Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Das Hüftgelenk und der Schnee von gestern

Soll das Hüftgelenk nun raus oder machen wir besser noch etwas Physiotherapie? Wir gehen zur zweiten Ärztin, bevor wir uns unters Messer legen. Das ist Sinn und Zweck einer Zweitmeinung. Dass dies auch umgekehrt geschieht, wenn wir partout krankgeschrieben werden wollen und unser Arzt findet, nun sei fertig lustig und gegen Arbeit spräche nun wirklich rein gar nichts mehr, das wissen Arbeitgeberinnen und pflichtbewusste Arbeitskollegen nur zu gut. Aber lassen wir das.

Es gibt auch andere Zweitmeinungen. Diejenige, die die Medien aus den hinteren Rängen holen, weil sie ein Süppchen unbedingt weiterkochen wollen, aber von denjenigen, die etwas zu sagen hätten, nichts mehr zu hören kriegen.

So nach dem tragischen Skiunfall von Michael Schumacher. Er verunfallte im Dezember 2013, und seither hören wir ununterbrochen von seinem Zustand. Weder von seinen Angehörigen noch von seiner Pressesprecherin, aber von allen andern, so Ahnungslosen wie wir. Zunächst wurden wochenlang Freunde, Rennfahrkollegen, Ärzte und Pflegeleute befragt. Neurologinnen, die darüber mutmassten, wie schwer wohl die Verletzung sein könnte, wenn das künstliche Koma so und so lange aufrechterhalten bleibt.


"Auch in Basel weiss so mancher Bescheid,
der keine Ahnung hat."



Michael News ohne Ende, zuletzt 23. August 2016: Wir hören von Don Sergio Mantovani, einem 89-jähriger Pfarrer aus dem italienischen Modena, und der muss es ja wissen, denn der  war viele Jahre ganz nah dran an der Formel 1. Und er sagt: "Ich weiss mehr, als ich sagen möchte." Und "Michael ist immer noch ein Held hier. Er liebte Ferrari und wir Italiener lieben ihn". Das haut einen doch um, diese bahnbrechende Neuigkeit.

Auch in Basel weiss so mancher Bescheid, der keine Ahnung hat. Besonders beliebt sind pensionierte Kriminalkommissare. Eine langjährige Erfahrung kann denen wirklich nicht abgesprochen werden. Und so äussern sie sich frei von der Leber weg zu aktuellen Ermittlungen, auch wenn sie keinen blassen Dunst haben. Und die Zeitungsspalten füllen sich, ohne dass irgendein Journalist dieser Welt seriös recherchieren müsste.

Die Leserschaft erfährt so zwar lediglich, was Urgesteine aus dem Morse-Zeitalter bei derartigen Fällen einst getan hätten. Was im Zeitalter des Internets und modernster Elektronik Sache ist, erfährt hingegen keiner. Es sei denn, von der Polizei selber, aber diese Mitteilungen können leider nicht über Wochen am Köcheln gehalten werden. Also her mit vermeintlichen Fachleuten, egal welchen Fachs, und wir erfahren. Was auch immer.

Fachleute seien das doch, da wird also was Wahres dran sein, wenn die sagen, dass das so ist, wie es nicht ist. Was der geneigte Leser erst erfährt, wenn er das Kleingedruckte liest, und nicht nur den Titel. Dieser lautete etwa kürzlich beim Pfarrer aus Modena wie folgt: "Michael Schumacher: Formel-1-Pfarrer meldet sich zu Wort." Also kaufen wir das Print-Medium, nimmt uns doch Wunder, wie es dem armen Michael geht, und Pfarrer haben ja Zutritt, also weiss der vielleicht etwas. Tut er nicht. Wir erfahren, dass er mehr weiss, als er sagen will, und fertig.

Die Zweitmeinung bei der Huft-Prothese erhöht die Sicherheit, die Meinung aus zweiter Hand hingegen, auf die können wir verzichten. Die Medien sollten es auch. Und zu Fakten und guten Recherchen zurückkehren. Diese wollen wir, und keine Ansichten zu längst bekannten Tatsachen. Second Hand ist und bleibt nun mal Schnee von gestern.

12. September 2016
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Pensionierter Scharfmacher"

Volltreffer, Andrea. Ich finds auch bedenklich, was Melzl als pensionierter Scharfmacher, wohl aus Frust oder Groll über seine ehemalige Arbeitgeber-Stadt, so von sich gibt. Warum geniesst er nicht einfach seine Pension, die wir BS-Steuerzahler ihm soeben aufgefrischt haben?


Phil Bösiger, Basel


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"Auf dem verbittert umkämpften Schlachtfeld in den Südvogesen waren (...) 30'000 deutsche und französische Soldaten gefallen."

BZ Basel
vom 9. November 2017
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Verbittert das Schlachtfeld zu umkämpfen, ist wenig ratsam.

RückSpiegel


Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.

• Der Binninger Mike Keller ist neuer Präsident des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) bis Frühjahr 2019 und somit Nachfolger des neuen Basler Stadtentwickers Lukas Ott, der alle politischen Ämter niederlegt.

• Der an der Harvard-Universität arbeitende Forscher Professor Alexander F. Schier wird ab 2018 neuer Leiter des Biozentrums der Universität Basel.

• Das Unternehmerpaar Marc Friedrichsen und Julia Reidemeister übernahm Mitte Oktober die "Boutique Danoise" an der Aeschenvorstadt in Basel im 50. Jahr ihres Bestehens von Thomas und Astrid Bachmann.

Hoffmann-La Roche will bis ins Jahr 2020 den Wasserverbrauch pro Mitarbeitenden um zehn Prozent senken.