Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Die Krux mit der zweiten Gotthard-Röhre

Nein, wir wiederholen nicht die sattsam bekannten Argumente von rechts bis links in Sachen Gotthardtunnel-Sanierung. Liebe Autofahrer, böse Autofahrer, freie Fahrt, Herdentransport, nachhaltige oder provisorische Lösung, schöne Alpen. Wir reden von der Praxis, denn die Gegner einer zweiten Gotthardröhre sitzen im Zug, brausen auf der Schiene durch den Tunnel, und haben nicht den Dunst einer Ahnung, was am Gotthard wirklich abgeht.

Wir fahren etwa zehn Mal jährlich ins Tessin und wieder zurück, öfters als nach Riehen, Weil am Rhein oder Münchenstein. Im Zug oder im Auto, nach Lust und Laune. Im Zug bleibt Zeit, Kolumnen zu schreiben oder die gigantischen Mengen an Dokumenten des Grossen Rates durchzuackern. Und haben wir etwas zu transportieren oder bleiben wir länger, nehmen wir eben das Auto.

Die Autobahn zwischen Basel und Göschenen war noch nie durchgehend zweispurig, NOCH NIE. Es hat immer irgendwo eine Baustelle und eine gesperrte Spur. Es staut sich am Belchen, in Härkingen, Rotkreuz, Luzern, Hergiswil. Und nach dem Gotthard wieder in Chiasso, und in Italien an der ersten Zahlstelle. Der Gotthard hingegen kann im Sommer bequem in beiden Richtungen je zweispurig überwunden werden, jetzt schon, nämlich einspurig durch den Tunnel und zusätzlich einspurig via Andermatt, was gerade einmal 15 Minuten länger dauert. Als Autofahrerin brauche ich also keine vier Spuren durch den Gotthard, ich habe sie ja schon, wenn auch nicht parallel verlaufend.


"Der Alpenfreund ärgert sich in seinen
Ökosandalen über die Ökovandalen."



D
ie Route obeduure via Andermatt wählt so mancher Tunnel-Phobiker auch ohne Stau, und so wälzt sich sommers die Blechlawine durch die Berge und in Andermatt stinkt es zuweilen wie in einer Tiefgarage. Beim Gotthardhospiz entlang der Strasse parkiert Auto an Auto, mitten in der schönen Bergwelt. Die Touristen machen Selfies im Schnee, und abends vom Strand in Rimini, ein Geposte, Facebook lässt grüssen. Eine Spur von Ausscheidungen und Abfall zieht sich so durch die nicht mehr so schöne Alpenwelt. An jeder zweiten Kurve steht ein windiger Stand mit Alpenrosen, Alpenkäse, Alpenveilchen und sonstigem Alpenzeug, und die alte Postkutsche lässt sich Touristen gerecht von vier Rössern über den Pass ziehen, hin und her und hin und her.

Und so rollen nicht nur die Autos, es rollt auch der Rubel, vor allem auf der Nordseite, vor allem in Andermatt. Kein habitué wundert sich darüber, dass so mancher Urner "aus wirtschaftlichen Gründen" gegen eine zweite Röhre Amok läuft. Der Rummel ist ein Riesengeschäft, ein zweiter Tunnel wäre schlecht, es könnten ja ein paar Tunnel-Ängstliche mehr den Weg unter der Bergwelt hindurch wählen statt ein Schnipo in der Bergwelt.

Die Tessiner hingegen sind wirtschaftlich völlig vom Norden abhängig. Im Tessin befinden sich unzählige produzierende Betriebe, die in die restliche Schweiz und das nördliche Ausland liefern. Unternehmen mit Filialen oder dem Hauptsitz nördlich des Gotthard sind darauf angewiesen, rasch vor Ort sein zu können. Der Gotthard-Strassentunnel ist die wirtschaftliche Nabelschnur des Tessins, die Durchfahrt muss ganzjährig gewährleistet sein. Wird die zweite Tunnel-Röhre nicht gebaut, muss der Tunnel für die Sanierung während etwa 900 Tagen gesperrt werden. In den reiseintensiven Monaten, ausgerechnet dann also, wenn die Passstrasse offen ist, sollen die Arbeiten nach gegnerischem Konzept unterbrochen und der Tunnel geöffnet werden, damit die Touristen rascher nach Italien kommen. Womit der Südkanton ausgerechnet im Winter, wenn die Passstrasse geschlossen ist, noch länger von der Restschweiz abgekoppelt bleibt, soll selber schauen, wo er bleibt. Er wird nirgendwo bleiben, liebe Leute, Konkurse und eine Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmasses werden die Folge sein. 

Die Linke behauptet, das Geld werde für andere Strassenprojekte gebraucht – wie wenn sie sich nicht gegen schlicht jedes Projekt zur Wehr setzen würde, welches mit Asphalt, aber nicht mit Velo zu tun hat. Das Geld ist da, für eine sichere und übers Jahr gewährleistete Durchfahrt durch den Gotthard, ohne Gegenverkehr, einspurig, jede Spur in seinem eigenen Tunnel.

Und der Alpenfreund sitzt im Zug und ärgert sich in seinen Ökosandalen über die Ökovandalen. Letztere stehen aber nicht vor den Tunnelportalen im Stau, die lärmen und stinken über die Passstrasse. Alpenschutz, dass ich nicht lache.

18. Januar 2016
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und ist Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Starkes bürgerliches Komitee"

Es sind keineswegs nur linke Zugfahrer in Ökosandalen, die sich gegen eine zweite Gotthardröhre wehren: Im Bürgerlichen Komitee gegen die 2. Röhre haben sich über 400 Mitglieder bürgerlicher Parteien zusammengeschlossen. Denn dass das Geld, das für den zweiten Tunnel verschleudert würde, anderweitig fehlen wird, ist klar. Auch der Bundesrat sagte im Grundlagenbericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels: "Per se, aber insbesondere auch angesichts der künftig zunehmend angespannten Situation der Spezialfinanzierung Strassenverkehr, sind diese Ausgaben beziehungsweise die dadurch entstehende Mittelkonkurrenz bedeutend."

Auch was die Chancen und Risiken der Sanierung angeht, hat der Bundesrat aufgezeigt, dass die Chancen einer Sanierung mit Bahnverlad für die regionale Wirtschaft im Tessin – sowie auch in Uri – grösser sind als die negativen Auswirkungen.

Keine Spur also von einer "Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmasses". Denn auch mit Bahnverlad bleibt die Verbindung zum Tessin ganzjährig aufrechterhalten. Einerseits mit dem neuen Gotthard-Basistunnel, der noch dieses Jahr eröffnet wird. Dank ihm wird das Tessin so gut wie nie zuvor mit der Deutschschweiz verbunden sein. Andererseits mit einem Bahnverlad für LKW und Personenwagen während der verkehrsarmen Wintermonate.


Julia Rickenbacher, Schattdorf UR



"Umlagerung darf nicht sabotiert werden"

Als langjähriger Bataillons-Quartiermeister in der oberen Leventina, Qm des Festungs-Regiments 23 und zuletzt Kriegskommissär der Gotthardbrigade kenne ich die Anliegen der Ticinesi wie der Innerschweizer. Nunmehr kann ich mir auch Ferien in Ascona und im Sottoceneri leisten und weiss um die Ängste im Sottoceneri um die Luft am Lago Maggiore und am Luganersee.

Im Juni feiern wir die Eröffnung der weltmeisterlichen NEAT-Röhre von 57 km mit Verladekapazität für die LKW vom Norden nach dem Süden Europas. Der innerschweizerische Verkehr kann mit der "Rollenden Landstrasse" zwischen Göschenen und Airolo sommers und winters transportiert werden. Das kommt uns allen deutlich billiger, wenn nur die Parteikollegin von Andrea Strahm mit ihren Bundesämtern für Strasse und Schiene die Hausaufgaben seriös gemacht hätte! Die Umlagerung auf die Schiene darf nicht auf halbem Wege sabotiert werden!


Werner Strüby, Reinach


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Alles mit scharf

Schlagende Argumente
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"Eptinger erfindet erste Gurken-Limonade der Schweiz"

Schweiz am Wochenende
Newsletter vom 29. April 2017
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Wie man eine PR-Botschaft in eine "News" verwandelt.

RückSpiegel


Telebasel online geht in ihrem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.

• Ab 1. Januar 2018 soll die "Sanitätsnotrufzentrale beider Basel" (SNZbB) für die Entgegennahme von Notrufen und die Disposition der Einsätze in der Region verantwortlich sein, wodurch die bisherigen Zentralen der Sanität Basel und des Kantonsspitals Baselland zusammengelegt werden.

• Die Basler Ethnologin Tabea Buri wird als Nachfolgerin von Dominik Wunderlin neue Leiterin der Abteilung Europa am Museum der Kulturen Basel (MKB).

Manuela Hobi ist die neue Präsidentin der Sektion CVP Grossbasel Ost, dies als Nachfolgerin von Andreas Peter.

Anna Wegelin, bisher Leiterin Marketing und Kommunikation bei Pro Senectute beider Basel, wird ab 1. Juni "Head of Communication" beim Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

• Statt mit einem budgetierten Defizit von knapp zwei Millionen Franken schliesst die Rechnung 2016 der Stadt Liestal mit einem Verust von 950'00 Franken ab.

Stephan Bachmann, Direktor des REHAB Basel, ist von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten der "Basler Privatspitäler-Vereinigung" gewählt worden.

• Die "Basler Zeitung" erhöht ihren Jahresabonnements-Preis von 466 auf 485 Franken.

• Das Kunstmuseum Basel besetzt per 1. Mai drei Stellen neu: Daniel Kurjaković übernimmt den neu geschaffenen Posten des Kurators Programme, Anita Haldemann wird Leiterin des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.

• Der 56-jährige Renzo Simoni, bis im Juni noch CEO der AlpTransit Gotthard AG, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Gruner AG gewählt.