Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Fortpflanzung: Was heisst schon Leben!

Wir pfuschen dem Herrgott ins Handwerk, und zwar dauernd. Jedenfalls, wenn "Herrgott" mit "natürlichem Verlauf der Dinge ohne menschliche Einwirkung" gleichgesetzt wird. Wir lassen uns operieren, nehmen Medikamente, verkleinern Nasen, vergrössern Brüste. Wir betreiben Geburtenkontrolle und schlucken die Pille danach, wenn wir versehentlich ungeschützten Sex hatten, und sind wir dennoch schwanger geworden, können wir die befruchtete Eizelle innert definierten Fristen entfernen lassen, ob gesund oder krank, hormonell oder operativ. Das sind die Fakten.

Der Schutz des ungeborenen Lebens ist uns ab einer gewissen Entwicklungsstufe der befruchteten Eizelle wichtig, dann soll ein Kind daraus werden dürfen. Deshalb operieren wir Ungeborene und holen Kinder von verstorbenen Müttern noch auf die Welt. Wir können viel. Auch zu viel, denn machbar ist nicht wünschbar, wenn beispielsweise 65-jährige Frauen dank künstlicher Befruchtung Vierlinge zur Welt bringen, oder eine Frau Achtlinge ausbrütet, wie in den USA geschehen. Hochrisiko-Schwangerschaften, bei denen die Kinder zu klein und zu früh auf die Welt kommen, und wer die Frühchen leiden sieht, die so um jeden Preis herangewürgt werden, dem dreht sich das Herz. Fakten auch dies.

Und nun sollen wir über das Gesetz zur Präimplantationsdiagnostik, die wir letztes Jahr grundsätzlich befürworteten, abstimmen. Dabei stellt sich die Frage, wovor wir das ungeborene Leben schützen sollen, und wovor das geborene.


"Nicht wahr, das hier
liest sich wie ein Gruselroman."



Bevor eine Schwangerschaft entsteht, dürfen einer Frau, die auf natürlichem Weg nicht schwanger wird, Eizellen entnommen und in vitro (im Reagenzglas) befruchtet werden. Gelingt die Befruchtung, dürfen maximal drei davon weiterentwickelt und der Frau eingesetzt werden, die andern müssen entsorgt werden. Die befruchteten Eizellen dürfen nicht analysiert werden, weshalb niemand weiss, ob die richtigen Embryonen eingesetzt wurden, oder ob ausgerechnet die kranken heranreifen, und die gesunden beseitigt wurden.

Die werdenden Eltern erfahren dies, wenn die Schwangerschaft soweit gediehen ist, dass die pränatalen Untersuchungen gemacht werden können. Ist der Fötus – ab der neunten Schwangerschafts-Woche sind die inneren Organe entwickelt – krank, wird er in der Regel abgetrieben, und die Prozedur fängt von vorne an: hormonelle Stimulation mit allen Beschwerden für die Frau, Entnahme der Eizellen, Befruchtung in vitro, Einsetzen der Embryonen. Entwickeln sich dann alle drei gesund, kommt es zu Mehrlingsgeburten mit allen Komplikationen, oder einer der gesunden Embryonen muss im Mutterleib abgetötet werden, um die andern zu retten.

Nicht wahr, das hier liest sich wie ein Gruselroman, man möchte das gar nicht so genau wissen. Aber es ginge auch anders. Dürften die Embryonen nämlich vor dem Einsetzen in den Mutterleib untersucht werden, würden die Chancen einer gesunden Schwangerschaft drastisch erhöht, denn dann würden natürlich die gesunden Embryonen eingesetzt, und die kranken entsorgt. Und dürften bis zu zwölf überzählige eingefroren werden für den Fall, dass sich der eingesetzte nicht entwickelt, wären neuerliche Hormonbehandlungen und die neuerliche Entwicklung von Embryonen nicht nötig, das Paar würde schneller zu Mutter und Vater. Ein Gewinn für alle, vor allem aber für das Kind.

Blaue Augen, schwarze Locken, Bub oder ein Mädchen dürfen wir uns auch unter dem neuen Gesetz nicht fabrizieren lassen. Es geht nur um gesund oder nicht gesund. Wir, die wir gesund sind, haben kein Recht, einem Kind ein Leben in Leiden aufzuzwingen. Wir haben es vielmehr davor zu schützen und dafür zu sorgen, dass sich aus einer defekten, kranken befruchteten Eizelle kein Leben entwickelt. Embryonen für Versuche zu verwenden ist nicht gestattet, die Kontrollen sind streng. Und klar ist auch: Wer Gesetze brechen will, kann das jetzt schon, und im Ausland geht zum Teil eh alles.

Stimmen Sie also der Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes zu und helfen Sie, schweres Leid zu verhindern. Wir pfuschen dem Herrgott ohnehin dauernd ins Handwerk. Tun wir es wenigstens mit Verstand.

9. Mai 2016
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

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andreastrahm@bluewin.ch

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"Sandra Sollberger (SVP) in Basler Festtagstracht"

Blick
Bildlegende vom
7. Juni 2017
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Uuuhhh, das tut der Baselbieter SVP-Nationalrätin und Kantonsfusions-Gegnerin aber weh!

RückSpiegel


Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.