Adil Koller: #grenzenlos

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Die Jagd der Studis nach Kreditpunkten

Als Student ist man ja sowieso irgendwie der Bölimann. Egal ob man sich tatsächlich anstrengt oder nicht, ob man nebenbei noch arbeitet oder nicht: Man ist Student. So ein Fauler. Gerüchteweise viele Partys, wenig Arbeit während dem Semester und dann monatelang Ferien. Studileben, alle erinnern sich zurück an ihr Liz, das sie dann nach einem Jahrzehnt oder mehr knochenharten Studiums beendet haben. So soll Mike Müller ganze 27 Semester Philosophie studiert haben. Ein rechter Brocken.

Heute ist das schon e bizeli anders. Das Hinzögern bis zum Lizenziat ist einer Hetzjagd auf Kreditpunkte und auf Abschlüsse gewichen. Mit regelmässigen Leistungsüberprüfungen werden diese Kreditpunkte, kurz KP, vergeben. 180 davon reichen für einen Bachelor, weitere 90 oder 120 ergeben den Master. So ist das. Tönt eigentlich gut. Gleichzeitig wird eine Richtzeit vorgegeben, ein Bachelor sollte beispielsweise innert 3 Jahren erworben sein. Und danach sollte dann der Fulltime-Job folgen. Oder in der Realität zuerst mal drei oder vier Praktika für einen Hungerlohn.


"Ich sehs anders: Die Möglichkeit
zu studieren, ist ein Privileg."



M
ehr Struktur in die Studien hereinbringen, das ist eigentlich eine gute Sache. Die Folgen sind aber unerwünscht. So stehe ich als Student in Wirtschaft und Soziologie vor der Frage, ob ich lieber das Seminar besuche, in dem ich Texte lesen sollte, ein Referat halten muss und dafür drei KP erhalte. Oder ob ich eher die Wirtschaftsvorlesung belegen will, in der keine kritische Reflexion nötig ist, ich einfach auswendig lernen muss, und dafür dann ganze sechs KP erhalte?

Mit der Einführung der Kreditpunkte wurde eine Art Wertesystem geschaffen, in der zum Beispiel die Sozialwissenschaften eher schlecht hereinpassen. Für "Denken" gibts keine Kreditpunkte. Fragt sich, was das Ziel eines Studiums ist, wenn nicht genau das.

Nebenbei arbeiten die meisten Studentinnen und Studenten. Die meisten so viel wie nur möglich, gerade auch, weil die Gebühren stetig steigen und ein Studium teuer ist. Meistens leidet unter einem zu hohen Arbeits-Pensum dann das Studium, das folglich länger dauert. Ein Teufelskreis. Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

Auf jeden Fall ist es mit dem Studium wie mit allen anderen Tätigkeiten, auch beruflichen. Es ist möglich, das Ganze schludrig zu machen. Ich sehs anders, viele andere Studierende auch: Die Möglichkeit zu studieren, ist ein Privileg. Ich bin dankbar dafür, dass ich jeden Morgen aufstehen darf, um etwas zu lernen und auch dafür zu arbeiten. Dann bin ich halt für ein paar Jahre der Bölimann des lokalen SVPlers, wenn ich dafür eine grossartige Ausbildung geniessen darf. Soll der nur brüllen. Ich arbeite ja.

9. März 2015
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Adil Koller, Jahrgang 1993, hat 2013 die Matur am Gymnasium Münchenstein abgeschlossen (Maturarbeit: Der Einfluss von Margaret Thatcher auf Christoph Blocher). Er hat danach seinen Zivildienst absolviert und im Herbst 2014 das Wirtschafts- und Soziologiestudium an der Universität Basel begonnen. Koller engagiert sich in der Juso Baselland und in SP seiner Wohngemeinde Münchenstein. Dort betreibt er auch zusammen mit dem BDP-Politiker Filip Winzap die Jugend-Initiative "The Next Generation".

adil.k@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Pestalozzi würden die Haare zu Berge stehen"

Das Leid der Studenten ist wie das der Fussballbildlisammler oder der Märklisammler für einen Dampfkochtopf: Sie werden mit billigen Anreizen am Gängelband geführt. Leider ergeben diese sekundären Motivationsmittel keine begeisterten Studenten, sondern vielmehr berechnende Bürger auf einfache "Schnäppchenjagt". Ganz wegfallen werden sie nicht, die motivierten Studis zum Glück, doch noch dünner wird ihre Verbreitung sein.

Bildungsdirektoren, Professoren, geht zu den KindergärtnerInnen und fragt sie nach ihren Motivationsmitteln, sie werden euch Überrasschendes aufzeigen! Auch einige renommierte Pädagogen hätten euch dazu einiges zu sagen, bspw. Johann Heinrich Pestalozzi. Er ist mit seinen rund 250 Jahren nicht der älteste, der bedeutensten Pädagogen. Er hat unser pädagogisches Denken zumindest, richtungsweisend beeinflusst. Ihm würden die Haare zu Berge stehen, würde er vom Punktesammeln in der Schule hören. So simpel hat er nie gewirkt. Er wusste, dass das Einbeziehen einfacher Anreize am wesentlichen Bildungsgeschehen vorbeiführt.


Viktor Krummenacher, Bottmingen


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"Die Temperaturen kratzen heute am Gefrierpunkt."

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Hinterliessen sie Spuren, die Temperaturen?

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.