Aurel Schmidt: "Seitenwechsel"

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Architektur als symbolische Ordnung

Alles, was die Menschen tun, ist ein Versuch, die Welt durch eine starke symbolische Ordnung zu strukturieren. Sie müssen an etwas glauben, was es auch immer sei, sonst geht es nicht. Der Kampf um die individuelle Freiheit führt immer in ein kollektives Diktat. Der Markt ist zum Beispiel eine symbolische Ordnung. Er regiert wie jede symbolische Ordnung durch die Berufung auf sich selbst. Er ist widerspruchsfrei, aber nur unter der Voraussetzung des bedingungslosen Glaubens an ihn.

Auch die Architektur ist eine solche Glaubensfestung und Ordnung von höherer Bedeutung. Das leuchtet sofort ein, wenn man daran denkt, dass jedes Bauen mit Kult-, Grab- und Opferstätten begonnen hat. Ein aufgerichteter Stein genügte fürs Erste, bis Grabkammern, Pyramiden, Mausoleen folgten.

Sportstadien und Architektur lassen einen tief im symbolischen Denken verankerten Zusammenhang erkennen. Das Kolosseum in Rom ist gewaltiger als alle alten Tempel, weil das Religiöse eben einen anderen Ursprung hat. Fussballspiele sind Opferhandlungen. Die Sieger werden gefeiert, die Verlierer müssen das Kreuz ihrer Niederlage tragen.

Architektur kommt aus dem Kult, ist aber selbst ebenfalls Kult, das heisst Feier der symbolischen Gewalt. Jede Stadt lässt sich Stadien bauen. Wenn es sein muss, tut es auch ein Kultur- oder Kongresszentrum. Die Welt wird mit Tadj Mahals und anderen Denkmälern möbliert. Die Menschen schauen zu diesen Bauwerken ergriffen empor. Das ist es, was sie tief bewegt. Nichts darf diese Überzeugung erschüttern.

Der Gehry-Bau in Bilbao ist ein eindrückliches beziehungsweise erdrückendes Beispiel für den quasi-religiösen Architekturstil, der Ehrfurcht, Schaudern und Verehrung auslöst. Er verkörpert wie andere Beispiele das Numinose, das, was dem Verstand entzogen ist. Touristen machen sich wie Pilger mit hellen Gesichtern auf den Weg zu den Wallfahrtsorten der Sehenswürdigkeiten, folgen dem Guide wie dem Propheten ins Gelobte Land der Kraftorte oder lesen die Architekturführer wie Breviere.

Die hervorstechenden Bauwerke stehen im Mittelpunkt, alles Andere ist darum herum angeordnet, wie Dome und Kathedralen das mittelalterliche Stadtbild überragten. Sie dominieren die Stadt im Sinn eines Glaubensaktes und erheben die Bevölkerung zu Glaubensanhängern und zu einer religiösen Gemeinschaft.

Museen sind sublimierte Grabgewölbe. In den Versicherungstempeln werden Wertvorstellungen wie Sicherheit und Wahrheit kostbaren Schätzen gleich für alle Zeiten aufbewahrt, nämlich der unerschütterliche Glaube an etwas Überragendes, Unzerstörbares, das mit dem Ewigen Leben identisch ist. In den modernen Bankpalästen, die in den Himmel ihrer eigenen Erhabenheit ragen, residieren die allmächtigen Weltenlenker, die Schöpfer der Verhältnisse und Zustände auf Erden.

Architektonische Werke sind städtische Wahrzeichen, aber in Wahrheit religiöse Zeichen, Hinweise auf eine überirdische, entrückte Realität. Im Kampf um den rechten Glauben muss jede Stadt, die etwa auf sich hält, ein gleiches Bekenntnis ablegen. Sonst kommt die architekturale Andacht schnell zu einem Ende.

21. Mai 2007
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Aurel Schmidt, Jahrgang 1935, war bis Mai 2002 Redaktor der "Basler Zeitung" (vorher "National-Zeitung"). Er war mitverantwortlich für das jeden Samstag erscheinende "Basler Magazin" und verfasste zahlreiche philosophische Essays, Reise-Reportagen, Kommentare und Kolumnen. Schmidt, der heute als Schriftsteller und freier Publizist in Basel lebt, machte sich auch als Autor mehrerer Bücher einen Namen: "Der Fremde bin ich selber" (1982), "Wildnis mit Notausgang. Eine Expedition" (1994), "Von Raum zu Raum. Versuch über das Reisen" (1998). Ausserdem liegen vor: "Lederstrumpf in der Schweiz. James Fenimore Cooper und die Idee der Demokratie in Europa und Amerika" (2002), "Gehen. Der glücklichste Mensch auf Erden" (2006), "Auch richtig ist falsch. Ein Wörterbuch des Zeitgeists" (2009). Zuletzt erschienen: "Die Alpen. Eine Schweizer Mentalitätsgeschichte" (2011).

© Foto by OnlineReports.ch

aurel.schmidt@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Man muss dran glauben!"

Der starke Beitrag von Aurel Schmidt kommt im genau (beabsichtigten?) richtigen Zeitpunkt! Die Entscheide über den Casino- und auch Messeneubau stehen an. Man muss dran glauben: Tu ich! Ein Null- oder Negativentscheid wäre wieder mal 'die' baslerische Lösung; da geht dann dreissig Jahre nichts mehr ...

A propos städtebauliche Rücksichtnahme: Den Berri-Bau fürs Museum hat man vor hundertfünfzig Jahren an der Augustinergasse gnadenlos in die Altstadt hingeknallt; scheint nicht mehr zu stören ...

Vorwärts Kameraden, etwas mehr Mut Leute, eine Wettsteinbrücke genügt; in dieser glücklichen Stadt darf noch was verändert werden. Man muss dran glauben!


Willi Rehmann-Rothenbach, Binningen



"Triste Plattenbauten wurden damals als das Nonplusultra angepriesen"

Willi Rehmann-Rothenbach scheint mit geschlossenen Augen durch Basel zu spazieren, sonst wäre ihm aufgefallen, dass dauernd etwas verändert und so viel gebaut wird, dass die Preise (Aussage Regierung) bereits um 30 Prozent gestiegen sind. Bald soll in der Aeschenvorstadt das Drachencenter abgerissen werden. Die Aeschenvorstadt wurde damals, mit den genau gleichen Argumenten wie man sie heute beim Casino hört, fast vollständig abgerissen. Der Goldene Sternen (jetzt Dalbeloch) und der Godene Löwen (jetzt St. Albanvorstadt) fielen der Erneuerungswut zum Opfer. Ersetzt wurden sie durch triste Plattenbauten, die damals als das Nonplusultra angepriesen wurden. Beim Casino-Neubau steht nicht nur das Casino zur Debatte, sondern auch der Barfüsserplatz, die Barfüsserkirche und die gegenüberliegenden Häuserzeilen, die in Mitleidenschaft gezogen werden. Darum "Nein" zum Casino-Koloss.


Alexandra Nogawa, Basel


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"Nun nimmt Sie Stellung"

BZ Basel
Ingress zum Interview
mit Monica Gschwind
vom16. Juni 2017
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Wenn sich Frau Gschwind schon einmal öffentlich äussert, ist die Höflichkeitsform gebieterisch angebracht.

RückSpiegel


Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.