Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

<< [ 1 | (...) | 151 | 152 | 153 | 154 | 155 | 156 | 157 | 158 | 159 | 160 ] >>

Theater Basel, Grosse Bühne
Premiere

Antonius und Cleopatra

Autor: William Shakespeare
Bearbeitung: Karl Baratta/Christina Paulhofer
Regie: Christina Paulhofer

Mit  Barbara Behrendt, Andrea Bettini, Jan Bluthardt, Niko Eleftheriadis, Martin Engler, Renate Jett, Linda Olsansky, Bastian Semm, Jörg Schröder, Peter Schröder


Maso-Sex und Heroin

Ein Schreck richtete am Ende die Zuschauer gerade auf in ihren Sesseln. Die Schlange war echt, die sich Renate Jett als Kleopatra auf der Grossen Bühne um den Hals legte. Züngelnd schmiegte das Reptil seinen Kopf an die Wange der Schauspielerin. Auch wenn keine wirkliche Gefahr anzunehmen war, so wars doch spannend, unmittelbar wirksam und wunderbar unkompliziert.

Leider kann das für die 150 Minuten davor nicht behauptet werden. Ich behaupte: Wer das Stück nicht kennt, versteht in dieser Inszenierung weder die schwierige Liebesbeziehung noch die politischen Geschehnisse mit ihren Handlungsorten und den Abläufen. Die Sprache ist oft derart flüchtig geführt, dass halbe Sätze verschluckt werden. Das ist auch deshalb ein Problem, weil Regisseurin Christina Paulhofer das Stück eh schon um die Hälfte gekürzt hat. Dann hat Paulhofer die Verständigung mit dem Publikum zusätzlich erschwert, indem sie die Helden als heutige narzisstische Glamour-Stars inszeniert hat.

Selbst wer das Stück nicht kennt, ahnt, dass er hier nicht den ganzen Marc Anton (Bluthardt) sieht. Denn der ist ja nicht bloss ein jünglinghafter Pop-Star vom Psychoprofil eines Justin Timberlake, sondern ein eiserne Disziplin gewohnter Staatsmann, der mit militärischer Macht ein Drittel der Welt kontrolliert. Ähnlich schrill übersetzt ist Kleopatra (Jett) als liebenswürdige, ältliche Party-Tante, die sich bei Wendungen im Liebesglück mit Heroin und Maso-Fessel-Sex heruntermacht. Tja, wie hätte eine solche Kleopatra die mächtigsten Männer der Welt kriegen sollen?

Wie schon bei "Cyrano" oder "Endstation Sehnsucht" war Regisseurin Paulhofer auch hier bemüht, die Überfiguren auf Normalmenschen-Mass herunterzustutzen, und ihre Leidenschaften als pubertäre Grillen zu nivellieren. Vielleicht ist das ja auch realistischer so, denn in sieben Probewochen könnte nur ein erstklassiges Ensemble die Tiefe derart schwieriger Charaktere ausloten – wenn das die Regisseurin denn überhaupt wollte.

Das einzige Übermass bilden hier das Licht und die Ausdehnung der Grossen Bühne. Grell von unten angeleuchtet werfen die Leiber riesige Schatten an die graue Hinterwand in der Tiefe. Die Geschicke der Welt werden auf einem langen Catwalk und einer kleinen Vorderbühne besschlossen. Unausgesetzt drängen und drücken düstere Ambient-Töne die Stimmung. Hin und wieder krachen laute Post-Punk-Songs aus den Lautsprechern, die Frau Paulhofer gerne mag.

24. November 2007
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade.

© Foto by OnlineReports.ch

Claude.Buehler@gmx.net

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Ich habe jede Minute genossen"

Ich habe "Antonius und Cleopatra" am Freitag gesehen und habe jede einzelne der 150 Minuten genossen.

 

Christina Paulhofers aktionsreiche und spannungsgeladene Darstellung halte ich für viel wirkungsvoller als jede analysierende Interpretation, die die Charaktere bis ins letzte verstehen will.

 

Christina Paulhofer hat Shakespeares Skepsis gegenüber aller vorgeblichen Grösse gut verstanden. Sein typischer Sprachwitz und seine Ironie sind auch in "Antonius und Cleopatra" häufig zu finden, und diese Inszenierung nutzt das aus. Dass die "Überfiguren" hier auf "Normalmass" heruntergestutzt sind, ist ja gerade der Witz des Stückes. Cleopatra ist nicht gross, sie inszeniert nur Grösse. Das wird bei ihrem Selbstmord am Ende deutlich, den sie zu einem Schauspiel im Schauspiel gestaltet. "Die ganze Welt ist eine Bühne" heisst es bei den Outcasts von "Wie es Euch gefällt". In ihrer Interpretation von "Antonius und Cleopatra" zeigt Christina Paulhofer, dass das für die "first ladies" genau so gilt.

 

Sehr interessant fand ich übrigens die häufigen Überschneidungen an den Szenenwechseln, die die dekadente Welt Alexandriens immer wieder mit der strengen, politischen Welt Roms in Beziehung setzten. Und auch die "Sprachführung" war am Freitag sehr sorgfältig. Ebenso hat mich die Übersetzung überzeugt. Allein für das Zuhören hätte sich der Theaterabend schon gelohnt.


Johannes Nordiek, Schopfheim



"Nach der Lektüre wurde ich positiv überrascht"

Nach Lektüre der Kritik in OnlineReports besuchte ich die Aufführung mit viel Skepsis, wurde jedoch positiv überrascht: Der Abend war stimmig und interessant. Allerdings ist es von Vorteil, wenn man sich mit der doch sehr verzwickten Handlung - die wir heutigen Zeit nicht mehr so selbstverständlich kennen wie die gebildeten Zeitgenossen Shakespeares - vertraut macht. Ich wünsche dieser Inszenierung mehr Erfolg!


Bruno Paneth, Binningen


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Erläbed Sie bi eus die 'drey scheenscht Dääg'"

Hotel Basel
Betreffzeile einer Werbe-Mail
vom 20. Februar 2020
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Baseldeutsch für Hotelbasler.

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die 44-jährige Sabine Knosala, die in den letzten sieben Jahren die Redaktion des "Birsfelder Anzeigers" führte, wird als neue Redaktionsleiterin der "ProgrammZeitung" Nachfolgerin von Dagmar Brunner, die Ende Februar in Pension geht.

Die Basler Regierung lehnt ein mit Steuergeldern finanziertes flächendeckendes WLAN ab.

Die Baselbieter Regierung und die Verbände des Lehrpersonals haben sich auf die wesentlichen Eckwerte zum zukünftigen Mitarbeitenden-Gespräch geeinigt.

Baselland Tourismus hat ab Mai 2020 einen neuen Geschäftsführer: Michael Kumli übernimmt dann als Nachfolger von Tobias Eggimann die Leitung der touristischen Dachorganisation.

Die über Funk gesteuerten Sirenen in Basel-Stadt und Baselland haben die Bewährungsprobe bestanden: Das System funktionierte während des Probealarms vom 5. Februar ordnungsgemäss.

Der BVB-Verwaltungsrat hat am 3. Februar den 48-jährigen Bauingenieur und Leiter "Infrastruktur" Ramon Oppikofer zum Vize-Direktor gewählt.

Der 19-jährige FCB-Spieler Noah Okafor wechselt per sofort vom FC Basel 1893 zum FC Red Bull Salzburg in die österreichische Fussball-Bundesliga.

Melanie Nussbaumer, Tochter des Baselbieter SP-Nationalrats Eric Nussbaumer, wird als Nachfolgerin von Kerstin Wenk neue Vizepräsidentin der SP Basel-Stadt.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.