Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Schauspielhaus

"Mary Page Marlowe"

Schauspiel von Tracy Letts

Regie: Joe Hill-Gibins
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Astrid Klein
Licht: Cornelius Hunziker
Dramaturgie: Ewald Palmetshofer

Mit Inga Eickemeier, Franziska Hackl, Mareike Hein, Steffen Höld, Martin Hug, Katja Jung, Irene Kugler, Nicola Mastroberardino, Connor Noeken, Lisa Stiegler, Moyra Studach, Leonie Merlin Young


Die Fülle eines Frauenlebens

Nein, wer den Namen Mary Page Marlowe googelt, wird keine historische Persönlichkeit finden. Höchstens die vielen Bühnen, auf denen das Stück von 2016 mittlerweile gegeben wird. Dabei erzählt uns der Dramatiker Tracy Letts die Geschichte irgendeiner Frau aus dem amerikanischen "middle of nowhere": Drei Ehemänner, zwei Kinder, diverse Liebhaber, Jobverluste, Gefängnisaufenthalt, viel Alkohol, dauerverkrachtes Elternhaus. Who cares? Dem Therapeuten sagt sie: "Für nichts davon habe ich mich entschieden. Das ist mir alles passiert, und ich hab's mitgemacht." Darin liegt das Drama.

Schmerzhaft wäre die Aussage, wenn sie Erkenntnis würde. Das ermöglichte vielleicht einen Aufbruch. Hier ist es unheimlicher: Mary will gar nicht fühlen, was sie über sich selbst sagt; sie will bloss den Therapeuten zynisch wegstrampeln, der nicht lockerlässt. Wie im Tennisfinale fliegen die Dialogbälle dack-dack-dack zwischen Franziska Hackl und Steffen Höld hin und her, bis er sie fragt, was sie denn tun würde, wenn sie in ihrem Leben das Sagen hätte. Gefühlte Minuten lang herrscht angespannte Stille im Basler Schauspielhaus.

Ein versiert gesetzter Ruhepunkt der Selbstoffenbarung. Mary ist mit 36 Jahren in der Lebensmitte, wir in der Hälfte der eineinhalbstündigen Vorstellung. Wir haben zu dem Zeitpunkt schon vergangene, aber auch vorausgeworfene Krisen und Zusammenbrüche erlebt. Denn Letts stellt Marys Frauenschicksal in elf schroff voneinander getrennten Szenen, in wild durcheinander gebrachter Zeitabfolge hin.

Vor neun Jahren lachte das Publikum am selben Ort im Minutentakt über die giftigen Pointen in Letts’ Soap-Komödie "Eine Familie", mit der er den Pulitzerpreis gewann. Geblieben davon ist seine hochklassige Dialogführung, der schmerzhafte Pointenwitz, der präzis entwickelte Szenenaufbau, der einen vom ersten Satz an fesselt.

Aber wenn er auch hier an naturalistischen Settings, an "natürlichen" Personen, festhält, so stellt er die Eindeutigkeiten seiner dramatischen Behauptungen selber tiefgreifend in Frage. Was passiert genau mit Mary in den Zwischenräumen der vorgestellten Szenen? Oft das Entscheidende. Wir erfahren davon nur in Dialogsätzen. Wer ist denn diese Mary Page Marlowe? Wer am ehesten von den fünf Darstellerinnen in den verschiedenen Lebensaltern mit den unterschiedlichen Temperamenten? So ist Mary Page Marlowe wohl beides, Figur und Vertreterin der in den vierziger Jahren geborenen Mittelstandsfrauen.

Für wie tragisch kann eine Titelfigur gelten, respektive auf der Bühne bestehen, die weder als Heldin überzeugt, noch pointiert als Anti-Heldin reizt? Mary spricht selber davon, dass sie nur in Rollen existiert hätte, als Mutter, als Tochter; ja selbst bei ihrem Liebhaber, dem sie nichts hätte vormachen müssen, hätte sie geschauspielert. Darin ist sie tragisch, weil sie die patriachalen Strukturen weder zu erkennen noch zu durchbrechen vermag. Und weil sie sich als "Durchschnitt" bezeichnet.

Letts hat ein hochaktuelles Stück geschrieben. Das Bedeutende im eigenen Leben muss – spätestens heute – anders erkannt und hergestellt werden als durch öffentliche Geltung und Bewertung. Bei Letts heisst das hier für die Bühne: Lebensmomente wiedergeben, egal ob es sich um eine bedeutende Person oder ein besonders dramatisches Schicksal handelt.

Der Autor vermittelt von dem Bedeutenden eine Ahnung, wenn Mary gelegentlich bei sich selber anzukommen scheint. Etwa wenn sie wie innerlich wund (Katja Jung) ihren Kindern die Scheidung erklärt. Wenn sie als fast 60-Jährige (Irene Kugler) dem jungen Reinigungsangestellten Ben von ihrem aus verschiedenen Flicken zusammen genähten Quilt erzählt und dabei halbbewusst eine Neugierde auf das eigene Leben aufscheint. Oder wenn sie in gelassener Resignation mit der Krankenschwester über ihren baldigen Tod spricht (auch Kugler). Dabei ist nicht die Resignation das Entscheidende, sondern die Fülle des eigenen Lebens, das ihr (fast) zu Bewusstsein kommt.

Die verstreuten Szenen versetzt Regisseur Joe Hill-Gibins quasi wie in ein Bild: im Vordergrund die spielaktiven Figuren, im Hintergrund alle anderen, die zusehen, in Anspannung vor der nächsten Szene verharren oder still umhergehen. Alles ist permanent vorhanden: Gegenwart oder Erinnerung oder Ansätze des Zukünftigen. Mit der grossen, kargen Bühne (Johannes Schütz) kamen sprechtechnisch nicht alle Ensemblemitglieder gleich gut zu recht. Berührend und plastisch wirkten Katja Jung, Franziska Hackl, Nicola Mastroberardino, Martin Hug, Steffen Höld, Inga Eickemeier und die Wienerin Irene Kugler, die man hoffentlich in weiteren Produktionen in Basel sehen wird.

18. März 2018
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade.

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Claude.Buehler@gmx.net

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sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Schliesse mich an"

Ich schliesse mich Walter von Wartburgs "Würdigung" dieser Kritik vorbehaltlos und mit Gusto an.


Niggi Ullrich, Arlesheim



"Ein Genuss"

Mit grösstem Vergnügen habe ich die gekonnte und einfühlsame Schauspielkritik von Herrn Bühler gelesen. Ein Genuss.


Walter P. von Wartburg, Basel


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"Die bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft ergaben, dass es (...) nach dem Handtieren mit einer Kleinstmenge einer Chemikalie zu einer Explosion kam."

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt
in einer Medienmitteilung
vom 21. August 2018
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So gefährlich können Handtierchen sein.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.