Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | (...) | 64 ] >>

Sommer und goldbraune Beine auf Balkonien

Mein Glas sei immer halb voll, nie halb leer, kriege ich zuweilen vorgeworfen. Was der Vorwurf soll, ist mir nicht klar, denn ich habe Recht, das ist beweisbar. Nehmen Sie Ihr halbvolles Glas und leeren Sie den Inhalt in ein grösseres. Egal, wie gross dieses ist, es wird nie leer sein. Nehmen Sie hingegen ein kleineres Glas, dann ist es irgendwann voll. Von halbvoll kann voll werden, von halb leer aber nie leer, q.e.d. (© A. Strahm).

Nehmen wir diesen Sommer. Alles jammert, meckert, klagt. Rennt aufs Reisebüro, bucht "last minute", steht stundenlang vor Schaltern, Check-Ins, Check-Outs, nur um sich irgendwo kurz den Schädel zu verbraten. Und ich sitze friedlich auf meiner (gedeckten) Terrasse im Neubad. Ich meine, schon nur der Quartier-Name "Neubad" lädt doch voll zum Faulenzen ein.

Ich mache also Ferien auf Balkonien und mag diesen Sommer. Nobody ist perfect, warum also der Sommer (Yann Sommer mal ausgenommen)? Ferien heisst dolce far niente. Zum Beispiel den Garten nicht spritzen. Was problemlos gelingt derzeit, denn alles Gute kommt von oben. Wäre das nicht so, müsste ich die Nachbarin fragen, ob sie mir giesst, denn ich habe ja Ferien, und das gäbe dann schwer dicke Luft, würde ich Zuhause im Liegestuhl liegen und sie müsste mit dem Gartenschlauch um mich herum turnen.

Oder diese Kolumne hier. Sie wollen von mir politische Statements zu Aktualitäten aller Art? Fehlanzeige, ich habe jetzt Ferien. Natürlich lese ich die Zeitungen, die zufolge mangelnder Umleitung pünktlich in aller Frühe durch den Türschlitz fallen. Ich weiss also, was los ist, aber muss mir nichts dazu denken. Ich rätsle über Minu's Sommersprossen in der BaZ, und schäkere ein bisschen elektronisch mit ihm, wenn ich etwas nicht weiss (nein, er verrät leider GAR NICHTS), und fertig.

"So ein wenig goldig statt käsig
sollten die Beine schon sein."




Vergessen wir den letzten Winter nicht. Haben Sie jemals Schnee wegschaufeln müssen? Ich nicht. Und wenn ich etwas hasse, dann diesen braun-grauen Matsch wegschippen zu müssen, Stadt und Schnee verträgt sich nun mal schlecht. Meinen Oleander konnte ich draussen lassen, dieses schwere Ding. Und die sommerliche Reinigung meiner Daunenjacke kann ich mir auch sparen. Der Frühling war angenehm warm, für einen Gfrörli wie mich ein Segen. Und kalt ist es jetzt wirklich nicht, es regnet nur ab und zu ein bisschen. Man bedenke, was wir an Energie gespart haben, den letzten Winter weniger geheizt und jetzt im Sommer schweigen die Klimaanlagen. Petrus muss ein Grüner sein.

Und der Schlaf, an Schlaf ist tatsächlich zu denken. Kein Duvet klebt, keine Mücken wehklagen penetrant um die Ohren, und keine Nachbarn feiern Scheiaweia bis in die Puppen, nachdem sie einen mit Rauch vollgrilliert haben. Entspannt und ausgeschlafen begrüssen wir im Neubad den ersten Flieger um 06:07 mit dem im Yoga (Seminar gegen Fluglärmangst) erlernten "Tibeter",  ganz ohne Verdruss darüber, dass wir erst seit zwei Stunden eine Mütze Schlaf abbekommen haben.

Sonnenbadestress – kein Thema. Der weibliche Teil der Menschheit, und zunehmend auch der männliche, möchte einen ansatzweise gebräunten Teint, was ungesund ist, einen aber zwingt, bei Sonne in dieselbe zu liegen. Wir müssen zwar nicht mehr so dunkelbraun daher kommen wie in den Siebzigern, aber so ein wenig goldig statt käsig sollten die Beine schon sein.

Und genau dies gelingt in diesem Sommer. Mit Selbstbräuner. Achten Sie dann einfach darauf, dass niemand Ihre gelben Handflächen sieht, weil Sie vergessen haben, das Zeug von den Händen zu waschen. Denn Handschuhe sind sogar in diesem Sommer eher auffällig – dunkle wecken den Verdacht auf einen kriminellen Hintergrund und mit weissen meinen alle, Sie seien von der "Tattoo"-Gilde. Es war übrigens ausgesprochen erfrischend, in diesem weissen Coop-Plastikmantel im Regen in der Kaserne. Und die "Tattoo"-ter schwitzten kein bisschen in ihren militärischen Wolluniformen.

Und nun sitzen Sie selbstvergessen wieder im Büro, träumen von schönen Stränden oder Berggipfeln, und zählen die Tage bis zur nächsten Auszeit. Meine Ferien sind heute auch vorbei, aber ich kann schon mittags wieder an mein Feriendomizil. Falls es jetzt immer noch nicht heiss wird: wozu auch, wir müssen eh arbeiten. Und falls doch, gehen wir abends an den Rhein. Sie wissen es ja jetzt: das Glas ist immer halbvoll.

18. August 2014
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und gehört der Parteileitung der CVP Basel-Stadt an. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Köstlich amüsiert"

Sie, liebe Frau Strahm, haben den diesjährigen Sommer mit vielen anderen Daheimgebliebenen auf Balkonien, voll und ganz genossen. Ich habe mich köstlich über Ihre Wortspiele und Gedanken amüsiert. Ein wirklich erfrischender Wind wehte mir dabei um die Ohren. Wie recht Sie doch haben, denn Sie leben nach dem Motto "denke positiv" und freue Dich über das Schöne, welches Dir im Leben geschenkt wird.


Yvonne Rueff-Bloch, Basel



www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 




Veranstaltungs-Hinweise


Kunstkredit Basel-Stadt, Ausstellung 2014

Kunsthalle Basel, Steinenberg 7, 4051 Basel

Mit Werken von Ralph Bürgin, Christine Camenisch, Othmar Farré, Hans-Rudolf Fitze, Dunja Herzog, Matthias Huber, Clare Kenny, Edit Oderbolz, Hinrich Sachs, Valentina Stieger
Vernissage: 31.08.2014, 11 Uhr
Ausstellungsdauer: 31.08.-07.09.2014 Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr 11-18 Uhr, Do 11-20.30 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr


fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Seit zwanzig Jahren im gleichen Theater mit den leichen Darstellern und den gleichen Komparsen?"

Basler Zeitung
Markus Somm
in einem Leitartikel
vom 23. August 2014
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Leichen-Darsteller bitte melden.






RückSpiegel


Der Tages-Anzeiger und der Bund bezogen sich in ihrer News über die Landratskandidatur von Astra-Direktor Rudolf Dieterle auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über den erneuten Heimleiter-Wechsel im Eben Ezer auf.

Das Regionaljournal und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-News über den Einzug von Andrea Knellwolf in den Basler Grossen Rat nach.

In ihrem Porträt über die Basler CVP-Vizepräsidentin und OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm nahm die Schweiz am Sonntag auf OnlineReports Bezug.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Recherche über die bevorstehende Restauration der Wandgemälde in der Schalterhalle des Basler Bahnhofs SBB auf.

Die OnlineReports-News über die 35 Millionen-Betreibung eines Scheichs durch die "LGT Bank (Schweiz) AG" nahm die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Eine Falschmeldung produzierte die Schweiz am Sonntag: OnlineReports, so schrieb sie in ihrer "Echo"-Rückschau, habe Hans-Peter Wessels unterstützt, weil BVB-Verwaltungsrat Dominik Egli nicht mit uns habe reden wollen. Richtig ist, dass OnlineReports Egli kritisierte, weil er als Frühwarner Wessels' versagt hat.

In ihrem Bericht über ein weiteres zugemauertes Werk des verstorbenen Baselbieter Künstlers Walter Eglin nimmt die Basellandschaftliche Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Tod von Ottmar Hitzfelds Bruder Winfried fand in den Medien von ganz Europa Resonanz. Googe weist über tausend Erwähnungen durch Online-Portale auf. Lokal berichteten Radio Basilisk, die TagesWoche, die BZ, TeleBasel und die Basler Zeitung. National sind es die sda, RTS.ch, 20 Minuten, Blick, watson, Neue Luzerner Zeitung, NZZ, news.ch, Thurgauer Zeitung und viele weitere sowie die Internetportale swissinfo.ch, lematin.ch, tagesanzeiger.ch, gmx.ch, bluewin.ch und die Fussballerseiten fussball.ch und sport-fan.ch. In Deutschland nahm die Nachrichtenagentur DPA die Meldung auf. Ebneso bezogen sich bild.de, suedkurier.de, bunte.de, focus.de, promiflash.de, rp-online.de, web.de, donaukurier.de auf OnlineReports, auch yahoo.de/Eurosport.com und viele weitere. In Österreich die kleinezeitung.at und in Liechtenstein das Lichtensteiner Vaterland. Auch skandinavische Medien nahmen in ihren Berichten auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-Recherche über die Pläne zur Fusion von Waldenburgerbahn und BLT wurde von der Basler Zeitung aufgenommen.

Die Schweiz am Sonntag nahm in ihrem Bericht über die Standort-Kontroverse um die Serra-Plastik auf dem Basler Theaterplatz auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Meldung über den Abgang von Sibylle Schürch als Solothurner Klinik-Direktorin auf.

Das Medienmagazin Persönlich griff eine OnlineReports-Personalia aus der BaZ-Redaktion auf.

20 Minuten nahm den OnlineReports-Primeur über den Sieg der Migros vor der Baurekurskommission zum MParc-Fahrtenmodell auf.

Jascha Schneider nahm im "Salon Bâle" von Telebasel Bezug auf den ungeschriebenen Brief von FCB-Präsident Bernhard Heusler in OnlineReports.

Die Schweiz am Sonntag ging auf einen Leserbrief des ehemaligen Riehener Gemeindepräsidenten Gerhard Kaufmann gegen Eduard Rutschmann in OnlineReports ein.

Auf den OnlineReports-Primeur über die unrechtmässige Freistellung des SVP-Politikers Lorenz Nägelin durch Sicherheitsdirektor Baschi Dürr zogen das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Basler Zeitung und die BZ Basel nach. Die TagesWoche verzichtete auf einen eigenen Bericht und verlinkte statt dessen auf die Story von OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des BKB-Schalters im Basler Claraspital auf.

Aus dem OnlineReports-Interview mit der neuen "Basta"-Kopräsidentin Tonja Zürcher zitierte die Schweiz am Sonntag.

Den OnlineReports-Primeur über die Haltung der Basler Regio-Kommission in der Fusions-Frage nahmen die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Den OnlineReports-Primeur über die Vertraulichkeits-Panne bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) nahmen die BZ Basel und Blick am Abend auf.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Sonntag und 20 Minuten haben den OnlineReports-Primeur über den Verzicht auf die Austragung der Fussball-"Euro 2020" in Basel aufgenommen.

Weitere RückSpiegel