Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Augen- und andere Wischereien

Da liegt etwas auf dem Boden, und schon kommt der Reflex, und ich will’s aufheben und in den nächsten Abfallkorb werfen. Ich kann mich gerade noch beherrschen. Das machte me nämlich so, und wehe, wir Kinder taten nicht wie befohlen. Dann kam so sicher wie das Amen in der Kirche ein Rüffel mit schneidender Stimme, wir sollten gefälligst nicht die Füsse über den Dreck lüpfen, sondern diesen aufheben und wegräumen.

Wir hatten auch keine Säcke zuhause und mussten deshalb die Zimmertüren schliessen – das verstehe, wer wolle, im Kindergartenalter. Insbesondere da wir durchaus Säcke hatten, im Keller etwa, für die Holzscheite. Dass manche Leute noch viel früherer kein Geld für Türen hatten und deshalb Jutesäcke oben an die Türe nagelten, wurde uns natürlich nicht erklärt. Aber lassen wir das. Wir hatten jedenfalls die Türen zu schliessen, denn das Treppenhaus wurde nicht beheizt, die Radiatoren dort waren abgedreht, und die Mäntel im Winter eiskalt.


"Das Vorstandsmitglied mit dem schmutzigen
Trottoir schaute mich fassungslos an."



E
in paar Jahrzehnte später sass ich an einer Vorstandssitzung des Neutralen Quartiervereins und ein Mitglied verlangte, dass wir die Stadtreinigung auffordern sollen, das Trottoir seiner Strasse häufiger zu reinigen. Ich hakte nach. Ob er denn selber keinen Besen besässe? Immerhin liegt auch vor meinem trauten Heim zuweilen Laub, und dann hole ich halt den Besen.

Flachse dann ein bisschen mit meiner lieben Nachbarschaft, die natürlich fragt, wohin ich mit meinem Besen fliegen wolle. Und dann wandert der Dreck in den "Bebbi-Sagg", den scheusslichen, knallblauen, und ich versorge den Besen. Will ja nicht, dass Hampe Wessels auch noch den Besenverkehr am Himmel behindern muss. Bref, das Vorstandsmitglied mit dem schmutzigen Trottoir schaute mich fassungslos an und wir wurden nicht bei der Stadtreinigung vorstellig.

Einst durften wir auch keine Löcher in den Tag brennen, will heissen, dass jegliches Licht gelöscht werden musste, sobald dieser anbrach. Und das Geschenkpapier wurde von der Grossmutter eingesammelt und ihre Perle musste es sorgsam aufbügeln, zwecks Weiterverwendung im Folgejahr. Das Gold hielt das zuweilen nicht aus, wie wir bei der neuerlichen Verwendung dann feststellen konnten, aber Rot und Grün widerstanden dem bügeleisernen Druck, ganz wie in der Politik.

Zum Einkaufen nahm jeder den eigenen Korb mit, die Kleider wurden verlängert, ausgelassen, eingenommen, und das Essen zehnmal aufgewärmt. Herz, Lunge, Zunge, Hirn, Kutteln und  Nierchen – das stand so auf dem Speiseplan. Man stelle sich das Gekreische vor, müsste die heutige lacto-vego-vagan-Community sowas essen. Aber das war das Basler Bürgertum. Keiner war grün, alle steinreich. Und geizig. Das Einsammeln fremden Abfalls hatte deshalb wohl vor allem damit zu tun, dass man den Dreck vielleicht noch für irgendwas brauchen konnte oder sicher sein wollte, dass darunter nicht ein Fünfernötli versteckt war.

Heute wohnt man in Lofts und es wird schlicht alles, Korridore, Zimmer, Küche, Bad, geheizt, und nachts stehen die Fenster im tagsüber aufgeheizten Schlafzimmer weit offen, egal, wie kalt es draussen ist. Wischen soll der Staat, Schneeräumen soll der Staat. Und der Staat montiert die Abfallkübel ab, besteuert die Energie, erhebt Gebühren, reguliert, und keiner will gehorchen, die Steuern sind eh zu hoch, rebellisch sind sie alle, ein Krieg, eigentlich.

Ich lese längst nichts mehr von der Strasse auf, will ja nicht als verrückt erklärt werden. Und so muss Väterchen Staat hinterher beselen. Die Energieverschwendung, die Abfallberge, alles muss von oben kontrolliert und in Schach gehalten werden. Gut ist das nicht, wir zahlen teuer. Gaben Eigenverantwortung ab. Und verloren Freiheit.

27. März 2017
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

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andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Die Zeiten ändern sich"

Super, ihre neueste Kolumne. Hat mir sehr gut gefallen! Aber, wie Sie selber feststellen: Die Zeiten ändern sich!

Dabei habe ich mich erinnert an das Buch von Arnold Künzli mit dem Titel: "Rettet die Freiheit - vor ihren Beschützern" Kritische Gedanken zur Politik. Dieses passt – 1989 geschrieben – nach dem Rechtsrutsch auf der politischen Ebene erst recht, in die heutige Zeit, in welcher die SVP die Freiheit so häufig postuliert!

Nur – ich bin zur beruflichen Erfahrung gelangt, dass das Ausgeschlossene wirkt und wird in der Wirkung zu dem, was ich im Blickpunkt Zukunft bereits im Juli 2004 beschrieben habe: Sie verursachten, was sie zu verhüten vorgaben … die Macht des Ausgeschlossenen. (Findet sich unter diesem Titel bereits seit längerer Zeit im Internet).


Bruno Rossi, Gelterkinden


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Veranstaltungs-Hinweis


Galakonzert der Stadtmusik Basel

Nach 29 Jahren leitet der Dirigent Philipp Wagner zum letzten Mal die Stadtmusik Basel (SMB). Zum Abschied des langjährigen Dirigenten tritt die SMB mit der Ballett- und Bewegungsschule Liestal auf. Es erwartet Sie ein vielseitiges Programm mit Werken von Leonhard Bernstein, Duke Ellington, Johann Strauss, Andrew Lloyd Webber und anderen.

20. Januar 2018, 19.30 Uhr, Musical Theater Basel
www.stadtmusikbasel.ch

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"Seit Jahrzehnten nutzen Forscher Viren um Einzelzellen oder Zellverbände gentechnisch zu veränderten."

Friedrich Miescher Institut
Medienmitteilung
vom 19. Dezember 2017
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Diese Viren greifen auch schon Wörter an.

RückSpiegel


Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.

• Die Basler Regierung hat die Standesinitiative von FDP-Grossrat Christophe Haller betreffend "Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts" beim Generalsekretariat der Bundesversammlung eingereicht.

• Das Basler Hochbauamt rechnet beim Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Basel mit einer Kostenüberschreitung von 3,5 Prozent.

Stagnierende Gesamtzahl der Studierenden an der Universität Basel: 12'873 Studierende und Doktorierende haben sich im Herbstsemester 2017 für ein Studium eingeschrieben.

• Die volle Freizügigkeit, die auf 1. Januar 2014 in beiden Basel eingeführt wurde, bleibt auch mit der ab 2018 geltenden Spitalliste weiterhin bestehen.

• An der Sitzung vom 18. Dezember hat das französische Parlament dem schweizerisch-französischen Abkommen zum Steuerregime am EuroAirport zugestimmt.

Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.