen und das Personal des Stücks, ja letztlich auch das Drama sind Fiedler egal. Er will Kapitalismuskritik üben. Seine Claire Zachanassian – und hier wagt Fiedler einen derben Eingriff mit der zentralen Figur – ist keine Person sondern ein Prinzip. Persönlich tritt sie gar nicht auf. Die Bilder einer Kamera zeigen uns, gebeamt auf Bildschirme, was sie sieht: Die lächelnden und verlogenen Gesichter der Dörfler, die ihr Milliarden-Angebot natürlich zunächst entrüstet ablehnen, um es am Ende doch anzunehmen. Ein Mann aus dem Orchestergraben spricht ihre Sätze ins Mikrophon von der Logik des Kapitals: Nur wer zahlen kann, ist anständig; sie kann zahlen und zahlt auch. Sie kann es sich leisten, zu warten bis die Stimmung im Dorf kippt.

Wenn zwei Dörfler bei Zachanassians Sätzen, die Welt habe sie zur Hure gemacht, also mache sie die Welt zum Bordell, unter ihrem Blick erstarren, so soll das nicht die Rache einer versteinerten Frau zeigen, sondern die Heimsuchung des Kapitals. Wenn die Güllener gar nicht arm sind, aber dennoch auf Pump Fernseher, Waschmaschinen und die "schönen, neuen, gelben Schuhe" kaufen, so werden sie also – so die Lesart hier – zu Opfern und Tätern des Systems. Deutlich zeigt Fiedler das mit Ill, der diese Pumpkäufe als Beleg dafür ansieht, dass die Dörfler ihn für die in Aussicht gestellte Milliarde töten werden – und er selber bereits auch die gelben Schuhe trägt.

Um diese These zum Stück zu untermauern, hat die Dramaturgie nicht weniger als sieben Texte zum Themenkreis Kapitalismus, Macht und Materialismus ins Programmheft gesetzt. Aber in szenischer Weise hat Fiedler seinen Ansatz weder weiter belegen noch weiter entwickeln können. Das gab das Stück, das bis auf die wichtigsten Szenen und Sätze eingekürzt wurde, nicht her.

So erlebt man aber nur wenige interessante Bruchstellen, dafür aber viel skurril gemeintes Gezappel. Da mag Jesse Inman als Ill in einer Verfolgungsszene so viel Inbrunst mobilisieren wie er will, um das Grauen zu demonstrieren: Wenn alle Dörfler zu Witzfiguren verkürzt sind, geht es uns nichts mehr an.

Es stellt sich viel mehr die Frage, ob Fiedler das falsche Stück für seine Ideen gewählt hat. Denn Dürrenmatts Komödie konnte er davon nicht befreien, dass sie die fatalistische Sicht eines melancholischen Geniessers ausbreitet, der gerne eine Welt am tragischen Wesen Mensch eskalieren lässt und die sich allzu engen Erklärungsansätzen hartnäckig versperrt.

27. März 2015
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade.

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Claude.Buehler@gmx.net

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"Original ist gültig"

Die Inszenierung von Helmut Förnbacher im Theater des Badischen Bahnhofs hats gebracht: Textgenau.. Der Text von Dürrenmatt kann und soll eben nicht "interpretiert" werden. Dürrenmatts Text im Original ist gültig. Dies hat Helmut Förnbachers Inszenierung klar gezeigt.


Susanne Haller, Basel



"Grosses Vergnügen"

Die Inszenierung ist von irgendeiner theoretischen These bestimmt? Das habe ich nicht bemerkt. Vielmehr habe ich die Spielfreude des Ensembles, die Lust an wirklich gut gemachtem Slapstick und Klamauk genossen. Der Besetzung nach war es ja fast ein FADC-Abend und so war er auch angelegt.

Gut, dass man Dürrenmatt hier nicht als verstaubten und unantastbaren Klassiker präsentiert hat. Dafür sind seine Texte einfach zu zeitbedingt. Die Fabel wurde dabei ja kaum angetastet. Aber es ist ein Stück daraus entstanden, dass man heute mit großem Vergnügen anschauen kann.


Johannes Nordiek, Schopfheim D


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vom 7. Februar 2020
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Der Detailhändler gibt sich gern nachhaltig.

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

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20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

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Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Basler Regierung lehnt ein mit Steuergeldern finanziertes flächendeckendes WLAN ab.

Die Baselbieter Regierung und die Verbände des Lehrpersonals haben sich auf die wesentlichen Eckwerte zum zukünftigen Mitarbeitenden-Gespräch geeinigt.

Baselland Tourismus hat ab Mai 2020 einen neuen Geschäftsführer: Michael Kumli übernimmt dann als Nachfolger von Tobias Eggimann die Leitung der touristischen Dachorganisation.

Die über Funk gesteuerten Sirenen in Basel-Stadt und Baselland haben die Bewährungsprobe bestanden: Das System funktionierte während des Probealarms vom 5. Februar ordnungsgemäss.

Der BVB-Verwaltungsrat hat am 3. Februar den 48-jährigen Bauingenieur und Leiter "Infrastruktur" Ramon Oppikofer zum Vize-Direktor gewählt.

Der 19-jährige FCB-Spieler Noah Okafor wechselt per sofort vom FC Basel 1893 zum FC Red Bull Salzburg in die österreichische Fussball-Bundesliga.

Melanie Nussbaumer, Tochter des Baselbieter SP-Nationalrats Eric Nussbaumer, wird als Nachfolgerin von Kerstin Wenk neue Vizepräsidentin der SP Basel-Stadt.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.