Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Gleichberechtigt? Nie und nimmer!

Wir sind ja sowas von sensibilisiert inzwischen, und so fiel es mir kürzlich wie Schuppen von den Augen: Wir Frauen werden es immer schwieriger haben. Hier die stringente Beweisführung. Wir hatten einen Ball, und ich wollte schon absagen, weil mein Tanzpartner in Zypern in den Ferien war. Null Problemo, meinte er jedoch gutgelaunt, er lande um 16 Uhr in Basel, rasch heim, Smoking an, er stehe um 18 Uhr vor meiner Türe. Und so geschah es.

Davon kann die Dame nur träumen. Denn als der Herr in den Flieger nach Zypern stieg, fing ich, die Dame, bereits an, die Dinge mit spitzen Fingern anzufassen, damit ja keiner der sorgfältig gezüchteten Fingernägel abbricht. Im üblichen Programm folgt dann der Haarschnitt, nicht zu knapp vor dem Ereignis, und die Haare, die weg müssen, müssen weg, spätestens am Vorvortag. Will ja keine mit vom Waxing knallroter Oberlippe antanzen.

Am Vortag wird gepeelt und rest- wie ergebnislos gestrafft und geglättet und behandelt wie verrückt.  Am Vorabend schliesslich, als im vorliegenden Beispiel der Herr in Zypern seiner Ferienliebe die Abschiedstränchen wegtupfte und sich mit den Kumpels nochmals so richtig die Kante gab, legt sich die Dame mit Gurkenscheiben auf den Augen und Lockenwicklern auf dem Kopf topfnüchtern ins Bett, damit am Fest ja nirgendwo Wasseransammlungen zu registrieren sind.

Gut, den mit den Lockenwicklern lasse ich mit meinen Rauhaardackelhaaren aus, aber andere Damen stecken fadengerade Haare hoch und strecken lockige Haare fadengerade runter, die einen machen Locken, die andern zerstören sie, es ist jedenfalls ein emsiges Wirken. Und er, im Süden, packt seine sandige Badehose ein und wartet auf den Hotelshuttle.


"Ich habe nie so geschwitzt.
Innert Kürze sah ich aus wie ein Panda."



Bei ihr folgt das Finale etwa dann, wenn er in Zypern in den Flieger steigt, und sich erstmals fragt, ob er die Lackschuhe wohl gewienert hat. Immerhin hat er sich beim zypriotischen Coiffeur noch rasch den Nacken ausputzen lassen. Sie präpariert inzwischen die Haut dort, wo der trägerbefreite Silikon-Büstenhalter hin geklebt wird, denn "Halter" trifft da nicht unbedingt zu, und sie will definitiv nicht, dass zwei Drittel ihrer Oberweite beim Rock'n'Roll plötzlich über die Tanzfläche hüpfen.

Wenn er aus dem Flieger steigt, steigt sie ins Kleid und beginnt mit dem Finetuning, den ganzen Malereien. Er klingelt an der Türe, es ist geschafft, und die Dame geht mit dem Herrn, dessen Kummerbund wegen des guten Essens in Zypern zuhause bleiben musste, zum Ball.

Ich habe die Smoking-Variante einmal versucht, was mir tatsächlich eine Vielzahl obiger Aktivitäten ersparte. Roland Vögtli suchte den kleinsten seiner weissen Smokings heraus, halbierte den längs, verlängerte die Beine, nähte Abnäher in den Kittel und nach tausend Anproben sass der tadellos.

Ich habe nie davor und nie wieder so geschwitzt. Innert Kürze sah ich aus wie ein Panda, ich verbrachte den Abend damit, die verlaufene Schminke unter den Augen wegzuwischen und auf den Lidern wieder neu anzubringen. Mit der Zeit glich ich eher Alice Cooper als Andrea Strahm und wünschte mir sehnsüchtig ein Abendkleid herbei, ein luftiges, leichtes, beschwingtes. Die Smokingherren schwitzen natürlich auch, aber die wischen sich rasch mit dem Taschentuch übers Gesicht und schon sehen sie wieder aus wie frisch gebügelt.

Und man stelle sich vor, die Dame müsste den Herrn auf der Tanzfläche führen. Etwa 55 Kilo versus etwa 85 Kilo in meinem Fall. Zwischen den andern Tänzern durchmanövrieren und anzeigen, was der Herr nun für eine Figur hinlegen soll. Das sähe aus wie Nahkampf, nicht wie Tanzen.

Deshalb, meine Lieben, das wird nichts mit der vollständigen Gleichberechtigung. Definitiv nicht.

19. Februar 2018
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

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"Es heisst nicht 'Gleichverpflichtung'"

Verehrte Frau Strahm, es heisst ja mit Fug und Recht nun mal "Gleichberechtigung". Und nicht "Gleichverpflichtung". Was wiederum bedeutet, dass nicht jeder und nicht jede die Rechte, die ihm oder ihr zugestanden sind, auch in Anspruch nehmen muss.Ach, waren das noch Zeiten, in denen die Geschlechter und Geschlechterinnen sich ergänzten und nicht konkurrierten ...


Roland Bauer, Basel


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RückSpiegel


Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die sda. und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

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"1963 rutschte er als erster Ersatzmann in den Schweizer Nationalrat. Im gleichen Jahr wurde er Chefredaktor der Basler Zeitung (BaZ)."

Wikipdia
Eintrag über die Schweizer
SP-Ikone Helmut Hubacher
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Und niemand korrigiert's: Da hat jemand die BaZ mit der "Basler AZ" verwechselt.

In einem Satz


• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.

Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

Anna Ott gibt das Amt als Vizepräsidentin der Grünen Baselland aufgrund ihres Masterstudiums in Nordeuropa ab; eine Nachfolge steht noch nicht fest.

• Das von der Fondation Franz Weber massgeblich unterstützte Referendum gegen ein Ozeanium auf der Basler "Heuwaage" ist mit 4'649 Unterschriften zustande gekommen.

• Der Reinacher Gemeinderat hat beschlossen, ab Februar 2019 mit einem neuen TV-Sendeformat zu starten, das wöchentliche Fernsehsendungen mit Inhalten aus Gemeinde und Vereinen bietet.

• Der Basler "Basta"-Grossrat Daniel Spirgi tritt per 12. Februar 2019 nach nur zweieinhalb Jahren aus dem Kantonsparlament zurück, der Grüne Jérôme Thiriet rückt nach.

Henriette Götz wird am 1. Mai 2019 die Nachfolge von Danièle Gross als Kaufmännische Direktorin am Theater Basel antreten.

• Mit 12'673 Studierenden und Doktorierenden, die sich im Herbstsemester 2018 für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben haben, ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.